Antisemitismusbeauftragter zu den Pogromen am 9. November 1938
Der Beauftragte für jüdisches Leben und gegen Antisemitismus in Mecklenburg-Vorpommern, Nikolaus Voss, hat anlässlich des Gedenkens an die Pogrome des 9. November 1938 gegen Jüdinnen und Juden dazu aufgerufen, schonungslos, mit einer klaren Haltung und größtmöglicher Zivilcourage allen antisemitischen Tendenzen zu begegnen, welche antijüdische Ressentiments und verbalen Entgleisungen wieder zunehmend zu einer neuen Salonfähigkeit verhelfen.
„Ich beobachte mit wachsender Sorge, dass das hohe Gut des Demonstrationsrechts in der aktuellen politischen Auseinandersetzung um den Krieg in der Ukraine und steigende Lebenshaltungskosten von einigen missbraucht wird, um antisemitische Verschwörungsmythen zu kultivieren und gesellschaftsfähig zu machen. Alle Demokratinnen und Demokraten müssen sich diesen Versuchen konsequent in den Weg stellen", sagte Voss.
Die entsetzlichen Brandschatzungsaktionen am 9. November 1938, die von großen Teilen der deutschen Bevölkerung johlend mit Beifall bedacht oder schweigend-wegsehend toleriert wurden, waren der vorläufige fürchterliche Höhepunkt einer seit der Machtübernahme der Nazis anhaltenden Spirale der Entrechtung und Ausgrenzung der Jüdinnen und Juden in Deutschland. Der 9. November 1938 war der fanalhafte Beginn für den geschichtlich beispiellosen und systematischen Völkermord an den europäischen Jüdinnen und Juden.
„Ich begrüße es daher ausdrücklich, dass der Landtag Mecklenburg-Vorpommern an diesem Tag nicht nur mit einer Gedenkstunde an diese schrecklichen Pogrome erinnert, sondern mit einem interfraktionellen Antrag auch ein Zeichen des Handelns setzen wird, damit alles getan wird, dass diese Ereignisse sich nicht wiederholen", so Voss weiter.



