Backhaus: In MV entsteht der modernste Geflügelschlachthof Europas
In Severin bei Domsühl entsteht der modernste Geflügelschlachthof Europas. Die Mecklenburger Landpute investiert rund 23 Millionen Euro in eine neue Bio-Geflügelschlachtstätte. Rund 6,7 Millionen Euro steuern Land und Bund bei. Möglich wird die Förderung durch eine Ende 2025 auf Initiative Mecklenburg-Vorpommerns erreichte Erweiterung der Förderbedingungen für mittelgroße Schlachtunternehmen.
„Wir bauen hier den modernsten Geflügelschlachthof Europas. Das ist ein starkes Bekenntnis zur Tierhaltung, zur Ernährungswirtschaft und zum Standort Mecklenburg-Vorpommern. Wir wollen nicht nur hochwertige landwirtschaftliche Produkte erzeugen. Wir wollen sie auch hier verarbeiten und veredeln. Denn genau dort entsteht zusätzliche Wertschöpfung, die wir im Land halten wollen“, sagte Backhaus.
Backhaus setzte Erweiterung der Förderung durch
Dass die Investition heute gefördert werden kann, ist Ergebnis einer Initiative Mecklenburg-Vorpommerns. Ende 2025 wurde im PLANAK erreicht, dass künftig auch Investitionen in Schlachtstätten mittelgroßer Unternehmen gefördert werden können. Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus hatte sich dafür zuvor auf Bundesebene eingesetzt und die Erweiterung der Fördermöglichkeiten maßgeblich vorangetrieben. Nur rund neun Monate später kann Mecklenburg-Vorpommern diese neue Möglichkeit erstmals konkret nutzen.
Backhaus: „Dafür habe ich auf Bundesebene intensiv verhandelt. Mir ging es darum, eine ganz konkrete Investitionshürde aus dem Weg zu räumen. Denn wir brauchen Unternehmen, die hier investieren, verarbeiten und veredeln. Ende 2025 haben wir die Fördermöglichkeiten für mittelgroße Schlachtunternehmen erweitert – und heute sehen wir, was daraus entsteht: eine Investition von 23 Millionen Euro in einen der modernsten Verarbeitungsstandorte Europas. Das ist aktive Wirtschaftspolitik für Mecklenburg-Vorpommern.“
Der Zuwendungsbescheid sieht einen Zuschuss von rund 6,7 Millionen Euro vor. Die Förderung erfolgt aus Landesmitteln unter finanzieller Beteiligung des Bundes im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“.
Nahezu doppelte Kapazität – mehr Veredlung in MV
Mit dem Neubau wächst die Schlachtkapazität von derzeit rund 3.900 Tonnen auf 7.488 Tonnen pro Jahr – ein Zuwachs um mehr als 90 Prozent. Damit wird die Verarbeitung und Veredlung von Bio-Geflügel in Mecklenburg-Vorpommern erheblich ausgebaut. Das Unternehmen beschäftigt derzeit 295 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter; die Investition soll die bestehenden Arbeitsplätze sichern und zusätzliche Beschäftigung schaffen.
Backhaus: „Das ist genau die Entwicklung, die ich für Mecklenburg-Vorpommern will: mehr von dem, was unsere Landwirtschaft erzeugt, auch hier verarbeiten und veredeln. Das sichert Absatzmöglichkeiten für die Landwirtschaft, stärkt unsere Ernährungswirtschaft und hält Einkommen und Arbeitsplätze im ländlichen Raum.“
Investition in Tierwohl und modernste Technik
Der Neubau bedeutet zugleich einen Technologiesprung. Vorgesehen sind unter anderem eine CO₂-Betäubung, moderne Kühl- und Hygienetechnik, energieeffiziente Anlagen und optimierte Produktionsabläufe. Schlachtnebenprodukte sollen zu Bio-Proteinen und Bio-Fetten weiterverarbeitet werden. Dadurch werden Ressourcen besser genutzt und Kreisläufe geschlossen.
Die Mecklenburger Landpute deckt bereits heute einen großen Teil der Wertschöpfungskette von der Aufzuchtbegleitung über Schlachtung und Verarbeitung bis zu Lagerung und Vermarktung ab. Das 1990 gegründete Unternehmen verarbeitet inzwischen rund 70 Tonnen Geflügel pro Woche und vermarktet seine Produkte deutschlandweit.
„Wir wollen Tierhaltung in Mecklenburg-Vorpommern. Aber Tierhaltung braucht Verarbeitung. Landwirtschaft endet nicht am Hoftor. Mit diesem Neubau verbinden wir moderne Tierhaltung, Tierwohl und leistungsfähige Verarbeitung mit einem klaren wirtschaftspolitischen Ziel: Wertschöpfung bleibt in Mecklenburg-Vorpommern. Genau solche Investitionen brauchen wir für starke ländliche Räume.“
Der Neubau soll nach derzeitiger Planung bis Oktober 2027 in Betrieb genommen werden.



