Klimaschutz vor Ort: Landesprogramm „MV TUT WAS“ auf der Grünen Woche
Klimaschutzminister Dr. Till Backhaus und ARD-Wettermoderatorin Michaela Koschak präsentieren am Sonntag gemeinsam mit Andreas Willisch, Vorstand des Thünen-Instituts für Regionalentwicklung e.V., das Landesprogramm „MV TUT WAS - Klimaschutz vor Ort: sichtbar machen. Menschen unterstützen. Teilhabe fördern“ auf der Grünen Woche. Vorgestellt werden besonders engagierte Klimaschutzprojekte aus Mecklenburg-Vorpommern, die im Oktober im Wettbewerb „Gutes.Klima.Machen“ mit Preisgeldern von 15.000 bzw. 20.000 Euro ausgezeichnet wurden. Drei von 13 Preisträgern sind am Sonntag, 12.30 Uhr auf der großen Bühne in der MV-Halle mit dabei. Das sind Ulrike Ziggel vom Projekt „Dialog-Acker. Ein Agroforst in Gessin“, Werner Wirdemann vom Projekt „Zukunfts- und Klimapaten in der Gemeinde Nossendorf“ sowie Julia Felderhoff von der Aktion „Revitalisierung Rahmannsmoor“.
Kurzbeschreibung der Projekte:
- Der Dialog-Acker in Gessin zeigt, wie Landwirtschaft, Klimaschutz und Bildung zusammengehen können. Auf 22 Hektar wächst ein artenreiches Agroforstsystem mit mehr als 100 Gehölzarten - ein lebendiges Labor für klimaresiliente Landwirtschaft. Durch Beteiligung von Bürgerinnen, Landwirtinnen und Wissenschaft wird der Acker zum Lern- und Dialograum, der Biodiversität stärkt und CO₂ bindet.
- In Nossendorf hat Werner Wirdemann eine Zukunftswerkstatt gegründet, aus der zahlreiche Initiativen entstanden - von Streuobstwiesen über Radwege bis zur Mitmach-Bibliothek. Mit Informationsveranstaltungen und einer digitalen Plattform fördern sie Engagement, Gemeinschaft und Zuversicht.
- Im Rahmannsmoor in Krakow am See werden Bürgerinnen, Schülerinnen und Firmen aktiv in die Moor-Renaturierung einbezogen. Mehr als 500 Menschen haben geholfen, Gehölze zu roden, die Entwässerung zu stoppen und so den gespeicherten Kohlenstoff im Torf zu sichern. Ein deutschlandweit einmaliges Wahlpflichtfach „Moor-Renaturierung“ der neunten Klassen der Naturparkschule ermöglicht wöchentlich praktische Mitarbeit.
„Die ausgezeichneten Projekte zeigen, wie vielfältig Klimaschutz in Mecklenburg-Vorpommern gelebt wird - von Bürgerenergiegenossenschaften über Moorwiedervernässung bis hin zu nachhaltiger Lebensmittelproduktion. Klimaschutz kann nur gelingen, wenn er nicht als abstraktes Ziel wahrgenommen wird, sondern als konkrete Chance für den eigenen Lebensraum. Dafür stehen die prämierten Projekte geradezu beispielhaft. Denn die Beteiligten reden nicht nur, sondern stellen gemeinsam mit den Menschen vor Ort etwas auf die Beine, das einen Mehrwert hat“, erklärt Klimaschutzminister Dr. Till Backhaus und ergänzt: „Uns muss klar sein: Klimaschutz funktioniert nur, wenn alle mitmachen und auch dafür werben. Der Wettbewerb zeigt, dass dies bei vielen Menschen längst angekommen ist. Darüber bin ich sehr froh und bedanke mich bei allen, die sich derart engagieren. Besonders freue ich mich, dass es auch 2026 wieder einen Wettbewerb geben wird“.
Am 9. Februar 2026 geht der Wettbewerb in die zweite Runde. Bis zum 22. März können sich alle Bürgerinnen und Bürger aus Dörfern und Kleinstädten in ganz Mecklenburg-Vorpommern mit ihren Ideen und Projekten zu mehr Klimaschutz vor Ort bewerben. „Gutes.Klima.Machen“ wendet sich dabei ausdrücklich auch an Schulen, Gemeinden, Initiativen und Unternehmen.
Der Wettbewerb „Gutes.Klima.Machen“ ist Teil des Landesprogramm „MV tut was“, das vom Land Mecklenburg-Vorpommern seit Mai 2025 für zwei Jahre gefördert wird. Umgesetzt wird der Wettbewerb vom Thünen-Institut für Regionalentwicklung e.V. mit Sitz in Schlemmin. www.gutesklimamachen.de
HINTERGRUND
Um die Menschen in Mecklenburg-Vorpommern aktiv in die Gestaltung von Klimaschutz einzubinden, hat das Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt das landesweite Beteiligungsprogramm „MV tut was - Klimaschutz vor Ort: sichtbar machen. Menschen unterstützen. Teilhabe fördern“ initiiert. Ziel ist es, die Bevölkerung vor allem im ländlichen Raum aktiv in Veränderungsprozesse vor Ort einzubeziehen, den lokalen Nutzen von Klimaschutz sichtbar zu machen, Netzwerke aufzubauen und wirtschaftliche Entwicklung zu befördern. Die Programmkoordination übernimmt der Verein fint e.V. aus Rostock. Umgesetzt wird das Programm von einem Konsortium aus folgenden Organisationen:
- fint e.V.,
- Rostocker Institut für Sozialforschung und gesellschaftliche Praxis e.V.,
- Wasserwerk der Zukunft e.V.,
- Über.Morgen gGmbH,
- Hochschule Neubrandenburg,
- Landgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern mbH,
- LandLabor UG,
- Thünen-Institut für Regionalentwicklung e.V.
- und die Kreativagentur Sandra International.
- Als überregionale Partner begleiten Öko-Institut e.V. und ifok GmbH das Programm.
Anlagen
IGW MV TUT WAS
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IGW MV TUT WAS



