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Erstmals „Zukunftspreis Handwerk“ verliehen

Glawe: Kluge und weitsichtige Lösungen für die Zukunftsthemen gesucht – 5 Preisträger von der Handwerks-Kita bis zum Stahl- und Metallbau

Auszeichnung der Preisträger "Zukunftspreis Handwerk" 2021 (© HWK Schwerin) Details anzeigen
Auszeichnung der Preisträger "Zukunftspreis Handwerk" 2021 (© HWK Schwerin)
Auszeichnung der Preisträger "Zukunftspreis Handwerk" 2021 (© HWK Schwerin)
Auszeichnung der Preisträger "Zukunftspreis Handwerk" 2021 (© HWK Schwerin)
Nr.129/21  | 08.06.2021  | WM  | Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit

Am Mittwoch ist in Schwerin erstmals der ausgelobte „Zukunftspreis Handwerk“ verliehen worden. „Wir wollen das Handwerk noch stärker für Zukunftsthemen sensibilisieren. Es geht beispielsweise um die Digitalisierung, die zunehmende Globalisierung, den Fachkräftemangel und den anstehenden Generationswechsel in den Handwerksbetrieben. Dafür braucht es kluge und weitsichtige Lösungen. Die Preisträger zeigen beispielhaft, wie in der Tradition des Handwerks neue Wege gegangen werden können. Besonders beeindruckend ist die Vielfältigkeit der Ausgezeichneten – von der Handwerks-Kita über eine Bäckerei hin zum Stahl- und Metallbau zeigen die Unternehmen ihr Innovationspotential“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe anlässlich der Preisübergabe. Wirtschaftsminister Harry Glawe hatte die Schirmherrschaft für den neuen „Zukunftspreis Handwerk“ übernommen. Vor Ort wurde Glawe von Stefan Mücke, Referatsleiter Handwerk und Kammerwesen im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit, vertreten. 

Innovationspotential im Handwerk

Insgesamt hatten sich 25 Unternehmen für den Preis beworben. Ausgelobt waren 11.500 Euro. Davon kommen 10.000 Euro von der Sparkasse Mecklenburg-Schwerin für die drei besten Bewerber als Preisgeld des Zukunftspreises, 1.500 Euro gibt die Handwerkskammer Schwerin als Sonderpreis für herausragende Leistungen. Uwe Lange, Präsident der Handwerkskammer Schwerin: „In unseren Handwerksbetrieben findet sich ein enormes Innovationspotential, denn Handwerk stellt sich nahezu jeden Tag auf neue Anforderungen von Märkten und Kunden ein. Gleichzeitig hat gerade das Handwerk auch ein hohes Bewusstsein für Tradition, Nachhaltigkeit, Ressourcenschonung und Mitarbeiterbindung. Das wollen wir mit dem Zukunftspreis des Handwerks honorieren und fördern.“

Die Preisträger 2021 

1.Platz: Treppenbau Plath GmbH aus Wismar
(Preisgeld 5.000 Euro) 

Der erste Preis ging an die Treppenbau Plath GmbH aus Wismar für das Projekt „Handwerk 4.0 in der Fertigung – weg von Zettel und Stift zu Tablet und Ortung“. Das 1989 gegründete Familienunternehmen hat es sich zum Ziel gesetzt, einzelne Softwareinsellösungen zusammenzuführen und die teilweise noch in Papierform stattfindenden Abstimmungen durch ein einheitliches System zu ersetzen. Dazu wurde ein allumfassendes System von der Auftragsanlage über Fertigungs-und Montageplanung bis hin zur Baustellendokumentation entwickelt. In einem zweiten Schritt sollen Bauteile und Bauteilgruppen in der Fertigung geortet werden, um eine Live-Produktionsplanung und -steuerung vorzunehmen. In dem Projekt hat die Treppenbau Plath GmbH mit dem Fraunhofer-Institut für Großstrukturen in der Produktionstechnik IGP, dem TBI Technologie-Beratungs-Institut GmbH und der Artesa, einem Start-up aus Rostock (in Gründung) zusammengearbeitet. „Das Projekt des Unternehmens steht exemplarisch für die enge Zusammenarbeit von Handwerk und Wissenschaft. Die traditionelle Fertigung der Kundenaufträge wird über die technische Steuerung perfektioniert. Das erhöht die Produktivität und erleichtert den Mitarbeitern die Auftragsabwicklung. Wir brauchen in Mecklenburg.-Vorpommern noch mehr handwerkliche Betriebe, die den engen Schulterschluss mit der Wissenschaft suchen“, sagte Glawe. 

2. Platz: SME Stahl- u. Metallbau Ehbrecht GmbH & Co. KG aus Dömitz (Preisgeld 3.000 Euro)

Den zweiten Preis erhielt die SME Stahl- u. Metallbau Ehbrecht GmbH & Co. KG aus Dömitz für die Erweiterung ihrer Geschäftsfelder durch die Errichtung einer komplett neuen Fertigung für innovative Wärmespeicher. Für die Fertigung der neuartigen Speichersysteme ist in Kooperation mit BME Dr. Golbs & Partner GmbH eine neue Firma gegründet worden. Die Produktion der Wärmespeicher läuft seit Januar 2021. „Das Dömitzer Unternehmen hat sich mit der neuen Idee ein zweites Standbein geschaffen. Das sichert die rund 65 Arbeitsplätze vor Ort und erweitert weitsichtig die bisherige Produktpalette im Bereich Stahl- und Metallbau“, sagte Glawe.

