Risilient gegen hybride Bedrohungen
Hybride Bedrohungen sind zu einer erheblichen Gefahr für die Sicherheit Deutschlands und Mecklenburg-Vorpommerns geworden. Mit den nachfolgenden Informationen möchten wir Ihnen Orientierung und Handlungshinweise geben mit dem Ziel einer resilienten Gesellschaft gegen hybride Bedrohungen. Sie finden darüber hinaus eine umfangreiche Datenbank mit weiteren nützlichen Informationen sowie Kontakt-Informationen für Ihre Ansprechpersonen sowie für die Meldung von Verdachtsfällen.
Kontakt
Strafanzeigen oder Hinweise: www.portal.onlinewache.polizei.de
Kontaktdaten der Polizei vor Ort: www.polizei.mvnet.de
Grundlagen und Gefährdungslage
Der Begriff „hybride Bedrohungen“ beschreibt Strategien, bei denen durch fremde Staaten unterschiedliche Mittel kombiniert werden, um Staat, Bevölkerung und Wirtschaft zu beeinflussen oder zu destabilisieren – häufig ohne offene Konfrontation.
Dazu können unter anderem gehören:
- gezielte Desinformation, d. h. manipulativ verkürzte oder verfälschte Darstellungen
- Cyberangriffe auf IT-Systeme
- Einflussversuche auf öffentliche Debatten und Wahlen
- Spionage und Sabotage
Ziel ist häufig nicht ein einzelnes Ereignis, sondern die schrittweise Verunsicherung und Schwächung des Staates und der Gesellschaft.
Hybride Bedrohungen werden in der sicherheitspolitischen Debatte zunehmend als komplexes Phänomen verstanden: Sie verbinden klassische Einflussversuche wie Desinformation mit modernen Angriffsmustern wie Spionage, Cyberangriffen oder Sabotage, die durch fremde Staaten durchgeführt oder gelenkt werden.
Dazu zählen Aktionen, die:
- staatliche Abläufe stören,
- digitale oder physische Infrastrukturen angreifen,
- vertrauliche Informationen ausspähen,
- und Manipulationsversuche durchführen, die Vertrauen in staatliche Abläufe untergraben.
Welche Gefährdungslage zeigt sich aktuell?
Das BMI berichtet, dass Deutschland seit Beginn des Krieges gegen die Ukraine einer erhöhten Sicherheitslage gegenübersteht und hybride Bedrohungen ein Schwerpunkt der nationalen Sicherheitspolitik sind. Dazu zählen Cyberangriffe, gezielte Desinformation sowie weitere Formen der Beeinflussung.
Das BfV weist darauf hin, dass russische Spionage, Sabotage und Desinformation in den letzten Jahren deutlich zugenommen haben und Teil eines umfassenden Vorgehens sind, gesellschaftliche Strukturen zu beobachten und zu beeinflussen.
Typische Angriffsmuster – kurz erklärt
- Cyberangriffe
Diese können IT-Systeme kompromittieren, Daten ausspähen oder Abläufe stören. Solche Aktivitäten richten sich u. a. gegen Behörden, kritische Infrastrukturen und Unternehmen. - Spionage
Fremde Nachrichtendienste verfolgen weiterhin Spionageaktivitäten, um sensible Informationen zu erlangen. Dabei spielen digitale Kanäle und verdeckte Netzwerke eine Rolle. - Sabotage
Sabotagehandlungen können physische oder digitale Störungen auslösen. Begleitende Propaganda oder Desinformation kann diese Effekte verstärken, etwa indem sie in der Öffentlichkeit Unsicherheit schürt. - Desinformation
Gezielte Falschinformationen oder manipulierte Inhalte können das Vertrauen in Behördenprozesse untergraben. Das BMI stuft Desinformation als Teil der hybriden Bedrohungslandschaft ein, insbesondere wenn sie mit staatlichen Akteuren in Verbindung gebracht werden kann.
Die EU-Einrichtung EUvsDiSinfo hat in den vergangenen Jahren bereits fast 20.000 Fälle von Desinformation identifiziert und entlarvt.
Erkennen und Einordnen von Desinformation
Hybride Bedrohungen arbeiten häufig nicht offen, sondern subtil. Ziel ist es oft, Unsicherheit zu erzeugen, Abläufe zu stören oder Vertrauen zu beeinträchtigen.
- starke Emotionalisierung
- fehlende Quellen
- künstliche Empörung
- extremer Zeitdruck
- vereinfachte Schuldzuweisungen
Manipulative Inhalte sollen häufig nicht informieren, sondern Angst, Wut oder Unsicherheit verstärken. Hierzu werden falsche oder unvollständige Informationen bewusst gestreut.
Auch seriös wirkende Inhalte können manipuliert, aus dem Zusammenhang gerissen oder künstlich verstärkt sein.
Richtig handeln
Die allgemeinen wichtigsten Verhaltenshinweise gegen hybride Bedrohungen
- Ruhe bewahren
- Aufmerksam sein und sich bei offiziellen Stellen informieren (Polizei, Verfassungsschutz etc.)
