Ideenwettbewerb Gesundheitswirtschaft 2019

Gewinner des 10. Ideenwettbewerbs

In diesem Jahr gingen insgesamt 19 Projektideen in die Bewertungsrunde ein. Analyse von Nierenzellen, TÜV für Krebsdiagnostik, Optimierung von Wirbelsäulen-Therapien, Desinfektionen für Katheter und Hände sowie Gesundheitslotsen sind die Gewinner des diesjährigen Wettbewerbs. Die Sieger-Projekte zeichnen sich durch die Entwicklung innovativer Lösungsansätze und neuartige Verfahren und Produkte in der Gesundheitswirtschaft aus. Darin schlummert ein enormes Potenzial, die Verfahren und Produkte aus Mecklenburg-Vorpommern weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt zu machen.

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Preisträger Ideenwettbewerb Gesundheitswirtschaft 2019

Am 03. Juni 2019 sind die sechs Gewinner des 10. „Ideenwettbewerbs Gesundheitswirtschaft“ feierlich in Rostock ausgezeichnet worden. Der Ideenwettbewerb 2019 wurde unter dem Motto „Innovative Ideen für die Gesundheitswirtschaft“ durchgeführt. Foto: Joachim Kloock

Am 03. Juni 2019 sind die sechs Gewinner des 10. „Ideenwettbewerbs Gesundheitswirtschaft“ feierlich in Rostock ausgezeichnet worden. Der Ideenwettbewerb 2019 wurde unter dem Motto „Innovative Ideen für die Gesundheitswirtschaft“ durchgeführt. Foto: Joachim Kloock

Siegervorschläge werden prämiert

Eine Fachjury unter Federführung des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit MV und je einem Vertreter der Staatskanzlei MV, des Kuratoriums Gesundheitswirtschaft MV sowie der Industrie- und Handelskammern des Landes hat aus den eingereichten Projektideen sechs Bewerbungen für eine Förderung vorgeschlagen.

Bei den sechs zur Förderung vorgeschlagenen Projektideen handelt es sich insgesamt um ein Fördervolumen in Höhe von bis zu 862.000 Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und um ein Gesamtprojektvolumen in Höhe von bis zu 1,19 Millionen Euro.
In der EU-Förderperiode 2014 bis 2020 werden für die Förderung von Projekten der Gesundheitswirtschaft rund zehn Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) zur Verfügung gestellt.

Erfolgsmodell Ideenwettbewerb Gesundheitswirtschaft

Der Wettbewerb hat sich zu einem kreativen Ideengeber für die heimische Gesundheitswirtschaft entwickelt. Viele Ideen sind erfolgreich im Alltag angekommen, so dass konkrete und qualitativ hochwertige Angebote umgesetzt werden konnten. Seit dem Start im Jahr 2008 wurden in zehn Ideenwettbewerben (einschließlich 2019) insgesamt 58 Projektideen mit einem Gesamt-Investitionsvolumen von etwa 9,8 Millionen Euro in Höhe von 7,1 Millionen Euro finanziell unterstützt.

Preisträger des Ideenwettbewerbs Gesundheitswirtschaft 2019

Projekt: PEMP – innovative und schnelle Quantifizierung der Nierenstruktur

Träger: NIPOKA aus Greifswald

Das Analyseverfahren erlaubt erstmals, schnell, exakt und quantitativ die Veränderungen einer speziellen Zelle in der Niere, die in 80 Prozent aller Nierenerkrankungen verändert ist, zu bestimmen. Durch diese neue Kennzahl ist nun eine gezieltere Forschung und effiziente Entwicklung von heilenden Medikamenten möglich geworden. Zudem erlaubt dieses Verfahren eine sehr genaue und personalisierte Diagnostik in der Nephrologie. In der Projektlaufzeit wird eine Marketingstrategie entwickelt, um das Verfahren im Rahmen einer Dienstleistung Forschungsinstituten, Kliniken und Pharmafirmen international anzubieten.

Das Unternehmen plant, sein Quantifizierungsverfahren international zu vermarkten. Das stärkt den Ruf Mecklenburg-Vorpommerns als Gesundheitsland und Innovator der Gesundheitswirtschaft.

Projekt: TÜV für Krebsdiagnostik

Träger: SensID GmbH aus Rostock

Das Unternehmen befasst sich unter anderem mit der Entwicklung und Herstellung von Referenzmaterialien für die Gendiagnostik bei Krebserkrankungen. Alle Diagnosemethoden hängen letztlich von der Qualität ihrer Kontrollen ab. Durch die Bereitstellung zertifizierter Referenzmaterialien kann die Qualität molekularer Diagnosemethoden verbessert werden. Somit soll ein Beitrag geleistet werden, Patienten eine optimale Therapie anzubieten. SensID hat hierfür Lösungen entwickelt, die am internationalen Markt vertrieben werden sollen. Die Produkte sollen gesicherte Aussagen zur Erkrankung und den entsprechenden Therapiemöglichkeiten ermöglichen. Sie werden gezielt deutschen und internationalen Uni-Kliniken, Medizinische Versorgungszentren und Diagnostiklabore angeboten.

„Die Entwicklung und Erforschung der neuartigen Referenzmaterialien hat das Unternehmen gemeinsam mit der Universitätsmedizin Greifswald durchgeführt. Das ist ein gelungenes Beispiel für das enge Zusammenwirken von Wirtschaft und Wissenschaft im Land.

Projekt: SpinePatch – Entwicklung flexibler Sensor-Patches zum Monitoring der orthetischen Versorgung der Wirbelsäule

Träger: Orthopädie-Technik-Service aktiv GmbH aus Greifwald

In der Therapie von Wirbelsäulenproblemen kommen Orthesen zum Einsatz, die in unterschiedlicher Ausprägung eine Stütz- und Korrekturfunktion übernehmen. Häufig werden diese Orthesen durch die Patienten nicht korrekt angelegt oder nicht konsequent getragen. Um den Patienten während der Therapie zu unterstützen, werden zuschneidbare Sensorpatches auf Basis smarter Textilien entwickelt, die zum flächigen Monitoring des Anpressdrucks von Wirbelsäulenorthesen unterschiedlicher Ausprägung genutzt werden kann. Der Arzt kann die von den Sensoren erfassten Daten auslesen und die Therapie optimieren. Der Patient erhält über einen eingebauten Aktor Informationen über den richtigen Sitz der Othese und kann gegebenenfalls Korrekturen vornehmen. Der Therapieerfolg kann somit gesteigert werden. Das SpinePatch zeigt an, ob technische Hilfsmittel richtig am Körper sitzen, um die optimale Wirkung zu erreichen. Das Produkt hilft Erkrankten und dem medizinischen Personal gleichermaßen, um bestmögliche Therapieerfolge zu erreichen.

Projekt: CutSep – ein neuer, patentierter Ansatz zur Verhinderung von Kathetersepsis

Träger: Solvamed GmbH aus Rostock

Die Solvamed GmbH hat ein neues Verfahren zur Desinfektion des Stichkanals in der oberen Hautschicht beim Setzen von Kathetern entwickelt. Bestehend aus einem Applikator und Gel, reinigt „CutSep“ und schützt vor der Übertragung von Keimen auf den zentralen Venenkatheter und ähnlichen Instrumenten. Im Hinblick auf die CE-Zertifizierung wird eine klinische Studie durchgeführt und mit Hilfe entsprechender Marketingmaßnahmen die internationale Vermarktung angestrebt. Die Technik soll später auch bei weiteren medizinischen Instrumenten wie beispielsweise Venülen oder Pins ihren Einsatz finden.

Projekt: GLOW – Der Gesundheitslotse im Thalasso-Seebad Warnemünde

Träger: Tourismuszentrale Rostock & Warnemünde

Ziel des Projektes ist es, die gesundheitsfördernde Wirkung des Meeres und des Klimas stärker erlebbar zu machen und sie in buchbaren Paketen den Gästen des Seebades Warnemünde anzubieten. Dabei werden Service und Qualität der Angebote noch stärker in den Fokus gerückt indem spezifische Kundenbedürfnisse herausgearbeitet und die notwendigen organisatorischen und finanziellen Voraussetzungen für ein erfolgreiches Agieren im Markt geschaffen werden. Durch die Etablierung einer Schnittstelle zwischen Gast und lokalem Leistungsträger sowie entsprechender Marketingmaßnahmen wird sich Warnemünde als Thalasso-Standort profilieren. Immer mehr Gäste in Mecklenburg-Vorpommern wollen in ihren Ferien auch Gesundheitsangebote wahrnehmen. Mit der Umsetzung eines Gesundheitslotsen sollen Urlauber künftig unkompliziert passende Angebote finden.

Projekt: Sporosan - neuartiges Händedesinfektionsverfahren zur Bekämpfung von Krankenhausinfektionen

Träger: Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie e.V. aus Greifswald

Das Team Nebula Labs vom Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie e. V. hat einen neuen Wirkstoff zur Händedesinfektion entwickelt, der neben multiresistenten auch sporenbildende Keime - gegen welche kein bislang zugelassenes Händedesinfektionsmittel wirkt - in Sekunden abtötet. Die zum Patent angemeldete Desinfektionstechnologie basiert auf einer innovativen Formel. Die erzeugte Substanz ist wasserbasiert, hautfreundlich und unbedenklich für die Umwelt. Im Rahmen des Projektes wird die Formulierung des Desinfektionsmittels finalisiert und ein geeignetes Spendersystem entwickelt. Die Bekämpfung von Krankenhausinfektionen ist ein wichtiges Thema für das medizinische Personal, Patienten und Besucher. Eine schnell wirksame und einfach anzuwendende Desinfektionslösung hilft, das Risiko einer Ansteckung zu mindern.

Publikationen und Dokumente

Aufruf zum Ideenwettbewerb Gesundheitswirtschaft 2019