Schwerin: Antrittsbesuch des stellvertretenden Bezirksvorsitzenden des DGB Nord

Jochen Schulte: „Tarifbindung treibt die Lohnentwicklung in Mecklenburg-Vorpommern“

Nr.01/2026  | 05.01.2026  | WM  | Ministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit

Der Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit, Jochen Schulte, hat heute den neuen stellvertretenden Bezirksvorsitzenden des DGB Nord, Daniel Taprogge, zu einem Antrittsbesuch in Schwerin empfangen. Im Mittelpunkt des Gesprächs stand unter anderem die Entwicklung der Löhne in Mecklenburg-Vorpommern. Nach aktuellen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit stiegen die Bruttomonatslöhne im Land im Jahr 2024 um 6,3 Prozent. Damit liegt Mecklenburg-Vorpommern über dem Bundesdurchschnitt und deutlich über Westdeutschland.

„Das ist kein Zufall, sondern das Ergebnis stabiler Tarifbindung und klarer politischer Rahmenbedingungen“, sagte Staatssekretär Schulte. „Wo Tarifverträge gelten, steigen Löhne verlässlicher. Genau deshalb setzen wir in Mecklenburg-Vorpommern konsequent auf Sozialpartnerschaft zwischen Unternehmen und Beschäftigten.“

Daniel Taprogge wurde Ende November 2025 von der Bezirkskonferenz des DGB Nord zum stellvertretenden Bezirksvorsitzenden gewählt. Er folgt auf Ingo Schlüter. Im Gespräch betonte Taprogge die Bedeutung starker Tarifverträge und betrieblicher Mitbestimmung für gute Arbeit und Fachkräftesicherung im Norden.

„Tarifbindung ist der wichtigste Hebel für gute Arbeitsbedingungen und faire Löhne. Dass die Einkommen in Mecklenburg-Vorpommern stärker steigen als anderswo, zeigt, dass sich dieser Weg lohnt“, sagte Taprogge.

In Mecklenburg-Vorpommern arbeiten rund 45 Prozent der Beschäftigten in tarifgebundenen Betrieben, etwa 23 Prozent der Betriebe wenden Tarifverträge an. Rechnet man die Betriebe hinzu, die sich an Tarifverträgen orientieren, profitieren rund drei Viertel der Beschäftigten im Land von tariflichen Standards. Damit ist die Tarifbindung in Mecklenburg-Vorpommern deutlich stabiler als in vielen anderen Regionen.

„Mit dem Tariftreue- und Vergabegesetz haben wir bewusst einen Rahmen geschaffen, der faire Löhne stärkt und Wettbewerb über Qualität statt über Lohndumping organisiert“, so Schulte. „Das zahlt sich jetzt sichtbar in der Lohnentwicklung aus.“

Ein weiterer Schwerpunkt des Gesprächs war die Stärkung von Betriebsräten, insbesondere in kleinen und mittleren Unternehmen. „Mitbestimmung und wirtschaftlicher Erfolg gehören zusammen. Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels sind gute Arbeitsbedingungen ein entscheidender Standortvorteil für unsere Betriebe“, sagte Schulte.