DIA.MV verzeichnet erneut Anstieg antisemitischer Vorfälle
Martin: Dokumentationsstelle leistet unverzichtbare Arbeit gegen Antisemitismus
Die Dokumentations- und Informationsstelle Antisemitismus in Mecklenburg-Vorpommern (DIA.MV) hat im vergangenen Jahr deutlich mehr antisemitische Vorfälle registriert als im Vorjahr. Insgesamt wurden DIA.MV 124 antisemitische Vorfälle bekannt. Das sind 35 Prozent mehr als 2024. Das geht aus dem am Dienstag vorgestellten Jahresbericht von DIA.MV hervor.
Kulturministerin Bettina Martin nannte diese Entwicklung besorgniserregend und äußerte ein klares Bekenntnis gegen jede Form von Antisemitismus. „Der Kampf gegen Antisemitismus ist eine tägliche Aufgabe. Diese menschenverachtende Ideologie darf in unserer Gesellschaft keinen Platz haben“, sagte Ministerin Martin. „Ich bin der Dokumentationsstelle sehr dankbar für ihre Arbeit. Nur wer genau hinschaut und antisemitische Strömungen und Vorfälle dokumentiert, kann sie erfolgreich bekämpfen. Damit leistet DIA.MV eine unverzichtbare Arbeit gegen Antisemitismus.“
Ministerin Martin machte gleichzeitig deutlich, dass der Schutz jüdischer Menschen und ihrer Einrichtungen für die Landesregierung eine vorrangige Verpflichtung ist. Der Landtag hatte im Januar 2025 den Schutz und die Förderung jüdischen Lebens in die Landesverfassung aufgenommen. „Die Landesregierung setzt diesen Verfassungsauftrag konsequent um“, sagte Martin. „Mir macht in besonderen Maße Sorge, dass sich Antisemitismus zunehmend in der Mitte der Gesellschaft – also am Arbeitsplatz, in öffentlichen Verkehrsmitteln, in der Schule, im gesamten öffentlichen Raum – ausbreitet.“
Mit dem Landesaktionsplan gegen Antisemitismus, den die Landesregierung im November 2024 beschlossen hatte, werden konkrete Maßnahmen ergriffen, um Antisemitismus vorzubeugen und zu bekämpfen. So wurde im vergangenen Jahr eine Handreichung für Lehrkräfte der Grundschulen und Orientierungsstufen veröffentlicht. Gemeinsam mit der Jüdischen Gemeinde Rostock wurden die Baumaßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit an der dortigen Synagoge abgeschlossen.
DIA.MV dokumentiert antisemitische Vorfälle unabhängig von der strafrechtlichen Relevanz oder der Schwere der Tat. Sie ist eine zivilgesellschaftliche Meldestelle und verfolgt das Ziel, Antisemitismus in allen seinen Erscheinungsformen zu dokumentieren. Gleichzeitig bietet DIA.MV Betroffenen auch Hilfe und Beratung. Darüber hinaus bereitet DIA.MV derzeit eine Wanderausstellung zum Thema Antisemitismus vor, die ab September in Schulen und öffentlichen Räumen gezeigt wird. Die Dokumentationsstelle gibt es seit 2021.
DIA.MV wird seit ihrer Gründung durch das Land aus Mitteln des ESF Plus-Programms gefördert. Die Fördersumme beträgt in diesem Jahr rund 190.000 Euro (2025: ca. 185.000 Euro).
Weitere Informationen erhalten sie auf der Webseite von DIA.MV:



