Die Flagge

Der Flaggenbegriff

Flaggen sind zunächst farbige Tücher in rechteckiger Form, die der Sichtbarmachung von Symbolen dienen und lose mit einem Mast (auch Stange, Stock, Kreuzstab und dergleichen) verbunden sind. Im Gegensatz zur Fahne gehört die Flagge rechtlich zu den vertretbaren Gegenständen, d. h., Flaggenmast und Flaggentuch bilden keine begriffliche Einheit. Flaggen können daher jederzeit durch gleichaussehende Stücke ersetzt werden.

Die Regeln der Flaggengestaltung

Als Gestaltungsvarianten kommen in der Regel nur die folgenden in Betracht:

  1. Die Farben der Kommune werden in Form geometrischer Figuren (vorwiegend in Form waagerechter oder senkrechter Streifen) auf das Flaggentuch aufgebracht.
  2. Die Farben der Kommune werden in Form geometrischer Figuren auf das Flaggentuch aufgebracht und zusätzlich mit dem Wappen der Kommune oder den Figuren des Wappens der Kommune belegt.
  3. Das Flaggentuch tritt an die Stelle des Wappenschildes und zeigt die Figuren des Gemeinde- oder Landkreiswappens verteilt über die gesamte vorhandene Fläche. Dabei sind die Wappenfiguren und -felder der Form des Flaggentuchs anzupassen.
  4. Das Wappen der Kommune wird auf ein einfarbiges Flaggentuch aufgelegt. Die Farbe des Tuchs bestimmt sich nach einer Grundfarbe des Wappens.

Bei Gestaltungsvariante 2 ist jedoch zu beachten, dass es sich bei den Wappenfiguren ausschließlich um gemeine Figuren handeln muss. Andernfalls würden sich die geometrischen Figuren auf dem Flaggentuch mit den Heroldsfiguren (Teilungen) des Wappens überschneiden, die ja dann nicht mehr an die Schildbegrenzung gebunden sind.

Für die Gestaltung kommunaler Flaggen sind die Regeln der historischen Hilfswissenschaft Vexillologie (Flaggenkunde) maßgeblich. Innerhalb des Regelwerks der Vexillologie sind vor allem die heraldischen Farbregeln von Bedeutung.

Die Farben einer Kommune ergeben sich grundsätzlich aus den Hauptfarben ihres Wappens. Ausnahmen sind allenfalls bei Gemeinden denkbar, die in ihrer Geschichte verschiedene Wappen führten, besonderen Herrschaftsverhältnissen unterworfen waren oder bedeutenden Bündnissen (wie z. B. der Hanse) angehörten.

Verwendung bestimmter Symbole

Das im Hoheitszeichengesetz des Landes festgeschriebene Recht der Kommunen, in den Landesteilen Mecklenburg und Vorpommern zusätzlich zu den Farben des Landes Mecklenburg-Vorpommern auch die traditionellen Farben und Flaggen führen zu dürfen, begründet nicht die Befugnis, die Farben für den Landesteil Mecklenburg (Blau-Gelb-Rot) und die Farben für den Landesteil Vorpommern (Blau-Weiß) wie eigene Farben zu verwenden. Die Farben der Kommunen stehen neben denen des Landes und denen des jeweiligen Landesteils.

Formen der Flaggenführung

Schematisches Muster für die Darstellung einer FlaggeDetails anzeigen
Schematisches Muster für die Darstellung einer Flagge

"Die Flagge ist gleichmäßig längsgestreift von Schwarz und Weiß; in der Mitte liegt, auf jeweils zwei Drittel der Höhe des schwarzen und des weißen Streifen übergreifend, das Wappen der Kommune."

"Die Flagge ist gleichmäßig längsgestreift von Schwarz und Weiß; in der Mitte liegt, auf jeweils zwei Drittel der Höhe des schwarzen und des weißen Streifen übergreifend, das Wappen der Kommune."

Flaggen werden in ihrer Grundform mit einer Seite des Flaggentuchs - dem sogenannten Liek - und einer Heißleine an einem Flaggenmast befestigt.