Zweiter Landesfachtag Niederdeutsch
Impulse, Austausch und neue Perspektiven für die niederdeutsche Sprachbildung in Kita und Schule
Unter dem Motto „Un lacht un lücht un schimmert – 150 Johr Martha Müller-Grählert/Und lacht und leuchtet und schimmert – 150 Jahre Martha Müller-Grählert“ findet am 24. Juni 2026 der 2. Landesfachtag Niederdeutsch in Stavenhagen statt. Lehr- und Fachkräfte aus Kindertageseinrichtungen und Schulen haben die Gelegenheit sich zu vernetzen und neue Impulse für den Einsatz der niederdeutschen Sprache in Kitas und Schulen zu gewinnen. „Plattdüütsch ist ein wichtiger Teil unserer kulturellen Identität. Die Sprache verbindet Menschen über Generationen hinweg und gehört fest zur Geschichte und Gegenwart Mecklenburg-Vorpommerns. Unser Ziel ist es, Niederdeutsch nicht nur als Kulturerbe zu bewahren, sondern als lebendige Sprache in den Kitas und Schulen des Landes weiterzugeben“, sagte Bildungsministerin Simone Oldenburg im Vorfeld der Veranstaltung.
Das Programm bietet einen Mix aus Fachvorträgen und praxisnahen Workshops für den Einsatz in Kitas und Schulen sowie vielfältige Möglichkeiten zum fachlichen Austausch und zur Vernetzung. Zudem werden aktuelle Maßnahmen zur Stärkung des Niederdeutschen vorgestellt, darunter neue Informations- und Unterrichtsangebote.
Darüber hinaus wird die Niederdeutschbotschafterin Jette Bolz in Stavenhagen den Wettbewerb zum „Niederdeutschen Schülerwort des Jahres 2026“ ausrufen. Das Gewinnerwort wird auf dem 3. Landesfachtag Niederdeutsch im November 2026 ausgezeichnet. Im vergangenen Jahr wurde „Dösbaddel“ zum „Niederdeutschen Schülerwort des Jahres“ gewählt. „Wir wollen möglichst viele junge Menschen für das Plattdeutsche begeistern. Der Wettbewerb ist eine tolle Gelegenheit für Schülerinnen und Schüler sich aktiv mit der plattdeutschen Sprache auseinanderzusetzen und eigene Ideen mit einzubringen“, so die Bildungsministerin.
Niederdeutsch ist eine anerkannte Regionalsprache Deutschlands und wird durch die Europäische Charta der Regional- oder Minderheitensprachen sowie durch Artikel 16 Absatz 2 der Landesverfassung Mecklenburg-Vorpommerns geschützt. Mecklenburg-Vorpommern nimmt bei der Förderung der niederdeutschen Sprache bundesweit eine Vorreiterrolle ein. Seit dem ersten niederdeutschen Abitur im Jahr 2017 ist Niederdeutsch fest im Bildungssystem verankert. Im laufenden Schuljahr lernen 1.063 Schülerinnen und Schüler die Regionalsprache. An 35 Schulen gibt es entsprechende Angebote.
Der Landesfachtag Niederdeutsch findet am 24. Juni 2026 von 09:30 Uhr bis 16:00 Uhr im Schloss Stavenhagen statt. Er wird durch das Kompetenzzentrum für Niederdeutschdidaktik der Universität Greifswald und den Heimatverband Mecklenburg-Vorpommern e. V. unterstützt.