Abwasserbeseitigung

Viele Bereiche des täglichen Lebens sind mit dem Anfall, der Ableitung und der Behandlung von Abwasser sowie dessen weiteren Fließweg in der Natur berührt. Eine ordnungsgemäße Abwasserbeseitigung trägt somit nicht nur den Gewässerschutzansprüchen Rechnung, sondern ist nach wie vor unverzichtbare Voraussetzung für die Volksgesundheit und zugleich auch für eine weitere wirtschaftliche Entwicklung. Abwasserbeseitigung, als Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge, ist daher eine hoheitliche Aufgabe der Gemeinden, die diese im Rahmen der Selbstverwaltung wahrnehmen, soweit sie diese Aufgabe nicht auf eine andere Körperschaft des öffentlichen Rechts, zum Beispiel einen Zweckverband, übertragen haben.

Seit 1991 wurden in Mecklenburg-Vorpommern ca. 2.300 Einzelmaßnahmen der öffentlichen Abwasserbeseitigung mit rund 900 Millionen Euro Fördermittel alleine aus dem Haushalt des Umweltressorts unterstützt und damit ein Gesamtinvestitionsvolumen von geschätzten 2,5 Milliarden Euro ausgelöst. Der Anschlussgrad der Bevölkerung an die zentralen Anlagen der Abwasserbeseitigung wurde von 64 Prozent im Jahr 1990 auf etwa 90 Prozent im Jahr 2018 gesteigert. Rund 600 öffentliche Kläranlagen werden von den abwasserbeseitigungspflichtigen Körperschaften und ihren Betriebsbesorgern betrieben.

Sämtliche Kläranlagen mit Ausbaugrößen von mehr als 10.000 Einwohnerwerten1 (EW) verfügen, wie es die Kommunalabwasserverordnung verlangt, neben der mechanisch-biologischen Behandlung über Einrichtungen zur gezielten Stickstoff- und Phosphorbehandlung. Teilweise werden diese Techniken auch bei kleineren Kläranlagen eingesetzt. Insgesamt werden bei ca. 90 bzw. 80 Prozent der anfallenden Abwässer gezielt die Nährstoffe Stickstoff und Phosphor reduziert.

Die Länge des öffentlichen Kanalnetzes zur zentralen Abwasserbeseitigung beträgt gegenwärtig 15.813 Kilometer: davon 11.024 Kilometer Schmutzwasserkanäle, 4.203 Kilometer Regenwasserkanäle und 586 Kilometer Mischwasserkanäle.

Mit Stand 2018 erfolgt bei etwa 10 Prozent der Landesbevölkerung die Abwasserbeseitigung dezentral über 52.900 Kleinkläranlagen, darunter rund 48.000 mit der vorgeschriebenen gezielten biologischen Behandlung und 2.700 Kleinkläranlagen mit ursprünglich normgerechten Untergrundverrieselungen, die während der befristeten Geltungsdauer der wasserrechtlichen Erlaubnisse Bestandsschutz genießen. Dazu kommen etwa 18.700 Abwassersammelgruben.

Im Kleinkläranlagenbereich wurden seit 1998 für die Errichtung von 34.400 Kleinkläranlagen rund 40 Millionen Euro an Fördermitteln ausgereicht. Dadurch konnten, insbesondere in den letzten Jahren, unzureichende Gewässerbenutzungen durch private dezentrale Abwasseranlagen verstärkt eingestellt oder angepasst werden. Die Anpassung der noch verbliebenen unzureichenden Anlagen wird durch die unteren Wasserbehörden der Landkreise und kreisfreien Städte weiter verfolgt. Damit ist ein Stand erreicht, der eine regelmäßige Förderung bis auf wenige Einzelfälle zur Erreichung der geforderten Gewässergüte nach Wasserrahmenrichtlinie nicht mehr erforderlich macht.


1 Einwohnerwert ist ein Vergleichswert für die Angabe von Kläranlagenkapazitäten, der sich aus der anzuschließenden Einwohnerzahl und der Schmutzfracht aus industriellem und gewerblichem Abwasser (ausgedrückt in Einwohnergleichwert) zusammensetzt, wobei für die Umrechnung der industriellen und gewerblichen Schmutzfracht die durch einen Einwohner erzeugte mittlere Schmutzfracht in Höhe von 60 g pro Tag BSB5 (Biochemischer Sauerstoffbedarf in 5 Tagen) zugrunde gelegt wird.

Kontakt

Hausanschrift
Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt Mecklenburg-Vorpommern
Abteilung 4 - Wasser, Boden, Immissionsschutz und Abfallwirtschaft
Referat 400
Paulshöher Weg 1
19061 Schwerin
Referent
Frank Gürcke
Telefon: 0385-588 6401
Telefax: 0385-588 6042

Publikationen und Dokumente

Erlasse

Verfahrenshinweise zur Dichtheitsprüfung von abflusslosen Sammelgruben in Kleingartenanlagen über das vereinfachte Verfahren in M-V
einschließlich Muster "Erfassung Abwasserbeseitigung in Kleingartenanlagen"

Publikationen

Phosphor-Elimination in Kläranlagen bis 10.000 Einwohnerwerte in MV

Abschlussbericht der Universität Rostock im Auftrag des Ministeriums für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz MV

April 2016

Zukunftsfähige Behandlung und Entsorgung von Klärschlamm in M-V

Herausgeber der Studie:
Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz Mecklenburg-Vorpommern und
Ministerium für Wirtschaft, Bau und Tourismus Mecklenburg-Vorpommern

Bearbeitung: Ingenieurbüro Friedrich, Schwerin

Schwerin, im Dezember 2013

 

Kompostierung von Gartenabfällen und Fäkalien in Kleingärten
Dieser Ratgeber wurde im Auftrag des Ministeriums für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz M-V von der Universität Rostock erstellt.

Stand: 2012

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Diese Broschüre richtet sich an Entscheidungsträger bei Zweckverbänden, Straßenbaulastträgern, Gemeinden aber auch an private Haus- und Grundbesitzer. Sie wirbt für einen zunehmend naturnahen Umgang mit Niederschlagswasser. Es wird erläutert, warum eine neue Entwässerungsphilosophie nicht nur zu einem ökologischen Vorteil führt, sondern auch aus betriebswirtschaftlicher Sicht sinnvoll und erstrebenswert ist.

 

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Die Publikation informiert über die Grundlagen der Zustandserfassung, den erfassten Anlagenbestand, den Umfang der Inspektionen, den Zustand der Kanalisation und die Organisation der Instandhaltung.

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Cover
Kommunale Abwasserbeseitigung in Mecklenburg-Vorpommern - Lagebericht 2017

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Kommunale Abwasserbeseitigung in Mecklenburg-Vorpommern - Lagebericht 2015

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Kommunale Abwasserbeseitigung in Mecklenburg-Vorpommern - Lagebericht 2013

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Kommunale Abwasserbeseitigung in Mecklenburg-Vorpommern - Lagebericht 2011

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Sonstiges

Gemeinsame Erklärung zur weiteren Verminderung der Phosphoreinträge auf öffentlichen Kläranlagen in die Gewässer Mecklenburg-Vorpommerns

Gemeinsame Erklärung des Ministeriums für Landwirtschaft und Umwelt MV, der BDEW-Wasserwirtschaft MV und der Kooperationsgemeinschaft Wasser und Abwasser MV e.V. (KOWA MV) zur weiteren Verminderung der Phosphoreinträge aus öffentlichen Kläranlagen der Größenklassen 1 bis 3 in die Gewässer Mecklenburg-Vorpommerns 

vom 14. August 2018