DNA-Proben Wal: Backhaus äußert sich zur Pressekonferenz von Frau Dr. Tönnies

Nr.231/2026  | 22.07.2026  | LM  | Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt

 

Das Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt Mecklenburg-Vorpommern nimmt zu den heute im Rahmen einer Pressekonferenz in Hamburg vorgestellten Aussagen zu angeblichen DNA-Untersuchungen des Buckelwals Stellung. Zu dieser Pressekonferenz wurde das Ministerium weder eingeladen noch im Vorfeld über die präsentierten Untersuchungsergebnisse oder die zugrunde liegenden Unterlagen informiert. Eine fachliche Prüfung der dort vorgestellten Inhalte ist dem Ministerium nicht möglich.

Die heute vorgestellten Aussagen zu DNA-Untersuchungen nehmen wir zur Kenntnis. Sie werfen neue Fragen auf, beantworten diese jedoch nicht. Für das Ministerium gilt ein klarer Grundsatz: Grundlage behördlicher Bewertungen sind ausschließlich nachvollziehbare, überprüfbare und wissenschaftlich belastbare Erkenntnisse anerkannter Fachinstitutionen. Sollten entsprechende Untersuchungsergebnisse vorliegen, werden wir diese selbstverständlich sorgfältig prüfen.

Unverändert gilt unser bisheriger Sachstand: Der am Buckelwal angebrachte Satellitentracker wurde bei dem vor Anholt gestrandeten Tier wiedergefunden. Größe und Art des Wals, der Tracker sowie die vom Tracker übermittelten Ortungsdaten und der dokumentierte Bewegungsverlauf ergeben aus unserer Sicht weiterhin ein schlüssiges Gesamtbild. Bislang liegen dem Ministerium keine belastbaren wissenschaftlichen Erkenntnisse vor, die diese Einordnung widerlegen.

Gleichzeitig bleibt festzuhalten, dass dem Ministerium bis heute keine weiteren Trackerdaten oder sonstigen Rohdaten der Rettungsinitiative vorgelegt wurden. Die Öffentlichkeit kennt bislang ausschließlich diejenigen Ortungsdaten, die das Ministerium selbst ausgewertet und veröffentlicht hat.

In der Pressekonferenz wurden auch weitergehende Spekulationen geäußert. So wurde unter anderem die These aufgestellt, die untersuchten DNA-Proben könnten sogar von unterschiedlichen Tierarten stammen. Diese Aussagen können wir weder bestätigen noch bewerten.

Minister Dr. Till Backhaus erklärt dazu: „Ich fordere die Verantwortlichen der Rettungsinitiative erneut auf, sämtliche verfügbaren Daten, Proben, Laborberichte und wissenschaftlichen Auswertungen vollständig offenzulegen und den zuständigen Behörden sowie unabhängigen wissenschaftlichen Einrichtungen zur Verfügung zu stellen. Nur wenn alle Informationen transparent auf dem Tisch liegen, können sie unabhängig geprüft und wissenschaftlich bewertet werden. Unser gemeinsames Interesse muss sein, die offenen Fragen rund um das Schicksal des Buckelwals auf Grundlage überprüfbarer Fakten zu beantworten – und nicht auf Grundlage von Vermutungen oder unvollständigen Informationen.“

Den Vorwurf eines Totalversagens der Behörden weisen wir entschieden zurück. „Der Einsatz stellte alle Beteiligten vor eine außergewöhnliche Situation, für die es in Deutschland kaum vergleichbare Erfahrungen gab. Erstmals strandete ein ausgewachsener Buckelwal über Wochen wiederholt in den flachen Küstengewässern der Ostsee und musste unter erheblichem Zeitdruck sowie unter Berücksichtigung tierschutz-, naturschutz- und sicherheitsrechtlicher Vorgaben bewertet werden. Die zuständigen Behörden haben ihre Entscheidungen fortlaufend auf Grundlage der jeweils verfügbaren Erkenntnisse getroffen und dabei nationale und internationale Fachleute einbezogen. Ziel war es stets, schnell, fachlich fundiert und rechtssicher zu handeln. Dass es sich um einen hochkomplexen und dynamischen Einsatz handelte, steht außer Frage. Daraus jedoch ein Behördenversagen abzuleiten, entbehrt jeder Grundlage“, so Backhaus.