3. Platz: Bäckerei & Konditorei Hannes-Alexander Behrens aus Plau am See (2.000 Euro Preisgeld) 

Das in achter Generation geführte Unternehmen erhält den Preis für den Umbau der Backstube zu einer Show-Bäckerei mit Café. Von der Außenterrasse und dem Innenbereich können die Gäste einen direkten Einblick in die Produktion der frischen Backwaren erhalten. Zudem hat der Handwerksbetrieb in eine Kühlung und einen Backofen investiert, die über Glasfaser kommunizieren. So lässt sich die Produktion 16 bis 18 Stunden im Vorfeld programmieren. Das spart Energie und für die Mitarbeiter ist eine spätere Anfangszeit möglich. „Die Bäckerei und Konditorei Behrens setzt auf Regionalität. Die Zutaten wie Mehl und Getreide für Brot- und Backwaren werden vollständig regional eingekauft. Das stärkt die regionale Wirtschaft vor Ort“, sagte Glawe. 

Sonderpreis: Tischlerei Eigenstetter GmbH aus Rehna
(Preisgeld 1.500 Euro)

Für ein Ausbildungsprojekt mit einem Leichtbauroboter wird die Tischlerei Eigenstetter aus Rehna ausgezeichnet. Der Leichtbauroboter der Firma fruitcore robotics sollte von den Auszubildenden so programmiert werden, dass eine Greiferlösung entsteht sowie Konstruktion und 3D-Druck möglich sind. Mit der Umsetzung sollte für die Mitarbeiter eine Verbesserung des Berufsalltags durch mehr Maschineneinsatz sowie eine Steigerung des Hebels von Arbeitsleistung durch Automatisierung entstehen. „Die Tischlerei Eigenstetter zeichnet sich seit vielen Jahren durch eine intensive und von außergewöhnlichen Ideen geprägte Lehrzeit junger Menschen aus. Ein eigenständiges Projekt stärkt das Selbstbewusstsein und das Engagement der Auszubildenden“, sagte Glawe. 

Besondere Anerkennung außerhalb der Wertung für die Kindertagesstätte "Alles im Lot" gGmbH in Schwerin 

Die Kindertagesstätte „Alles im Lot“ erhielt von der Jury eine besondere Anerkennung für ihr Konzept der landesweit ersten Handwerks-Kita. Die 2017 als Tochtergesellschaft des Kinderzentrums Mecklenburg gegründete Kita hat 78 Plätze, davon 18 Kinderkrippenplätze. Dort wird die Idee verfolgt, Kinder frühzeitig an das Handwerk heranzuführen. Jede Woche wird die 60 Quadratmeter große Kita-eigene Werkstatt genutzt, um beispielsweise Spielzeug zu reparieren. „Spielerisch werden in der Kita bereits die Kleinsten an handwerkliche Tätigkeiten herausgeführt und können so selbst herausfinden, ob ihnen das Werkeln Freude bereitet. Das ist ein guter Weg, Handwerk für die Kinder erlebbar zu machen“, sagte Glawe. 

Informationen zum Handwerk in Mecklenburg-Vorpommern

Derzeit sind über 20.200 Betriebe bei den Handwerkskammern in Mecklenburg-Vorpommern verzeichnet. Diese beschäftigen über 112.000 Menschen sowie 5.061 Lehrlinge und erwirtschaften einen jährlichen Umsatz von neun Milliarden Euro. Gemessen an den gesamtwirtschaftlichen Eckdaten können dem Handwerk in Mecklenburg-Vorpommern etwa 10 Prozent der Bruttowertschöpfung, rund 14 Prozent der Erwerbstätigen und etwa 25 Prozent des Ausbildungsmarktes zugerechnet werden. Mit 12,4 Handwerksbetrieben je 1.000 Einwohner wird der deutsche Durchschnitt von 11,8 Betrieben pro 1.000 Einwohnern deutlich übertroffen. In der Handwerkskammer Schwerin sind circa 7.600 Betriebe mit etwa 35.000 Beschäftigten registriert. 

Informationen zum „Zukunftspreis Handwerk“

Der mit 10.000 Euro dotierte Preis soll künftig alle zwei Jahre vergeben werden. Die Sparkasse Mecklenburg-Schwerin stellt das Preisgeld und die Handwerkskammer Schwerin lobt zusätzlich mit weiteren 1.500 Euro den Sonderpreis Digitalisierung aus. Teilnahmeberechtigt sind alle Betriebe, die in der Handwerksrolle und im Verzeichnis der handwerksähnlichen Gewerbe der Handwerkskammer Schwerin eingetragen sind. Die Wettbewerbsjury besteht aus Vertretern der Handwerkskammer Schwerin, der Sparkasse Mecklenburg-Schwerin, des Wirtschaftsministeriums M-V, des Energieministeriums M-V, des Technologie- und Beratungsinstituts M-V, des Patentinformationszentrums und der Hochschule Wismar.

 

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