- Auffälligkeiten dokumentieren, z. B. als Foto, Video oder Screenshot
- Auffälligkeiten melden und konkrete Verhaltenshinweise beachten
Die 5 wichtigsten Verhaltenshinweise gegen Desinformation
- Quellen prüfen > Woher stammt die Information?
- Nicht sofort teilen > Emotionale Inhalte bewusst hinterfragen.
- Mehrere Medien vergleichen > Berichten andere seriöse Quellen ebenfalls darüber?
- Bilder und Videos kritisch betrachten > KI kann täuschend echte Inhalte erzeugen.
- Ruhe bewahren > Manipulation wirkt besonders stark bei Stress, Angst und Unsicherheit.
Ihre Aufmerksamkeit macht den Unterschied: Eine informierte und besonnene Gesellschaft ist widerstandsfähiger gegen Manipulation und Verunsicherung.
Darüber hinaus gilt:
- IT-Sicherheit ernst nehmen und die offiziellen Empfehlungen des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik beachten
- Vorsorge ist besser als Nachsorge: Private Notfall- und Krisenvorsorge hilft sich und seine Mitmenschen in einer Gefahrensituation schützen zu können
Schutzmaßnahmen des Landes M-V
Mit hybriden Bedrohungen geht das Land M-V besonnen und strukturiert um. Ein Überblick über die Schutz- und Unterstützungsmaßnahmen des Landes.
Resilient durch Struktur: Was das Land Mecklenburg-Vorpommern unternimmt
Hybride Bedrohungen sind keine Einzelphänomene, sondern Teil einer komplexen sicherheitspolitischen Lage. Entsprechend erfolgt auch die Reaktion strukturiert und abgestimmt.
Das Land Mecklenburg-Vorpommern verfügt über etablierte Schutzmechanismen, die kontinuierlich weiterentwickelt werden. Ziel ist es, staatliche Handlungsfähigkeit, Informationssicherheit und Vertrauen in öffentliche Institutionen zu sichern.
Lagebewertung und Monitoring
Hybride Bedrohungen werden fortlaufend analysiert. Dazu gehören:
- Beobachtung sicherheitsrelevanter Entwicklungen
- Bewertung von Desinformationsmustern
- Austausch mit Bundesbehörden und anderen Ländern
- Einbindung fachlicher Expertise
Diese Lageeinschätzungen dienen der frühzeitigen Einordnung möglicher Risiken – nicht der öffentlichen Dramatisierung.
Die Landesregierung hat den Verfassungsschutz MV als Single Point of Contact (SPOC) des Landes M-V für Angelegenheiten der hybriden Bedrohungen in der Bundesrepublik Deutschland benannt. Der Verfassungsschutz MV – als Abteilung des Innenministeriums MV – sorgt für eine enge Zusammenarbeit mit anderen Ländern und den Bundesbehörden, zum Beispiel über das Gemeinsame Abwehrzentrum gegen hybride Bedrohungen (GAZ Hybrid).
Darüber hinaus organisiert der Verfassungsschutz MV das MV Forum Hybrid. Hierbei handelt es sich um eine Austauschplattform des Landes MV, in der Informationen zu hybriden Bedrohungen ausgetauscht und Maßnahmen abgestimmt werden. Jedes Ressort benennt einen eigenen ressorteigenen SPOC für das Themenfeld hybride Bedrohungen.
IT-Sicherheitsstrukturen
Hybride Bedrohungen zeigen sich oftmals in Gestalt von Cyberangriffen. Die Informationssicherheit in der Landesverwaltung basiert auf klar definierten organisatorischen und technischen Maßnahmen, unter anderem:
- Zentrale und dezentrale IT-Sicherheitsstrukturen
- Monitoring von Netzwerken und Systemen
- Notfallpläne einschließlich einschließlich CERT MV
Cyberbedrohungen werden kontinuierlich beobachtet und bewertet. Sicherheitsvorfälle werden strukturiert behandelt.
Krisen- und Notfallstrukturen
Für außergewöhnliche Ereignisse wurden Krisen- und Notfallmechanismen entwickelt, die ressortübergreifend aktiviert werden können.
Dazu zählen:
- Krisenstäbe
- Notfallpläne
Diese Strukturen stellen sicher, dass auf Störungen schnell und koordiniert reagiert werden kann.
Schutz demokratischer Verfahren
Insbesondere in sensiblen Phasen – etwa bei der Landtagswahl 2026 – werden zusätzliche Schutzmechanismen aktiviert.
Resilienz entsteht gemeinsam
Hybride Bedrohungen betreffen die gesamte Gesellschaft, insbesondere die Bevölkerung, Behörden und Unternehmen. Durch Aufmerksamkeit, Sensibilität für Manipulationsversuche, IT-Sicherheitsmaßnahmen und Notfallvorsorge kann jede Person einen Beitrag zu einer resilienten, d. h. widerstandsfähigen Gesellschaft leisten.


