Ministerpräsidentin Schwesig zeichnet Birgit Waniorek als Frau des Jahres aus

Nr.49/2026  | 06.03.2026  | MPin  | Ministerpräsidentin

Auf ihrem Empfang zum Internationalen Frauentag hat Ministerpräsidentin Manuela Schwesig Birgit Waniorek als Frau des Jahres ausgezeichnet: „Frauen wie Birgit Waniorek begleiten das Ehrenamt in unseren Vereinen, in unserer Zivilgesellschaft, in unseren Kommunen. Ich sage ganz herzlichen Dank und herzlichen Glückwunsch zur Frau des Jahres!“

Die Ministerin für Justiz, Gleichstellung und Verbraucherschutz Jacqueline Bernhardt hielt die Laudatio für die Frau des Jahres: „Birgit Waniorek lebt das Ehrenamt. Beim ASB Regionalverband Süd-West-Mecklenburg bildet sie Sanitäterinnen und Sanitäter aus. Vor allem setzt sie sich dafür ein, mehr Frauen für das Ehrenamt und für die Leitungsebene im Rettungsdienst und Katastrophenschutz zu motivieren. Denn Frauen wie Birgit Waniorek haben den besonderen Blick und achten darauf, dass die Einsatzkräfte die psychosoziale Gesundheit und Selbstfürsorge pflegen. Sie hat eine besondere Gabe, Frauen selbst für den Umgang mit technischen Geräten wie Kettensägen zu begeistern. Birgit Waniorek engagiert sich außerdem für Toleranz, Integration und Naturschutz. Ihr gesamtes haupt- und ehrenamtliches Engagement zeugt von einer aktiven Demokratin, die für eine gleichberechtigte Gemeinschaft eintritt. Sie ist eine würdige Preisträgerin 2026. Herzlichen Glückwunsch zur Frau des Jahres“, so Gleichstellungsministerin Jacqueline Bernhardt.

Die Ministerpräsidentin betonte in ihrer Rede: „Wir treffen uns hier alle, um die Gleichstellung von Frauen und Männern voranzubringen. Wir kämpfen für unsere Forderungen, was zur Gleichstellung noch fehlt. Wir sind stolz auf das, was die Frauenbewegung erreicht hat, und stolz auf die Frauen in unserem Land.“ Sie machte in ihrer Rede außerdem auf das Engagement von Frauen in der Kommunalpolitik aufmerksam: „Für Frauen, gerade wenn sie Verantwortung für eine Familie haben, ist es nicht leicht, sich Zeit für ein kommunalpolitisches Ehrenamt zu nehmen. Zu den Anfeindungen, die Kommunalpolitikerinnen und Kommunalpolitiker heute überall erleben, kommt die Geringschätzung, die immer noch Frauen entgegengebracht wird, die sich politisch engagieren. Dabei ist die Perspektive von Frauen in der Politik so wichtig!“. Es gäbe immer noch viel zu wenig Frauen in der Kommunalpolitik. Alle Bürgermeisterinnen, alle Stadt- und Gemeinderätinnen hätten an diesem Internationalen Frauentag Respekt und einen Applaus verdient.

Das Thema wurde auch in einer Talkrunde vertieft, bei der die Heringsdorfer Bürgermeisterin Dr. Laura-Isabelle Marisken, die Lübtheener Bürgermeisterin Ute Lindenau, die Schwaaner Stadtpräsidentin Christine Hirsch zu Wort kamen. Als besonderen Gast zu dieser Runde begrüßte sie Elke Büdenbender, die Schirmherrin der internationalen Bürgermeisterinnenkonferenz der Länder Deutschland, Österreich und Schweiz ist.

Ministerpräsidentin Manuela Schwesig verwies auf das in dieser Wahlperiode Erreichte, wie die Etablierung des Internationalen Frauentages als zusätzlichen Feiertag in MV, die Stärkung des Hilfenetzwerkes und die Novelle des Sicherheits- und Ordnungsgesetzes, welche den Schwerpunkt auf wirksame Maßnahmen gegen häusliche Gewalt und einen verbesserten Schutz der Opfer gelegt hatte. Nach dem Weltmädchenbericht von Plan International hätten etwa 70 Prozent der Mädchen und Frauen im Netz Gewalt im weiteren Sinne erfahren. „Daher finde ich es so wichtig, dass die Plattformen endlich für wirksame Alterskontrollen und jugendgerechte Angebote sorgen. Das Netz darf kein rechtsfreier Raum sein. Hass und Hetze haben dort ebenso wenig zu suchen wie Anstiftungen zum Hungern. Solange das nicht verlässlich geregelt ist, halte ich ein Social-Media-Verbot bis 14 Jahre für richtig. Für 14 bis 16-Jährige braucht es jugendgerechte Angebote“, sagte sie.

Die Regierungschefin weiter: „Zuletzt haben wir das gleichstellungspolitische Rahmenprogramm im Kabinett beschlossen. Das gleichstellungspolitische Rahmenprogramm nimmt die Situation von Frauen im Laufe ihres gesamten Lebens in den Blick. Von der Erziehung in den Schulen über Ausbildung und Arbeitswelt bis zur Absicherung im Alter sagt unser Grundgesetz nicht nur: Frauen sind gleichberechtigt. Es sagt auch: Der Staat hat die Aufgabe, die tatsächliche Gleichstellung aktiv voranzubringen. Gleichstellung ist ein Handlungsauftrag, weiterhin. Die strategische Grundlage dafür, auch für die nächsten Jahre, ist unser gleichstellungspolitisches Rahmenprogramm.“ Sie danke allen, die sich an der Erarbeitung beteiligt hätten für Anregungen und Kritik. Das Gleichstellungspolitische Rahmenprogramm Mecklenburg-Vorpommern wurde unter breiter Beteiligung der Zivilgesellschaft erarbeitet. Es beschreibt gleichstellungspolitische Grundsätze und legt konkrete Maßnahmen fest.