Forsa-Befragung in Mecklenburg-Vorpommern: Menschen im Nordosten bevorzugen spezialisierte Krankenhäuser
Die Menschen in Mecklenburg-Vorpommern unterstützen die Spezialisierung der Krankenhauslandschaft. Wenn es um die Behandlung einer aufwändigen Erkrankung geht, würden 88 Prozent der Menschen in unserem Bundesland lieber in eine weit entfernte Spezialklinik reisen, als das nächstgelegene Krankenhaus zu nutzen. Der Personenanteil wird unter den Menschen, die in Haushalten mit mehreren Personen leben noch größer: In Partnerschaften oder Mehrfamilienhaushalten lebende Befragte gaben zu 90 beziehungsweise 91 Prozent an, lieber eine spezialisierte Einrichtung zu wählen. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Forsa-Befragung im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK).
„Damit die Menschen in unserem Bundesland von der bestmöglichen Versorgung profitieren, braucht es klare und bundesweit einheitliche Standards. Die optimale Versorgung der Menschen in M-V muss bei der Krankenhausplanung das Ziel sein.“ erklärt Manon Austenat-Wied, Leiterin der TK-Landesvertretung Mecklenburg-Vorpommern.
„Unser Ziel ist es, gemeinsam mit allen Akteuren im Gesundheitssystem, weiter an einer guten Versorgung zu arbeiten. Dazu gehört aus Sicht der Landesregierung, die Qualität der medizinischen Versorgung zu stärken, medizinische Leistungen sinnvoll zu konzentrieren und gleichzeitig eine verlässliche und wohnortnahe Krankenhausstruktur zu sichern“, betont Gesundheitsministerin Stefanie Drese.
Krankenhausreform wird positiv bewertet
Die Krankenhausreform sieht vor, dass komplizierte Behandlungen nur noch in dafür spezialisierten Kliniken durchgeführt werden, 80 Prozent der Befragten bewerten dieses Anliegen positiv. Gleichzeitig zeigen die Befragungsergebnisse, dass der tatsächliche stationäre Versorgungsbedarf geringer ist als erwartet: In den letzten zwölf Monaten waren 86 Prozent der Befragten überhaupt nicht im Krankenhaus, lediglich zehn Prozent wurden ein- bis zweimal stationär behandelt und nur zwei Prozent drei- bis fünfmal. Positiv: Wer in den vergangenen drei Jahren ein Krankenhaus aufsuchte, war überwiegend zufrieden: 89 Prozent bewerteten die Behandlung als sehr gut bis eher gut.
„Dieses Ergebnis zeigt: Wir müssen die Krankenhauslandschaft stärker an den tatsächlichen Bedarfen der Menschen ausrichten. Dabei ist die Expertise von Krankenkassen ein wichtiges Instrument, um die bestmögliche Weichenstellung für eine langfristige Versorgung der Menschen in unserem Bundesland zu treffen“, so Austenat-Wied.
Drese hob hervor: „Die Krankenhausreform muss zwei Hauptziele verbinden: die Behandlungsqualität steigern und die wohnortnahe Versorgung sichern. Deshalb ist es wichtig, dass die Länder und nicht der Bund für die Krankenhausplanung verantwortlich bleiben und die gerade im Ost-West-Vergleich sehr unterschiedliche länderspezifische Situation berücksichtigt wird. Wir brauchen spezialisierte Zentren und eine gut erreichbare Grundversorgung.“
Gesundheitspolitik auch bei der Landtagswahl im Fokus
Für 94 Prozent der Menschen in Mecklenburg-Vorpommern ist die Gesundheitspolitik ein wichtiges Kriterium für ihre Wahlentscheidung bei der bevorstehenden Landtagswahl. Weiterhin gaben die Befragten an, dass die Arbeits- und Wirtschaftspolitik (91 Prozent), Bildungspolitik (91 Prozent) und Sozial- und Familienpolitik (88 Prozent) für ihre persönliche Wahlentscheidung sehr wichtig bzw. wichtig ist.
„Die klare Botschaft: Die Bürgerinnen und Bürger beobachten ganz genau, welche gesundheitspolitischen Entscheidungen vor der Landtagswahl getroffen werden. Unser gemeinsames Ziel muss eine verlässliche und qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung im gesamten Land sein“, betont Manon Austenat-Wied, Leiterin der TK-Landesvertretung Mecklenburg-Vorpommern.
„Dafür braucht es auch den Mut für Veränderungen und die bessere Verzahnung von stationären und ambulanten Angeboten“, ergänzt Drese. „Ein Beispiel ist die Etablierung von sektorenübergreifenden Versorgungseinrichtungen. Diese verbinden an einem Standort die wohnortnahe stationäre Basisversorgung mit ambulanten, pflegerischen Leistungen und können insbesondere in ländlichen Regionen die Krankenhaus-Grundversorgung sichern“, so die Ministerin.
Hinweis für die Redaktion
Für die repräsentative telefonische Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse befragte das Meinungsforschungsinstitut forsa im Februar 2026 insgesamt 1.002 Personen ab 18 Jahren bevölkerungsrepräsentativ für das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern.



