Backhaus: „Palu-Richtlinie des Bundes ist Rückenwind für MV als Moorland Nr. 1“
Der Minister für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt Mecklenburg-Vorpommerns, Dr. Till Backhaus, begrüßt die heute vom Bundesumweltministerium vorgestellte Palu-Förderrichtlinie zur Wiedervernässung und nachhaltigen Nutzung von Moorböden.
„Die neue Palu-Richtlinie setzt ein starkes Signal für den Klimaschutz und eröffnet gleichzeitig neue wirtschaftliche Perspektiven für unsere Landwirtschaft. Für Mecklenburg-Vorpommern ist sie von herausragender Bedeutung“, erklärte Backhaus.
Mit rund 300.000 Hektar Moorfläche gehört Mecklenburg-Vorpommern zu den moorreichsten Bundesländern Deutschlands. Das entspricht etwa 12 bis 13 Prozent der Landesfläche. Gleichzeitig sind entwässerte Moore die größte Einzelquelle von Treibhausgasemissionen im Land und verursachen jährlich rund 6 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente.
„Wer Klimaschutz ernst meint, muss bei den Mooren anfangen. Genau hier liegt einer der größten Hebel für Mecklenburg-Vorpommern“, so Backhaus.
Mecklenburg-Vorpommern verfügt bereits über umfangreiche praktische Erfahrungen im Moorschutz: Auf rund 35.000 Hektar Moorfläche wurden bereits Maßnahmen zur Wiedervernässung umgesetzt. Aktuell sind mehr als 20 Paludikultur- und Wiedervernässungsprojekte in Planung oder Umsetzung, darunter großflächige Demonstrationsvorhaben auf Niedermoorstandorten. Mit dem Paludi-MV-Pilotvorhaben werden großflächig neue Bewirtschaftungsformen auf nassen Mooren erprobt – wissenschaftlich begleitet durch die Universität Greifswald. Mit der MoorAgentur MV wurde zudem eine bundesweit einzigartige Beratungs- und Vernetzungsstelle aufgebaut, die Landwirte, Verbände und Verwaltung bei der Umsetzung unterstützt.
Backhaus: „Wir haben in Mecklenburg-Vorpommern nicht nur Konzepte entwickelt, sondern konkrete Projekte in die Fläche gebracht. Diese reichen vom Peenetal über die Trebelregion bis hin zu modernen Paludikultur-Versuchen.“
Ein zentraler Ansatz ist die sogenannte Paludikultur, die landwirtschaftliche Nutzung nasser Moorstandorte, etwa mit Schilf, Rohrkolben oder Rohrglanzgras.
„Paludikultur verbindet Klimaschutz mit Wertschöpfung. Sie bietet die Chance, Moorböden zu erhalten und gleichzeitig neue Einkommensquellen zu erschließen – etwa für Baustoffe, Substrate oder Bioenergie“, so Backhaus.
Der Minister betont, dass es nun auf eine zügige Umsetzung der neuen Richtlinie ankommt: „Die Betriebe brauchen Planungssicherheit, langfristige Finanzierung und praxistaugliche Förderbedingungen. Die Transformation der Moorstandorte ist eine Generationenaufgabe – sie gelingt nur gemeinsam mit der Landwirtschaft.“
Abschließend erklärte Backhaus: „Die Palu-Richtlinie kann eine echte Trendwende einleiten. Mecklenburg-Vorpommern hat das Know-how, die Flächen und die Erfahrung, um bundesweit eine Leitregion für Moorschutz und Paludikultur zu sein.“





