LUDWIG-BÖLKOW-Technologiepreis 2008

Medizintechnikfirmen erhalten Technologie-Preis - Erfolg mit innovativen Produkten aus MV

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Medaille des Ludwig-Bölkow Technologiepreises

Medaille des Ludwig-Bölkow Technologiepreises

Medaille des Ludwig-Bölkow Technologiepreises

Den Ludwig-Bölkow-Technologiepreis Mecklenburg-Vorpommern 2008 teilen sich die Rostocker ARTOSS GmbH sowie die in Parchim ansässige RoweMed AG. "Beide Unternehmen haben mit ihren Produkten die Jury überzeugt. Hier werden das Know-how, moderne Technologien und Lösungen aus unserem Land miteinander verknüpft. Im Ergebnis sind international marktfähige Produkte entstanden. Wir brauchen noch mehr solcher Entwicklungen. Mit der Neuausrichtung der Forschungs- und Entwicklungsförderung sind auch die hierfür notwendigen Rahmenbedingungen geschaffen worden", begründete der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Jürgen Seidel die Preisvergabe. Der Preis ist mit insgesamt 10.000 Euro dotiert.

ARTOSS entwickelte in enger Zusammenarbeit mit der Universität Rostock ein Ersatzmaterial, welches Eigenknochenmaterial bei Knochendefekten und -defiziten ersetzt. Mittels seiner im innovativen Sol-Gel-Verfahren entwickelten Nanostruktur ist das Ersatzmaterial dem autologen Knochen nachempfunden, wodurch es als körpereigen erkannt wird und somit dem natürlichen Knochen-Remodeling unterliegt.

RoweMed entwickelte einen Infusionsverteiler für verschiedene Medikamente oder Flüssigkeiten, die zeitgleich, aber mit unterschiedlicher Infusionsrate verabreicht werden müssen. Dies erfolgt mittels mehrerer Ventile und einem Filter, die in einem Bauteil integriert sind. Zugänge wurden durch automatisch öffnende und schließende Ventile ersetzt, wodurch die Patientensicherheit in punkto Hygieneanforderungen und Fehlbedienung erhöht, der Bedienungsaufwand und Kosten reduziert wurden.

Den Ludwig-Bölkow-Nachwuchspreis, der mit 2.500 Euro dotiert ist, erhielt Stefan Pfeiffer von der Universität Rostock. Der Preis wird für überragende selbstständige Leistungen Jugendlicher oder Studenten mit wissenschaftlichem Hintergrund ausgelobt. Der Preisträger konzipierte und implementierte im Rahmen seiner Bachelorarbeit einen HMAC-Co-Prozessor als Modul für eine Hardware-Firewall. Der Vorteil einer Hardware-Firewall ist, dass diese vor dem zu schützenden System steht. Durch die Verwendung eines speziellen Chips wird ein minimaler Energieverbrauch und hohe Effizienz bei kleinen Abmaßen erzielt. Die vorgeschlagene Sicherheitslösung hat das Potenzial, vielfältige Anwendungsbereiche zu erschließen. Insbesondere in der mobilen Kommunikation können sich vielfältige Vorteile ergeben.

Der diesjährige Nachwuchssonderpreis der Firma Ferchau wurde an die Schüler der Kooperativen Gesamtschule Friedland, Paul Scherer, Friedrich-Paul Tümpel und Tobias Fitschen, vergeben. Die Schülergruppe hat ein Überwachungssystem entwickelt, das sich unter anderem für die Diebstahlsicherung an Fischreusen eignet.

Das Land Mecklenburg-Vorpommern und die drei Industrie- und Handelskammern des Landes hatten den Preis mit Unterstützung der Landestechnologiezentren in diesem Jahr zum sechsten Mal gemeinsam ausgelobt. 23 Unternehmen und 11 Nachwuchstüftler folgten dem Aufruf der IHKs, Technologiezentren und des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus des Landes zur Teilnahme am diesjährigen Wettbewerb. Gefragt waren Produkt- oder Verfahrensentwicklungen und technologische Dienstleistungen, welche von einer unabhängigen Jury nach Neuheitsgrad, Aktualität und Anwendungsbreite sowie nach technischer und wirtschaftlicher Umsetzbarkeit und Marktfähigkeit beurteilt wurde.

In der EU-Strukturfondsperiode 2007-2013 stehen aus den beiden EU-Strukturfonds EFRE (Europäischer Fonds für regionale Entwicklung) und ESF (Europäischer Sozialfonds) 155 Millionen Euro zur Verfügung. "Ich appelliere an Unternehmer und Wissenschaftler, die vielfältigen Potenziale der Verbundförderung für ihre Zukunftsplanung auszuschöpfen", sagte Seidel. "Die Ausrichtung der Forschungsschwerpunkte auf die konkreten Anforderungen der Wirtschaft im Land steht im Vordergrund. Dies soll attraktive und zukunftsorientierte Arbeitsplätze im Land schaffen."

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