Nutztier - Forum 2026: „Wer Tierhaltung will, muss Forschung stärken“

Nr.044/2026  | 26.02.2026  | LM  | Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt

 

Beim Nutztierforum 2026 am Forschungsinstitut für Nutztierbiologie (FBN) in Dummerstorf hat Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Till Backhaus ein klares Bekenntnis zur Zukunft der Nutztierhaltung abgegeben – und zugleich vor ideologischen Debatten gewarnt.

Unter dem Titel „Der Tierhaltung eine Zukunft geben“ diskutieren am 26. und 27. Februar Expertinnen und Experten aktuelle Herausforderungen der tiergerechten Aufzucht von Rindern und Schweinen – von pränatalen Einflüssen über Fütterungsstrategien bis hin zu Zuchtzielen und Tiergesundheit. Auch Bundeslandwirtschaftsminister Rainer überbrachte Grüße und sendete eine Videobotschaft an die Teilnehmenden, in der die Relevanz der Nutztierforschung, vor allem aber auch des Standorts Dummerstorf betonte.

Tierhaltung stärkt Stabilität und Versorgungssicherheit

Backhaus verwies auf die ökonomische Dimension: Tiere und tierische Erzeugnisse erwirtschaften bundesweit 39,3 Milliarden Euro – mehr als die Hälfte des landwirtschaftlichen Produktionswertes. „In einer Welt voller Unsicherheiten können wir es uns nicht leisten, unsere eigene Lebensmittelproduktion leichtfertig zu schwächen. Ernährungssicherheit beginnt im Stall – und sie endet nicht an der Supermarktkasse.“  Mecklenburg-Vorpommern mit seinen modernen und leistungsfähigen Betriebsstrukturen übernehme hierbei eine besondere Verantwortung – und biete zugleich große Chancen für Innovation und nachhaltige Entwicklung.

Nutztierstrategie: Umbau statt Abbau

Mit der Nutztierstrategie Mecklenburg-Vorpommern hat das Land einen klaren Kurs eingeschlagen: Tierhaltung stärken und weiterentwickeln – statt abbauen. „Wir wollen mehr Tierwohl, bessere Haltungsbedingungen und resiliente Systeme. Aber wir wollen keine Politik, die Betriebe in die Knie zwingt und Produktion ins Ausland verlagert.“ Backhaus betonte, dass Klimaschutz, Tierwohl und Wirtschaftlichkeit zusammen gedacht werden müssten. Der Umbau der Tierhaltung soll planbar, praxisnah und wettbewerbsfähig gestaltet werden. So bleiben Wertschöpfung und Know-how in der Region – und zugleich werden hohe Standards bei Tierwohl und Umwelt gesichert.

Forschung als Schlüssel zur Akzeptanz

Der Minister unterstrich die herausragende Rolle des FBN in Dummerstorf: „Ohne wissenschaftlich fundierte Lösungen wird es keine gesellschaftliche Akzeptanz geben. Das FBN forscht vom Tier her – und genau das brauchen wir: Wissen statt Schlagworte.“

Bund und Land investieren seit Jahren erhebliche Mittel in den Standort. Allein die baulichen Investitionen belaufen sich auf rund 45 Millionen Euro; hinzu kommen jährliche Haushaltsmittel von rund 22 Millionen Euro. Backhaus machte deutlich: „Wer Tierhaltung weiterentwickeln will, muss in Forschung investieren – in Innovation, Wissen und tragfähige Lösungen.“

FBN-Vorstand Prof. Klaus Wimmers ergänzt: „Die tiergerechte Aufzucht von Kälbern und Ferkeln ist ein zentrales, wissenschaftlich belegtes Fundament für gesunde, leistungsfähige und resilientere Tiere. Beim Nutztier-Forum 2026 bündeln wir Erkenntnisse aus vorgeburtlichen Einflüssen, Fütterungsstrategien, Zuchtplanung und tiergerechter Praxis, um gemeinsam praktikable Wege zu entwickeln, die Tierwohl, Gesundheit und nachhaltige Produktion verbinden. Die Forschung am FBN liefert dafür evidenzbasierte Antworten – für eine zukunftsorientierte Nutztierhaltung.“

Tiergerechte Aufzucht: Fundament der Zukunft

Im Mittelpunkt des Forums steht die tiergerechte Aufzucht von Rindern und Schweinen. Gerade in der sensibelsten Lebensphase würden Gesundheit, Leistungsfähigkeit und Resilienz geprägt. „Tiergerechtheit heißt, das Tier ernst zu nehmen – biologisch, physisch und ethisch. Das ist kein Gegensatz zur Wirtschaftlichkeit. Es ist die Voraussetzung für langfristigen Erfolg.“ Abschließend stellte Backhaus klar: „Wir brauchen eine sachliche Debatte über Tierhaltung – keine ideologischen Scheuklappen. Mecklenburg-Vorpommern steht für eine moderne, verantwortungsvolle und wirtschaftlich tragfähige Nutztierhaltung. Und wir werden alles dafür tun, dass sie auch in Zukunft eine Perspektive hat.“