Toter Wal vor Anholt ist Hope/ Timmy

Nr.148/2026  | 16.05.2026  | LM  | Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt

 

Experten der dänischen Umweltbehörde haben zweifelsfrei festgestellt, dass es sich bei dem vor der Insel Anholt angespülten toten Buckelwal um das Tier handelt, das zuvor in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern festgelegen hat. Letzte Sicherheit hat heute der Fund eines Trackers an dem Wal gegeben. Das Ortungsgerät befindet sich nun im Besitz der dänischen Regierung. Umweltminister Dr. Till Backhaus bedauert, dass der Wal den Rettungsversuch der privaten Initiative nicht dauerhaft überlebt hat:

„Viele Menschen haben großen Anteil an dem Schicksal des Tieres genommen und gehofft, dass es gelingen würde, den Wal wieder in die Freiheit zu entlassen. Deswegen haben sie ihm den Namen Hope – Hoffnung - gegeben. Auch ich habe diese Hoffnung geteilt. Aufgrund der privaten Initiative um Karin Walter-Mommert und Walter Gunz hatte das Tier eine letzte Chance, die Freiheit und die Gesundheit wiederzuerlangen. Auch die Wissenschaftler, die wir zuvor um ihre Expertise gebeten hatten, konnten nicht ausschließen, dass der Wal trotz seines sicher schlechten Gesundheitszustandes überleben könnte. Deswegen hat mein Haus entschieden, den Bergungsversuch zu dulden. Leider hat das Tier seine Chance nicht nutzen können. Es ist mir aber wichtig, zu betonen, dass die Duldung des Rettungsversuchs keine Wissenschaftskritik darstellt. Ich halte es für absolut menschlich, auch die geringste Chance zu nutzen, wenn es um ein Leben geht. Viele Menschen teilen diese Einstellung, denn sie macht uns zu Menschen und unterscheidet uns von seeelenlosen Computern, die Entscheidungen aufgrund von Wahrscheinlichkeitsrechnungen treffen. Wer das kritisieren will, möge das tun. Es ging immer darum abzuwägen, welche Option die schlechteste ist: Den sicheren Tod des Tieres unter Qualen abzuwarten oder ihm eine letzte Chance zu geben und ihn dabei möglichem Stress auszusetzen. Am Ende hat wohl die Natur entschieden. Jetzt gilt es, aus dem Geschehen die bestmöglichen Lehren zu ziehen und unser Handeln in Zukunft danach auszurichten. Der Tod des Wals sollte uns mahnen, Natur, Artenschutz und Klimaschutz noch ernster zunehmen. Denn wir Menschen sind Teil des gesamten Ökosystems. Wir alle sind nur zu Gast auf diesem Planeten. Bedanken möchte ich mich bei der dänischen Umweltbehörde, die uns in diesen schweren Stunden unbürokratisch unterstützt hat, das Schicksal des Wals endgültig zu klären. Es wird nun mit den dänischen Behörden zu klären sein, was weiter mit dem toten Tier geschehen soll. Dazu werden wir auch Gespräche mit der privaten Inititative zur Rettung des Wals führen.“