Wasserqualität am sterbenden Wal wird untersucht
Die Lage um den vor Poel gestrandeten Wal ist unverändert, erklärt Umweltminister Dr. Till Backhaus. Das Tier atme noch, aber es ginge ihm sehr schlecht, so der Minister.
„Das Tier liegt seit fast einer Woche an derselben Stelle. Nachdem gestern Wasserproben genommen wurden, um den Salzgehalt zu messen, soll nun die Wasserqualität untersucht werden. Es soll damit geprüft werden, ob von dem sterbenden Tier Gefahren für die Umwelt oder die öffentliche Gesundheit ausgeht. Ich werde mir am Nachmittag erneut vor Ort ein Bild der Lage machen.
Da uns in den letzten Tagen immer wieder Fragen erreichen, warum wir nicht früher über das Thema schweres Bergungsgerät nachgedacht hätten: Fakt ist, anders als bei der Strandung vor Niendorf, wurde in der Wismarbucht keine schweres Bergegerät benötigt. Der Wal hatte sich so positioniert, dass er sich nach Einschätzung der Fachleute nach einer Ruhephase und steigendem Wasserstand selbst würde befreien können. Mit unserer Prognose lagen wir richtig. Unsere Strategie war also zweimal erfolgreich. Erst als der Wal im Kirchsee gestrandet ist, hat sich die Lage extrem zugespitzt. Es war klar, dass er sich hier nicht selbst würde befreien können, selbst, wenn seine Kräfte dafür genügen würden. Seit dem Moment wird eine Bergung geplant, da der Tierkörper dort irgendwann entfernt werden muss.
Die Menschen fragen uns aber auch, warum wir das Bergegerät, dass zur Verfügung stehen könnte nicht nutzen, um den Wal sofort lebend zu retten. Ich sage dazu klar: Derzeit gibt es keinen Wissenschaftler oder Veterinär, der uns zu solch einem Vorgehen rät, da das Tier beim Versuch, es lebend zu retten, schweren Qualen ausgesetzt würde. Dass es solch einen Versuch überleben würde, ist nach Ansicht aller Experten, die wir dazu befragt haben, unwahrscheinlich.
Dennoch geben wir den Wal nicht auf – bis zum letzten Atemzug. Das habe ich versprochen und dazu stehe ich auch. Wir haben nichts unversucht gelassen, um dem Tier zu helfen und Untersuchungen um und am Wal durchgeführt. Morgen erwarte ich eine aktuelle Expertise nach der Begutachtung aus biologischer und veterinärmedizinischer Sicht. Das Tierwohl und der Tierschutz haben für mich absoluten Vorrang.“



