6. Landesschülerfirmenmesse in Güstrow
Seidel: Chance für Schüler, das erlernte Wissen frühzeitig praktisch anzuwenden
Rund 60 Schülerunternehmen haben sich am Mittwoch auf der 6. Landesschülerfirmenmesse in Güstrow präsentiert. "Schülerfirmen in Mecklenburg-Vorpommern vermitteln jungen Menschen ein realistisches und zugleich differenziertes Bild der Wirtschaft. Wer seine berufliche Zukunft plant, muss so früh wie möglich ein Gespür dafür entwickeln, wohin die Reise geht. Im richtigen Moment die richtige Entscheidung treffen und dann mit Fleiß, Zielstrebigkeit und Konsequenz sein Ziel zu verfolgen, darauf kommt es an", sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Jürgen Seidel in Güstrow.
"Schülerfirmen bieten ein wirklichkeitsnahes Umfeld, in dem Schülerinnen und Schüler wie richtige Unternehmen zu denken und zu handeln lernen", so Seidel weiter. Derzeit sind in MV ca. 120 Firmen unter dem Dach von Schülerfirmen-MV tätig. Etwa 10.000 Schüler haben ihre Chance genutzt und in einer Schülerfirma erste Erfahrungen in unternehmerischem Denken und Handeln gesammelt. Seidel dankte auf der Messe auch den 120 Lehrern, die im Rahmen des Schülerfirmenprojektes bislang weitergebildet wurden. Sie haben sich spezielle betriebswirtschaftliche Kenntnisse zu Finanzen, Buchhaltung, Marketing und Öffentlichkeitsarbeit und auch Kenntnisse zum Organisations- und Projektmanagement, zu Rechts- und Versicherungsfragen angeeignet. "Diese Form der Weiterbildung ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer weitgehenden Einbeziehung wirtschaftlicher Kenntnisse und Kompetenzen in die allgemeine Grundausbildung", sagte Seidel.
"In der Schule bekommen die Jugendlichen die Theorie vermittelt, mit den Schülerfirmen haben die Schüler die Chance, das erlernte Wissen frühzeitig praktisch anzuwenden. Mit einer Schülerfirma kann man sich aktiv auf den späteren Berufsweg vorbereiten", sagte Seidel. Mittelständische Unternehmen schaffen in Deutschland ca. 70 Prozent der Arbeitsplätze und stellen etwa 80 Prozent der Ausbildungsplätze bereit.
Seit Anfang des Jahres erhalten Schüler, die mindestens ein Jahr lang in einer Schülerfirma tätig waren, ein Zertifikat. "Mit dem Gütesiegel wird den Schülern bestätigt, dass sie unter realistischen Bedingungen und mit pädagogischer Hilfe einen vielseitigen Einblick in die Arbeitswelt bekommen sowie Verantwortung und Kreativität über einen längeren Zeitraum an einem Projekt trainiert haben. Für potentielle Arbeitgeber der Schüler sind die Zertifikate ein Beleg dafür, dass der Schüler erste praxisnahe Erfahrungen gesammelt hat. Die Chancen, eine gute Lehrstelle zu finden, wächst, denn das Zertifikat, das sie beim Abgang aus der Schule erhalten, ist eine erstklassige Visitenkarte. Die Teilnehmer an einer Schülerfirma erfahren darüber hinaus, dass Unternehmer sein neben einer Menge Arbeit auch viel Spaß macht!", sagte Seidel weiter.
Zur Information
Das Programm "Schülerfirmen in Mecklenburg-Vorpommern" ist ein Projekt des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus in Kooperation mit dem Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur in Mecklenburg-Vorpommern.
Schülerfirmen sind pädagogische Schulprojekte. Sie orientieren sich an realen Unternehmen. Die beteiligten Schüler üben sich im Schreiben von Unternehmenskonzepten, planen Umsätze, sammeln Erfahrungen im Controlling und führen erste Bankgespräche. Sie entscheiden selbständig und verantwortlich, werden dabei von Fachleuten unterstützt. Schülerfirmen kümmern sich beispielsweise um die Versorgung ihrer Mitschüler in den Pausen, geben Nachhilfeunterricht in Englisch oder Informatik, erstellen Internetpräsentationen für Firmen oder sie entwickeln und vertreiben Schülerzeitschriften.
Interessierte Schüler und Lehrer können im Internetportal www.schuelerfirmen-mv.de Näheres erfahren. Oder sie wenden sich an: Susann Bischoff, Tel. 0385-55 775 700 oder bischoff@schuelerfirmen-mv.de.



