Pflegesymposium an der Unimedizin Greifswald: „Pflege braucht Kompetenz – und den Mut, Verantwortung zu übernehmen“
Pflege ist mehr als die Umsetzung ärztlicher Anordnungen: Sie ist eine eigenständige Profession mit eigener Expertise und wachsender Verantwortung. Das betonte Gesundheits-Staatssekretärin Sylvia Grimm beim Pflegesymposium der Universitätsmedizin Greifswald, das in diesem Jahr gemeinsam mit der Universitätsmedizin Rostock ausgerichtet wurde. Unter dem Motto „Kompetenz trifft Haltung“ kamen Fachleute aus Wissenschaft, Lehre und Praxis zusammen, um sich über aktuelle Entwicklungen auszutauschen und neue Netzwerke zu knüpfen.
„Eine starke Pflege braucht nicht nur qualifizierte Fachkräfte, sondern auch mehr Möglichkeiten, ihre Kompetenz einzubringen und Verantwortung zu übernehmen. Wer pflegt, muss auch mitentscheiden können. Genau dahin muss sich die Pflegeprofession weiterentwickeln“, sagte Grimm.
Die Universitätsmedizin Greifswald (UMG) leiste dazu einen wichtigen Beitrag. Seit dem Wintersemester 2021/22 bietet die Universität den Bachelorstudiengang „Klinische Pflegewissenschaft“ an, der einen akademischen Abschluss und die Berufsqualifikation als Pflegefachfrau beziehungsweise Pflegefachmann verbindet. 51 Studierende haben sich zuletzt für den Studiengang eingeschrieben – mehr als doppelt so viele wie im ersten Jahrgang. Darüber hinaus bietet die UMG zahlreiche staatlich anerkannte Weiterbildungen an, unter anderem in Intensivpflege und Anästhesie sowie seit Herbst 2025 auch in der Onkologie.
„Wir brauchen attraktive Bildungswege, wenn wir junge Menschen für den Pflegeberuf gewinnen und ihnen langfristige Perspektiven eröffnen wollen. Akademische Ausbildung, spezialisierte Weiterbildungen und neue Rollen in der Versorgung machen Pflege anspruchsvoller – und zugleich attraktiver“, so Grimm.
Mit Blick auf die anstehenden Veränderungen in der Pflege verwies die Staatssekretärin auch auf die geplante Pflegefachassistenzausbildung in Mecklenburg-Vorpommern. Das Land arbeite derzeit an der entsprechenden Umsetzungsverordnung. Ein klareres Rollenverständnis zwischen den unterschiedlichen Qualifikationsniveaus könne die Zusammenarbeit verbessern und damit auch die Versorgung stärken.
„Die Herausforderungen sind groß: Der Pflegebedarf steigt, gleichzeitig fehlen Fachkräfte. Wir werden diese Herausforderungen nicht lösen, indem wir Pflege nur verwalten. Wir müssen Kompetenzen weiterentwickeln, Verantwortung neu verteilen und gute Ideen schneller in die Praxis bringen“, sagte Grimm.
Das gemeinsame Pflegesymposium der Universitätsmedizin Greifswald und der Universitätsmedizin Rostock bot dafür ein breites Forum. Neben Fachvorträgen und Diskussionsformaten richteten sich Sessions gezielt an pflegepädagogische Expertinnen und Experten, Praxisanleitende, Lehrende in den Gesundheitsberufen sowie junge Pflegefachpersonen.



