Suchtbericht MV

Erster Bericht zur ambulanten Suchthilfe in Mecklenburg-Vorpommern

Wirtschafts- und Gesundheitsminister Harry Glawe hat gemeinsam mit Birgit Grämke, Referentin für Suchtkrankenhilfe und stellvertretende Geschäftsführerin der Landeskoordinierungsstelle für Suchtthemen Mecklenburg-Vorpommern (LAKOST) den ersten landesweiten Suchthilfebericht vorgestellt.
Darin sind erstmals die Daten aller Sucht- und Drogenberatungsstellen zusammengetragen und aufbereitet worden. Somit liegt eine fundierte Basis vor, um die wertvolle Arbeit der Beratungsstellen künftig noch zielgruppengenauer ausrichten zu könen. Der Bericht zeigt deutlich: Alkohol- und Cannabismissbrauch sind die Hauptthemen, zu denen Hilfe und Unterstützung gesucht wird. Zudem nimmt das pathologische Glücksspiel eine steigende Bedeutung ein.

10.127 Menschen haben Hilfe gesucht

In Mecklenburg-Vorpommern haben im Jahr 2018 insgesamt 10.127 Menschen eine Betreuungen in Anspruch genommenen. Das sind 0,63 Prozent der Gesamtbevölkerung im Nordosten (77 Prozent Männer, 23 Prozent Frauen). 71 Prozent suchten Hilfe wegen eines Alkoholproblems, 13 Prozent wegen eines Problems mit Cannabis, gefolgt von jeweils 3 Prozent wegen Pathologischen Spielens, Stimulanzien und anderen Psychotropen Substanzen/Polytoxikomanie. Die größte Altersgruppe der Hilfesuchenden sind mit rund 28 Prozent die 30 bis 39-Jährigen, gefolgt von den 50 bis 59-Jährigen mit knapp 23 Prozent; 3,23 Prozent sind unter 18 Jahre alt.

Beratungsstellen in MV

Mecklenburg-Vorpommern verfügt über ein flächendeckendes Netz an Suchtberatungsstellen, die eine zeitnahe Beratung Betroffener sicherstellen. Die Arbeit der Sucht- und Beratungsstellen im Land wird jährlich mit 1,87 Millionen Euro durch das Wirtschaftsministerium unterstützt.

Die Landeskoordinierungsstelle für Suchtthemen Mecklenburg-Vorpommern (LAKOST MV) mit den Standorten in Schwerin und Demmin ist ein Projekt des Vereins zur Förderung der Prävention in MV. In der LAKOST MV sind derzeit sechs Mitarbeiter tätig. Die Stelle koordiniert Angelegenheiten zu den Themen Suchthilfe, Suchtprävention und Suchtselbsthilfe in MV. Das Wirtschaftsministerium unterstützt die LAKOST in Höhe von 330.000 Euro jährlich aus Mitteln des Landes.

Informationen zum Bericht

Der Bericht basiert auf den Daten von 26 Sucht- und Drogenberatungsstellen mit 37 Teilstellen in Mecklenburg-Vorpommern. Zusätzlich sind Daten des Chamäleon e.V. Stralsund und des Kompetenzzentrums und der Beratungsstelle für exzessiven Mediengebrauch und Medienabhängigkeit enthalten. Die komplette Auswertung steht unter „Publikationen und Dokumente“ zum Download bereit.

Publikationen und Dokumente

Publikationen

Suchtbericht Mecklenburg-Vorpommern

Die Behandlung suchtkranker Menschen wurde durch die Anerkennung als Krankheit durch das Bundessozialgericht (1968) zumindest auf rechtlicher Basis in das medizinische System integriert.

Der vorliegende Bericht beschreibt das Klientel der Sucht- und Drogenberatungsstellen in Mecklenburg-Vorpommern und die in Anspruch genommenen Betreuungen im Jahr 2018. Der vorliegende Bericht basiert auf den Daten von 26 Sucht- und Drogenberatungsstellen mit 37 Teilstellen. Zusätzlich sind im Bericht die Daten von Chamäleon e.V Stralsund und dem Kompetenzzentrum und der Beratungsstelle für exzessiven Mediengebrauch und Medienabhängigkeit enthalten.

Presseinformation zur Vorstellung des Suchtberichtes MV am 04.02.2020