Duett Warnemünde
Finalist in der Kategorie "Bausumme ab 1.000.000 Euro"
Städtebau
Weiße Häuser, zweieiigen Zwillingen gleich, das eine giebel- das andere traufständig, bilden eine Symbiose in der langen heterogenen Häuserkette der Friedrich-Franz-Straße in Warnemünde. Über eine schmale Fuge, die sogenannte "Tüsche", erscheinen sie verbunden und getrennt zugleich. Zwischen ihnen und um sie herum spannt sich ein markanter Außenraum auf, der unterschiedliche räumliche Qualitäten entwickelt. Zur Straße stellen sie sich aufrecht drei- bis viergeschossig dar, in die Tiefe staffeln sich die Volumen auf zwei Etagen.
Nutzungskonzept
Unterschiedliche Wohnformen finden hier Platz. Während sich in den Obergeschossen großzügige durchgesteckte Maisonettewohnungen befinden, beherbergt das Erdgeschoss zwei kleine Ferienappartements auf der rechten und einen Whiskyladen auf der linken Seite. Von der Hofseite kann ein zweigeschossiges Gartenhaus erschlossen werden. Eine große Wohnung im Dachgeschoss erstreckt sich über beide Häuser.
Architektonischer Ausdruck
Zur Straße gibt sich das Gebäude bei geöffneter Front symmetrisch streng. Die zwischen den raumhohen Fenstern "geparkten" Schiebefaltläden bilden profilierte Pfeiler aus. Das Benutzen der Sicht- und Sonnenschutzelemente durch den Bewohner generiert unterschiedliche Zustandsformen und verwischt die klare Lochfassade. Die reduzierte Ornamentik in den Balkongeländern und Fensterläden ist inspiriert von den filigranen reliefartigen Balkonen, Loggien und Veranden, die seit dem 19. Jahrhundert die Seebäder an der Ostsee architektonisch prägen.
Dachkonstruktion
Um Qualität und Licht ins Dachgeschoss zu bringen wurde auf dem linken Gebäudeteil ein Kreuzdach entwickelt. Die konstruktive Herausforderung war es, acht vorgefertigte Dreiecke aus Vollholz passgenau zu planen, die vor Ort über Stahlwinkel gefügt wurden.
Energie und Nachhaltigkeit
Das Haus bezieht seine Energie aus einer kombinierten Luft/ Wasser Thermselectwärmepumpe. (Die ausführende Firma KuK Wärmetechnik hat dafür den Britischen Technik-Award für Hybrid-Wärmepumpen bekommen). Aufgrund der weichen und sandigen Böden musste das Bauwerk auf achtzig Pfählen von zehn Meter Tiefe gegründet werden. Diese übernehmen neben der Statik gleichzeitig durch Geothermie die Energiegewinnung für die Wärmepumpe. Die Temperierung der einzelnen Räume wird mittels Bauteilaktivierung realisiert.
Über die Decken und Fußböden wird das Gebäude im Winter beheizt und im Sommer gekühlt. Der gesamte Wärmehaushalt wird somit hauptsächlich über alternative Energien generiert. Um eine höchstmögliche Barrierefreiheit zu gewährleisten erschließt ein Fahrstuhl alle Etagen von der Tiefgarage bis ins Dachgeschoss. Alle Bäder und Raumübergänge sind schwellenlos ausgeführt.
Text: Katharina Löser / Löser Lott Architekten GmbH
Kontakt
Bauwerksdaten
| Planungszeitraum: | 09/2008 – 08/2011 |
| Baubeginn: | 09/2009 |
| Fertigstellungstermin: | 05/2012 |
| Bruttogeschossfläche: | 71.381 qm |
| Umbauter Raum: | 3.662 cbm |
Weitere Informationen
- www.landesbaupreis-mv.de Website des Landesbaupreises Mecklenburg-Vorpommern




