Eisenbahn
Das Eisenbahnnetz in Mecklenburg-Vorpommern umfasst ca. 1.700 Strecken-km und 250 Verkehrsstationen, die vom Personenverkehr bedient werden. Die Hälfte des Netzes ist elektrifiziert, gut 500 km sind zweigleisig, 40 km sind schmalspurig.
Das Land ist für die Planung und Bestellung der Verkehrsleistungen des Schienenpersonennahverkehrs (SPNV) in Mecklenburg-Vorpommern verantwortlich. Zur Finanzierung stehen dafür die sogenannten Regionalisierungsmittel zur Verfügung, die das Land vom Bund erhält. Die in der Regel langlaufenden und auf Teilnetze zugeschnittenen Verkehrsverträge werden gemäß der EU-Richtlinien im Wettbewerb vergeben und die Verkehrsleistungen, die die Eisenbahnverkehrsunternehmen erbringen sollen, ausgeschrieben. Unterstützt wird das Verkehrsministerium durch die landeseigene Verkehrsgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern (VMV).
Um die Attraktivität des Schienenverkehrs im Personen- und Güterverkehr zu steigern, arbeitet das Land daran, das Streckennetz bedarfsgerecht auszubauen.
Die wichtigsten Ausbauprojekte sind:
• Verkehrsprojekt Deutsche Einheit Nr. 1 (VDE-1): Geplant ist der Ausbau der Streckenabschnitte Bad Kleinen – Ventschow (circa 6,2 Kilometer lang) und Schwaan – Dalwitzhof (circa 14,5 Kilometer lang) für höhere Geschwindigkeiten (bis zu 160 km/h).
• Ausbaustrecke (ABS) Rostock – Ribnitz-Damgarten – Velgast – Stralsund: Geplant ist ein abschnittsweiser zweigleisiger Ausbau und eine Anhebung der Streckengeschwindigkeit auf bis zu 160 km/h, um die Kapazität der Strecke zu erhöhen.
• Ausbaustrecke (ABS) Rostock – Neustrelitz – Berlin: Das Projekt umfasst den – weitestgehend abgeschlossenen – durchgehenden Ausbau für eine Streckengeschwindigkeit von 160 km/h und die Erhöhung der zulässigen Achslasten für 25t im Güterverkehr vom bzw. zum Seehafen Rostock sowie die noch offenen Ausbaumaßnahmen in Bahnhöfen Neustrelitz und Rostock Hbf.
• Ausbaustrecke (ABS) Sassnitz – Stralsund – Pasewalk – Berlin (Vorpommernmagistrale): Ziel ist eine durchgehende Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h zwischen Stralsund und Berlin und die Realisierung einer Achslast von 22,5t im Güterverkehr vor allem vom bzw. zum Fährhafen Sassnitz-Mukran. Die Fahrzeit auf der Gesamtstrecke soll auf zwei Stunden reduziert werden.
• Ausbaustrecke (ABS) Lübeck –Bad Kleinen/Schwerin: Ab 2025 soll die Strecke bedarfsgerecht ausgebaut und vollständig elektrifiziert werden sowie eine neue Verbindungskurve aus bzw. in Richtung Schwerin erhalten.
Weitere Strecken für den Schienenpersonennahverkehr (SPNV) sollen bedarfsgerecht für Geschwindigkeiten von vornehmlich 100 und 120 km/h modernisiert und ausgebaut werden, um Reisezeiten zu verkürzen. Der Ausbaugrad ist dabei abhängig von den Bedarfen des geplanten deutschlandweiten Taktfahrplans („Deutschlandtakt“), mit dem an den sogenannten Knotenbahnhöfen kurze Anschlüsse zum Fernverkehr und zum Regionalverkehr hergestellt werden.
Das Land Mecklenburg-Vorpommern untersucht zudem die Reaktivierungspotenziale für mehrere derzeit kaum oder nicht genutzte Bahnstrecken. Konkrete Planungen laufen bereits für die Reaktivierung der Strecke Barth – Zingst - Prerow („Darßbahn“) und die Strecke Ducherow – Stadt Usedom – Seebad Heringsdorf/Świnoujście.



