„Leben retten kann wirklich jeder“: Drese unterstützt Weltrekordversuch im Wiederbeleben in Schwerin
In Schwerin hat heute ein außergewöhnlicher Weltrekordversuch begonnen. Gemeinsam wollen der Verein NOFiAS und der DRK-Kreisverband Schwerin mindestens 80 Stunden lang Tag und Nacht und ohne Unterbrechung eine Reanimation an Übungspuppen durchführen. In zweistündigen Schichten wechseln sich Teams aus Vereinen, Unternehmen, Sportgruppen und Einzelpersonen ab, um öffentlichkeitswirksam auf die Bedeutung der Ersten Hilfe, auch durch Laien, hinzuweisen.
Gesundheitsministerin Stefanie Drese nahm heute Vormittag ebenfalls am Weltrekordversuch teil und betonte: „Bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand zählt jede Minute. Insbesondere in einem Flächenland wie Mecklenburg-Vorpommern, in dem die Wege auch für den Rettungsdienst weit sein können, kommt es auf das beherzte Eingreifen von Umstehenden an, die die Zeit bis zum Eintreffen der Rettungssanitäter überbrücken. Dass das keine Angst machen muss, wollen wir in den nächsten 80 Stunden des praktischen Trainings zeigen“, erklärte sie.
Für Drese steht die Aktion zugleich aber auch beispielhaft für einen zweiten wichtigen Baustein der Notfallvorsorge: öffentlich zugängliche, automatisierte externe Defibrillatoren (AEDs) dort verfügbar zu machen, wo Menschen sie im Alltag schnell erreichen können. Diese Geräte können, wenn nötig, einen lebensrettenden elektrischen Schock abgeben, um Herz-Rhythmusstörungen zu beheben. Ein eingebautes Metronom kann außerdem bei der Herzdruckmassage unterstützen.
Erst in der vergangenen Woche hatte das Land gemeinsam mit NOFiAS den Startschuss für den Ausbau eines öffentlichen AED-Flächennetzes in Mecklenburg-Vorpommern gegeben. In Schwerin sollen im Rahmen der Initiative „Schwerin zeigt Herz“ bis Jahresende 50 öffentlich zugängliche AEDs installiert werden.
„Wir wollen, dass die Menschen in Mecklenburg-Vorpommern nicht nur wissen, was im Notfall zu tun ist, sondern dass sie auch alle notwendigen Hilfsmittel hierfür schnell erreichen können. Deshalb gehören für mich zwei Dinge zusammen: gut ausgebildete Ersthelferinnen und Ersthelfer und ein möglichst dichtes Netz öffentlich zugänglicher AEDs“, erklärte Drese. Hier gehöre die Schweriner Marienplatz Galerie, in der der Weltrekordversuch stattfindet, bereits zu den Vorreitern. Ein extra außen angebrachtes Gerät sorgt hier wie auch am Gebäude des Sozialministeriums bereits dafür, dass dieser im Notfall immer erreichbar ist, auch außerhalb der Öffnungszeiten.
„Bei der Benutzung der AEDs gilt wie bei der Wiederbelebung auch: Man kann nichts falsch machen, außer man greift gar nicht erst ein. Die Geräte sind selbsterklärend gestaltet und lösen immer nur dann einen Schock ab, wenn das System dies als notwendig ansieht“, unterstrich Drese. Es gehe also vor allem darum, genug Vertrauen in sich selbst und die eigenen Fähigkeiten zu haben, um in einer Notfallsituation einzugreifen.
Mit Blick auf den Weltrekord erklärte die Ministerin: „Natürlich wäre es schön, wenn am Ende eine neue Bestmarke steht. Der eigentliche Erfolg wäre für mich aber, wenn möglichst viele Menschen aus diesen 80 Stunden mitnehmen: Ich kann helfen. Ich weiß, was zu tun ist. Und ich bin mutig genug, zum Lebensretter oder zur Lebensretterin zu werden, wenn das Leben einer anderen Person in meinen Händen liegt“, so Drese.
Noch gibt es offene Zeitslots, für die sich interessierte Personen aber auch Vereine, Initiativen, Unternehmen oder Sport- und Hobbygruppen anmelden können. Alle Informationen finden Sie unter https://www.drk-sn.de/weltrekord.html.



