Fünf Jahre mobile Krebsberatung in MV: Netzwerk für Betroffene wächst

Nr.121  | 02.06.2026  | SM  | Ministerium für Soziales, Gesundheit und Sport

Eine Krebserkrankung und deren Behandlung sind für Betroffene oftmals nicht nur körperlich eine große Herausforderung, sondern auch eine besondere seelische Belastung. „Wenn es sich anfühlt, als würde einem von einer Minute zur nächsten der Boden unter den Füßen weggezogen, dann ist eine verlässliche, einfühlsame und professionelle Hilfe das A und O“, erklärte Gesundheitsministerin Stefanie Drese anlässlich des fünften Jubiläums der mobilen Krebsberatung in Mecklenburg-Vorpommern heute in Schwerin.

So zeigten wissenschaftliche Studien, dass zwischen 33 und 60 Prozent der jeweils untersuchten Krebserkrankten unter hoher psychosozialer Belastung leiden. „Mit dieser Diagnose soll keiner allein bleiben. Ich freue mich deshalb wirklich sehr, dass sich die mobile Krebsberatung unter Trägerschaft unserer Krebsgesellschaft MV seit ihrer Gründung hervorragend entwickelt hat, das Angebot bekannter geworden und zuletzt sogar deutlich ausgebaut worden ist“, so die Ministerin weiter.

So finden Betroffene nicht nur an den drei festen Standorten in Rostock, Greifswald und Parchim Hilfe beim Umgang mit der Erkrankung, bei der Wiederherstellung des psychischen Gleichgewichts, und bei der Bewältigung des Alltages. „Stattdessen soll das Angebot noch im Jahr 2026 auf bis zu 11 zusätzliche Außenstellen in Ribnitz-Damgarten, Schwerin, Güstrow, Waren, Wismar, Stralsund, Anklam, Neubrandenburg, Pasewalk, Usedom und neu auch in Wismar und Bergen auf Rügen anwachsen“, hob Drese hervor.

Damit soll sichergestellt werden, dass die Betroffenen einen niedrigschwelligen, möglichst wohnortnahen und kostenfreien Zugang zur Beratung erhalten. „Und dass dieses Angebot angenommen wird, zeigt die fantastische Entwicklung. Sind wir 2021 noch mit 263 Beratungen im Jahr gestartet, waren es 2023 bereits 3.323 und nunmehr schon 5.184 Beratungen im vergangenen Jahr. Zahlen die zeigen, wie sehr die Arbeit der Krebsgesellschaft und der Teams bestehend aus Psychologinnen und Sozialpädagoginnen geschätzt wird“, unterstrich die Ministerin. Zu rund 90 Prozent werde die Beratung dabei auch vor Ort wahrgenommen, nur rund 10 Prozent finden im telefonischen Kontakt statt.

Aufgebaut wurde dieses Angebot im Auftrag des Gesundheitsministeriums, das das Projekt auch in diesem Jahr mit einer Förderung in Höhe von knapp 110.000 Euro unterstützt. „Das ist gut angelegtes Geld denn hinter jeder einzelnen Beratung steht ein Mensch, der in einer der vermutlich schwierigsten Phasen seines oder ihres Lebens unkompliziert Hilfe bekommt, Halt und Orientierung gewinnt und hoffentlich auch ein wenig Zuversicht“, erklärte Drese.

Drese dankte der Krebsgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihr großes Engagement in den vergangenen fünf Jahren. „Trotz oftmals langer Fahrtwege sorgen Sie dafür, dass Angst der Hoffnung weicht. Das ist für viele Betroffene ein wesentlicher Aspekt für eine Genesung.“