Ukraine-Zusammenarbeit
Nach dem völkerrechtswidrigen Überfall Russlands auf die Ukraine im Februar 2022 unterstützte Mecklenburg-Vorpommern das angegriffene Land zunächst mit humanitären Hilfstransporten.
Im Januar 2024 schloss die Landesregierung dann eine Regionalpartnerschaft mit der ukrainischen Region Tschernihiw. Seitdem konzentrieren sich die Aktivitäten des Landes in der Ukraine auf die Partnerregion.
Hilfstransporte für die Ukraine ab 2022
Insgesamt 14 humanitäre Transporte in die Ukraine unterstützte die Landesregierung zwischen 2022 und 2024. Die Transporte wurden in Zusammenarbeit mit verschiedenen zivilgesellschaftlichen Organisationen durchgeführt (u. a. SIČ e. V. und NordHaus e. V.). Die Hilfsgüter gingen in verschiedene Regionen der Ukraine (Lwiw, Charkiw, Poltawa und Tschernihiw). Geliefert wurden unter anderem Schulmöbel, Laptops für Bildungseinrichtungen, Stromgeneratoren, Impfzubehör und Krankenhausbetten. Den bisher letzten Transport organisierte das Deutsche Rote Kreuz Nordwestmecklenburg im Dezember 2024 von Grevesmühlen nach Itschnja. Weitere Transporte sind geplant, Priorität hat aber seit Januar 2024 die Entwicklung der Regionalpartnerschaft.
Regionalpartnerschaft mit Tschernihiw ab 2024
Seit Januar 2024 verbindet eine Regionalpartnerschaft Mecklenburg-Vorpommern mit der ukrainischen Oblast Tschernihiw. Die nordöstlich von Kyjiw gelegene Region ähnelt MV in vielerlei Hinsicht.
Ziel des Partnerschaftsabkommens ist eine langfristige Zusammenarbeit auf Augenhöhe in verschiedensten Bereichen, unter anderem Bildung und Wissenschaft, Wirtschaft, erneuerbare Energien, Landwirtschaft, Verwaltung und irgendwann hoffentlich auch Tourismus. Ziel ist ebenfalls die Einbeziehung verschiedenster Akteure wie Hochschulen, Zivilgesellschaft und Kommunen.
Aktuell dienen viele Projekte der Abmilderung von Kriegsfolgen in der Partnerregion. Aber die Kooperation ist langfristig angelegt und kann für beide Seiten Vorteile bringen. Die beiden Regionen ähneln sich stark, deshalb gibt es viele gemeinsame Themen und geteilte Herausforderungen.
Das Land Mecklenburg-Vorpommern setzt jährlich 100.000 Euro zur Entwicklung der Regionalpartnerschaft ein. Mit diesen Geldern werden verschiedene Projekte realisiert: Transporte von Hilfsgütern, „Ferien vom Krieg“ für Kinder und Jugendliche aus der Partnerregion in Mecklenburg-Vorpommern, die Digitalisierung durch den Krieg gefährdeter Kunstschätze in Tschernihiw, Online-Workshops der Universität Greifswald in Trauma-Psychotherapie für medizinisches Personal in Tschernihiw und weitere Projekte.
Im Jahr 2024 besuchten sowohl Ministerpräsidentin Manuela Schwesig als auch Europaministerin Bettina Martin die Partnerregion. An den Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit in Schwerin 2024 nahm auch eine Delegation aus Tschernihiw teil.
Im Jahr 2024 flossen zusätzlich 250.000 Euro an die Partnerregion. Von diesem Geld werden dort in fünf Kindergärten und Grundschulen Schutzräume instandgesetzt, damit die Kinder sicher vor Raketen- und Drohnenangriffen sind.
Im Juni 2025 hat die Stadt Grevesmühlen als erste Kommune in Mecklenburg-Vorpommern mit einem Memorandum die Grundlage für eine Zusammenarbeit mit der Stadt Itschnja in der Region Tschernihiw geschaffen. Während in Mecklenburg-Vorpommern auch die Hansestädte Greifswald und Wismar über partnerschaftliche Beziehungen zu ukrainischen Städten verfügen, ist dies die erste Kommunalpartnerschaft im Rahmen der Regionalpartnerschaft (und gleichzeitig die 250. deutsch-ukrainische kommunale Partnerschaft).
Schlaglichter der Ukraine-Zusammenarbeit

Die Landesregierung beschließt im Januar 2024 eine Regionalpartnerschaft mit der Oblast Tschernihiw.
© Staatskanzlei MV

Europaministerin Martin gedenkt im Rahmen ihres Besuchs der Region Tschernihiw im Mai 2024 der Opfer des Massakers von Korjukiwka am Mahnmal in der Stadt.
© WKM

Zusammenarbeit der Hochschulen: Europaministerin Martin traf in Begleitung des Gouverneurs der Oblast Tschernihiw, Vyacheslav Chaus, alle Hochschulleitungen der Region, um vielfältige Kooperationen in Forschung und Lehre anzubahnen.
© Rita Gerlach-March

Ort des Schreckens: Ministerpräsidentin Schwesig besuchte im Rahmen ihrer Tschernihiw-Reise als Bundesratspräsidentin im Juni 2024 das Dorf Jahidne, wo russische Soldaten hunderte Dorfbewohner wochenlang im Keller der Schule unter schlimmsten Bedingungen gefangen hielten.
© Staatskanzlei MV

Im Sommer 2024 genossen über 40 Kinder im Alter zwischen 9 und 12 Jahren aus der Oblast Tschernihiw „Ferien vom Krieg“ in Wismar; der Projektträger, das Deutsch-Ukrainische Zentrum Rostock e.V., wurde unterstützt von Gerhard Bley und der Kommunalverwaltung Korjukiwka.
© Gerhard Bley

Ministerpräsidentin Manuela Schwesig begrüßt zum Tag der Deutschen Einheit Kostyantin Mehem, den Ersten Stellvertreter des Gouverneurs der Staatlichen Regionalverwaltung von Tschernihiw.
© Staatskanzlei MV

Auf dem Weg in die Stadt Itschnja in der Region Tschernihiw: Krankenhausbetten bereitgestellt vom Deutschen Roten Kreuz Nordwestmecklenburg. Den Transport finanzierte das WKM.
© DRK NWM

Eröffnung der Ausstellung „Das Massaker von Korjukiwka – ein Verbrechen zweier totalitärer Regime“ im Dokumentationszentrum des Landes für die Opfer der Diktaturen in Deutschland (Schwerin) durch Kateryna Onyshchuk vom Historischen Museum Korjukiwka. Kooperation der Landeszentrale für politische Bildung MV.
© Rita Gerlach-March

Ferien vom Krieg: Im Sommer 2025 finanzierte das WKM den Erholungsaufenthalt von 30 Jugendlichen im Alter von 13 bis 15 Jahren aus Tschernihiw in MV – am 4. Juni traf Ministerin Bettina Martin die Gruppe zum Gespräch in Schwerin. Projektträger war das Landesjugendwerk AWO MV e.V. unterstützt vom Verein Europe Prykhystok und der Regionalen Militärverwaltung Tschernihiw.
© Rita Gerlach-March

Europaministerin Bettina Martin hat am 19. Juni 2025 eine Delegation aus der ukrainischen Stadt Itschnja und Vertreterinnen und Vertreter aus der Stadt Grevesmühlen empfangen. Einen Monat zuvor hatten beide Städte in Itschnja ein Memorandum über ihre Zusammenarbeit unterzeichnet.
© Christian Moeller
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