Berichterstattung zum Polizeieinsatz im Rahmen des Bürgerfestes unzutreffend

Nr.254/2024  | 13.11.2024  | IM  | Ministerium für Inneres, Bau und Digitalisierung

Zur Berichterstattung des NDR Mecklenburg-Vorpommern

"Einheitsfeier und Bürgerfest in Schwerin deutlich teurer als geplant" weist das

Innenministerium darauf hin, dass dieser Beitrag in folgenden Punkten von

unzutreffenden Annahmen ausgeht:

  1. Die Annahme, der Landespolizei und dem Innenministerium sei erst wenige

Wochen vor dem Tag der Deutschen Einheit bewusst geworden, dass die

Verpflegungs- und Unterkunftskosten der Polizeikräfte der Bundespolizei und der

Landespolizeien aus den anderen Bundesländern zu tragen sind, geht fehl. Die

Landespolizei und das Innenministerium wissen um diese Notwendigkeit aus

vielfältigen Einsätzen, beispielsweise bei Einsätzen anlässlich von

Fußballspielen sowie großer Demonstrations- und Veranstaltungslagen. Beide

kennen dies aber auch aus den vielfältigen Einsätzen der Polizeikräfte unserer

Landespolizei in anderen Bundesländern, für die "umgekehrt" das gleiche gilt.

 

Für diese Unterkunfts- und Verpflegungsaufwände beim Einsatz dritter

Polizeikräfte in Mecklenburg-Vorpommern stehen Haushaltsmittel zur Verfügung (in

den Haushaltspositionen 518.01 und 514.08, nachzulesen auf Seite 130 des

Haushaltsplanes 2024/25 für das Innenministerium,

https://www.regierung-mv.de/serviceassistent/download?id=1668837), die durch

verschiedene Einsatzlagen im Land aufgezehrt werden. Dabei sind diese schwer zu

prognostizieren. Je nach Einsatzlagen durch Demonstrationen, Fußballbegegnungen

und diverse weitere Ereignisse werden diese benötigt. Diese Mittel sind auch

2024 für vielfältige Unterstützungen durch Dritte zum Einsatz gekommen.

 

Neben dieser Dynamik der betroffenen Haushaltsmittel durch vielfältige

Ereignisse gehört zu einer Planung wie dem Tag der Deutschen Einheit auch, dass

sich die Einsatzplanungen unentwegt den aktuellen Geschehnissen und

Gefahrenprognosen anzupassen haben. Diese waren durch die schlimmen Ereignisse

der Vormonate des Jahres 2024 selbstredend mitgeprägt.

 

Solche Mehrbedarfe, die durch die Gesamtzahl der Einsatzlagen in

Mecklenburg-Vorpommern bestimmt werden, sind auf diesen Grundlagen kurz vor dem

Tag der Deutschen Einheit zusammengefasst und mit einem - für diese schwer

kalkulierbaren Bereich nicht unüblichen - Verstärkungsmittelantrag praktisch

verwaltungsseitig umgesetzt worden.

  1. Der Beitrag spekuliert auch über die Zahl der eingesetzten

Polizeivollzugsbeamtinnen und Polizeivollzugsbeamten. Gern hätte das

Innenministerium auf Nachfrage auch hierzu aufgeklärt, möchte aber zumindest im

Nachgang den Einsatz von rund 3.800 Polizeivollzugsbeamtinnen und -beamten gern

erneut bestätigen. Aufgrund des mehrtätigen Einsatzes - deutlich vor dem 03.

Oktober beginnend, deutlich nach diesem endend - waren aber für die zu

verpflegenden Polizeikräfte und die übernachtenden Polizeikräfte deutlich höhere

Zahlen zu veranschlagen. Insgesamt war über den Kernzeitraum des Einsatzes rund

um den Tag der Deutschen Einheit in der Schlussphase der polizeilichen Planungen

von 6.000 eingesetzten Polizeikräften auszugehen. Dabei war die Anzahl der

gleichzeitig anwesenden Polizeibeamtinnen und -beamten in den Stunden um den 03.

Oktober auf dem Höchststand. Die Tage zuvor und danach mit zu- und abnehmender

Tendenz. Bei den in diesem Zeitraum insgesamt unterzubringenden Kräften - das

waren vor allem jene aus anderen Bundesländern und der Bundespolizei, die

eigenen sind ganz überwiegend nach Hause zurückgekehrt - wurde insgesamt mit

6.000 unterzubringenden Polizeikräften kalkuliert. Die Summe der je Tag

anwesenden Polizeikräfte ging sogar darüber hinaus, weil zusätzlich die zu Hause

übernachtenden Polizeikräfte aus Mecklenburg-Vorpommern hinzuzurechnen wären.

 

Die tatsächlich eingesetzten Polizeivollzugsbeamtinnen und -beamten sind mit

dieser Zahl aber gerade nicht gleichzusetzen, weil ein erheblicher Teil der

Polizeivollzugsbeamtinnen und -beamten an mehreren Tagen eingesetzt wurden, also

die gleiche Person an mehreren Tagen die Zahl der Polizeikräfte mitbestimmt

haben kann - gerade deshalb bedurfte es ja für einen Teil dieser Kräfte der

Übernachtungsmöglichkeiten.

 

  1. Die Kosten der Polizeiarbeit sind weder bei der Kostenaufstellung des Tags

der Deutschen Einheit noch bei Hanse-Sail, den großen Musikfestivals im Land

oder den Fußballbegegnungen Teil der Kostenberechnungen. Soweit die

Staatskanzlei Kosten für Sicherheit nennt, sind dies Aufwände für

Sicherheitsdienste und Sicherheitsmaßnahmen außerhalb der Polizeiarbeit.

 

Innenminister Christian Pegel ist sich sicher: "Die Besucherinnen und Besucher

des Tages der Deutschen Einheit haben die sehr wahrnehmbare Präsenz der Polizei

vielfältig und ausdrücklich gelobt - ich selbst habe im Bus auf dem Nachhauseweg

am Abend des 04. Oktober von einer im Bus Mitfahrenden unaufgefordert ihr Lob

für die gute Polizeipräsenz und deren freundliches Verhalten entgegennehmen

dürfen. Ich bin mir sicher, dass die Menschen in unserem Land wissen, dass die

Sicherheit einer solchen Großveranstaltung jeden Cent wert ist und für die

Arbeit und Präsenz unserer Polizeikolleginnen und -kollegen sehr dankbar sind.

Ich wünsche mir, dass der großartige Tag der Deutschen Einheit und der zu recht

vielgelobte Einsatz unserer Polizei die gebotene Wertschätzung erfahren. Ich

möchte im Übrigen gar nicht wissen, welche Schlagzeilen ein Sicherheitsvorfall

ausgelöst hätte und bin deshalb allen Kolleginnen und Kollegen unserer Polizei,

der Bundespolizei und der Polizeien aller anderen Länder für ihren extrem

engagierten Einsatz dankbar - vielen Dank für Ihren starken Einsatz!"

Hintergrund

Der Norddeutsche Rundfunk berichtete am 13.11.2024 unter www.ndr.de/mv über das

Bürgerfest in der Landeshauptstadt Schwerin zu den Feierlichkeiten des Tags der

deutschen Einheit. Unter großer polizeilicher Anstrengung wurde das

Sicherheitskonzept der Veranstaltung erarbeitet und überaus erfolgreich

angewendet.