Vier Tonnen erster Fang – Heringssaison in MV hat begonnen

Nr.055/2026  | 06.03.2026  | LM  | Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt

 

Die Heringssaison an der Küste Mecklenburg-Vorpommerns hat begonnen. Aufgrund der niedrigen Wassertemperaturen und teilweise vereister Küstenbereiche ist die Fischerei bislang nur vorsichtig angelaufen. Erste Fänge wurden dem Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) jedoch bereits gemeldet.

Im Zeitraum von Mitte Januar bis Mitte Februar wurden von vier Fischereibetrieben aus Wismar, Warnemünde, Hiddensee und Usedom insgesamt rund vier Tonnen Hering angelandet. Die Erfassung weiterer Fangmeldungen läuft derzeit noch.

Der vergleichsweise kalte Winter könnte sich nach Einschätzung von Fachleuten positiv auf die Heringslaichsaison 2026 auswirken. Niedrige und stabile Wassertemperaturen führen dazu, dass der Hering voraussichtlich wieder etwas später ablaicht als in den vergangenen Jahren. Dadurch könnte sich das sogenannte „Mismatch“ zwischen dem Schlüpfen der Larven und der Verfügbarkeit von Nahrung verringern – ein Effekt, der durch den Klimawandel zuletzt zunehmend problematisch geworden ist.

Mit Blick auf die Zukunft besteht deshalb vorsichtige Hoffnung auf eine Stabilisierung des Heringsbestandes der westlichen Ostsee. Das Thünen-Institut für Ostseefischerei geht davon aus, dass möglicherweise ab 2027 wieder eine kleine reguläre Fischerei auf Hering möglich sein könnte – zunächst in einer Größenordnung von etwa 1.000 Tonnen.

„Der Hering ist ein Symbolfisch der Ostsee und hat für unsere Küstenfischerei eine enorme wirtschaftliche und kulturelle Bedeutung“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Till Backhaus. „Wir setzen uns deshalb auf nationaler und europäischer Ebene dafür ein, dass sich die Bestände nachhaltig erholen und unseren Fischern wieder Perspektiven eröffnet werden.“

Seit 2022 ist die gezielte Fischerei auf Hering in der westlichen Ostsee stark eingeschränkt. In Mecklenburg-Vorpommern darf der Hering seither nur noch mit passiven Fanggeräten gefangen werden. Die deutsche Sonder- beziehungsweise Beifangquote liegt seitdem konstant bei 435 Tonnen.

Zum Vergleich: 2016 lag die deutsche Quote für den westlichen Heringsbestand noch bei 14.496 Tonnen – ein Rückgang um rund 97 Prozent innerhalb weniger Jahre.

Die Entwicklung des Bestandes hat unmittelbare Auswirkungen auf die Küstenfischerei. In Mecklenburg-Vorpommern sind derzeit 144 Haupterwerbsfischer und 123 Nebenerwerbsfischer tätig (vorläufige Zahlen für 2025). Noch vor wenigen Jahren waren es deutlich mehr.

Sollte sich der Bestand in den kommenden Jahren erholen, könnte perspektivisch auch die Schleppnetzfischerei wieder eine Rolle spielen. In Mecklenburg-Vorpommern sind derzeit noch drei größere SAS-Kutter beziehungsweise zwei Schleppnetzpartien für diese Fischerei vorhanden.

Die weitere Entwicklung der Heringssaison hängt maßgeblich von der Temperaturentwicklung im Frühjahr sowie vom Verlauf der Laichsaison ab.