Shamonda-Virus Infektion (SHAV)

Anfang August 2026 wurde durch das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) bei erkrankten Rindern in Süddeutschland ein neues Orthobunyavirus aus der Simbu-Serogruppe isoliert. Das als Shamonda-Virus (Shamonda/DE/2026) bezeichnete Virus kam bislang vorwiegend in Afrika, Asien und Australien vor und breitet sich jetzt erstmals in Mitteleuropa aus.

Dieser Krankheitserreger gehört zu derselben Familie wie das Schmallenberg-Virus (SBV), das erstmals 2011 in Deutschland nachgewiesen wurde.

Da das SHAV über blutsaugende Insekten, insbesondere Gnitzen (Culicoides), übertragen wird, ist von einem saisonalen Auftreten, verbunden mit einer potenziell schnellen Ausverbreitung in den empfänglichen Wiederkäuerbeständen zu rechnen. Eine direkte Übertragung zwischen den Tieren findet nicht statt.

Kühe stecken ihren Kopf durch ein Gitter ihres Stalls und fressen Stroh.Details anzeigen
Kühe stecken ihren Kopf durch ein Gitter ihres Stalls und fressen Stroh.

Bisher wurde dieses Virus nur bei Rindern, insbesondere bei Milchkühen, nachgewiesen. Schafe und Ziegen sind jedoch ebenfalls gefährdet.

Von einem Infektionsrisiko für den Menschen ist nach aktuellem Kenntnisstand nicht auszugehen.

Die Symptomatik ist überwiegend von einem milden bis moderaten Verlauf bei adulten Rindern geprägt.

Die typischen Symptome

  • Inappetenz
  • akutes Fieber
  • wässriger Durchfall
  • leichte respiratorische Symptome
  • plötzlicher Rückgang der Milchleistung

klingen meist innerhalb weniger Tage ab. Die Milchleistung erreicht in der Regel wieder das vorherige Niveau.

Inwieweit dieses neu eingeschleppte Virus, ähnlich wie SBV, auch zu Schädigungen von Feten mit der Folge von Aborten, Totgeburten oder Missbildungen führt, ist noch unbekannt.

Das FLI arbeitet mit Hochdruck an der weiteren Charakterisierung des Erregers. Ein wirksamer Impfstoff steht bis dato nicht zur Verfügung. Weitere Informationen zum aktuellen Stand können der Homepage des FLI entnommen werden.

Tierhalter und Tierhalterinnen werden um erhöhte Aufmerksamkeit gebeten. Es wird empfohlen, bei gehäuftem Auftreten der beschriebenen Symptome sowie bei Aborten, Totgeburten und Missbildungen umgehend tierärztliche Untersuchungen und gegebenenfalls Laboranalysen zu veranlassen.