Kombinierte Verkehre
Im Kombinierten Verkehr (KV) wird die Ladeeinheit (Trailer/Sattelanhänger, Container, Wechselbrücke) per Straße (Vor-/Nachlauf) und Schiene bzw. Schiff (Hauptlauf) in einem Stück transportiert, d.h. die Ladung bleibt unverändert. Die Systemvorteile verschiedener Verkehrsträger können somit effizient verknüpft werden; die Massenleistungsfähigkeit der Bahn oder des Schiffes mit der Flexibilität der Lkw.
Hinzu kommen weitere Vorteile für die Transport-und Logistikbranche. Zum einen sind im Vor- oder Nachlauf eingesetzte Fahrzeuge von der Kfz-Steuer befreit. Zum anderen bestehen für solche Lkw Ausnahmen vom Sonn-, Feiertags- und Ferienfahrverbot. Ferner liegt das erlaubte Gesamtgewicht im KV bei 44 Tonnen. Es können also vier Tonnen mehr als normalerweise im Straßenverkehr maximal zulässig befördert werden.
Erhebliche Emissionsmengen können durch die Verkehrsverlagerung auf Schiff bzw. Schiene im Hauptlauf eingespart werden. Im Vergleich zum klassischen Straßentransport reduzieren sich der CO2-Ausstoß und der Energieverbrauch pro transportierte Ladeeinheit um zwei Drittel.
Beispiele aus Mecklenburg-Vorpommern


Rostock Port
Quelle: Ministerium für Energie, Infrastruktur und Landesentwicklung MV
Rostock Port
Quelle: Ministerium für Energie, Infrastruktur und Landesentwicklung MV
Die 2003 gegründete Rostock Trimodal (RTM) ist seit Februar 2004 Betreiberin des KV-Terminals im Seehafen Rostock. Die Anlage mit einer Fläche von mehr als 70.000 m² befindet sich südlich von Pier I. RTM-Gesellschafter sind das Umschlagsunternehmen Euroports, das logistische Dienstleistungsunternehmen Kombiverkehr und die Hafenentwicklungsgesellschaft Rostock.
Aufgrund steigender Nachfrage wurde das Terminal für 17 Millionen Euro ausgebaut und verfügt über eine Umschlagskapazität von 140.000 Ladeeinheiten pro Jahr. Es werden insgesamt fünf zuglange Gleise (je 600 Meter Länge) durch zwei kurventaugliche Portalkräne bedient.
Zudem verkehren wöchentlich fast 40 Zugverbindungen von bzw. nach Italien, Tschechien, Rumänien sowie innerhalb Deutschlands. Die Fahrpläne sind mit den Fähr- und RoRo-Verkehren nach Schweden, Finnland und Dänemark abgestimmt.



