LUDWIG-BÖLKOW-Technologiepreis 2010

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Medaille des Ludwig-Bölkow Technologiepreises

Medaille des Ludwig-Bölkow Technologiepreises

Medaille des Ludwig-Bölkow Technologiepreises

Das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus und die Industrie- und Handelskammern des Landes Mecklenburg-Vorpommern haben mit Unterstützung durch die Technologiezentren den "LUDWIG-BÖLKOW-Technologiepreis Mecklenburg-Vorpommern" 2010 zum achten Mal ausgelobt. Schirmherr ist Wirtschaftsminister Jürgen Seidel.

Angaben zu den Preisträgern

LUDWIG-BÖLKOW-Technologiepreis

ds automation GmbH, Schwerin

Vorhaben: Akustische Sensoren der Serie dsound© USS4 und USS5

Die ds automation GmbH wurde im Juli 1997 in Schwerin gegründet und ist im Technologiepark Schwerin angesiedelt. Das Hauptgeschäftsfeld ist die Entwicklung, die Produktion und der Vertrieb elektronischer Baugruppen und Geräte; Spezialisierung auf Mess- und Sensortechnik. Das Unternehmen beschäftigt derzeit 16 Mitarbeiter.

Akustische Sensoren: Viele Geräte in der industriellen Qualitätsprüfung sind teuer, aufwendig zu installieren, wartungsintensiv und in vielen Bereichen nicht einsetzbar. Der dsound® USS4 "hört" geringste Änderungen im Klang von Kleinteilen oder Glasbehältern. So können minimale Fehler wie Risse, Einschlüsse oder Geometriefehler auch bei starkem Umgebungslärm sicher erkannt werden. Durch das akustische Verfahren, den hohen Schutzgrad und die kompakte Bauform des USS4 sind Qualitätsprüfungen nun auch in Bereichen möglich, in denen andere Systeme, wie zum Beispiel Kameras, versagen.

Häufig ist ein verändertes Geräusch das erste Anzeichen für eine Störung, wie beim Reißen von Material, Brechen von Werkzeugen oder Platzen von Druckschläuchen. Mit dem dsound® USS5 können Maschinen und Prozesse sicher akustisch überwacht werden. Ebenso lassen sich sichere Bewertungen von Ventil- und Relaiszuständen oder erfolgreich eingerasteten Teilen in der Montage (Snap-In) durchführen. (Angaben vom Unternehmen)

LUDWIG-BÖLKOW-Nachwuchspreis

1. "Efea" - Ökologischer Reiniger auf Efeu-Basis

Johanna Pügge und Christopher Mattheus - Schülerprojekt, CJD Christophorusschule Rostock

Ziel des Projektes war es, einen ökologisch sowie hautverträglichen Reiniger "efea", d. h. auf Basis von Efeu, herzustellen und die Etablierung des Reinigungsmittels auf dem Markt vorzubereiten und durchzuführen. Der Grundgedanke war, chemisch hergestelltes (Zucker-) Tensid, das unter anderem eine hohe Bakterien- und Fischtoxizität besitzt, durch die natürlichen Saponine des Efeus in großen Teilen zu ersetzen, um eine hohe Haut- und Umweltverträglichkeit zu erreichen. In Zusammenarbeit mit dem Auftraggeber finden derzeit vorläufige Markttests statt. Es wurde bereits ein eigenes Layout entwickelt. Im Rahmen des Markttests werden kleine Probeflaschen an ausgewählte Kunden verschickt.

2. "Optimierung der Radnabe von Injektoren"

Durch die wachsende Zahl der Biogasanlagen in MV fallen erhebliche Mengen an stickstoffhaltigem Biogasabwasser (mit geringer Konzentration) an. Zum einen gibt es die Varianten der Aufbereitung (Trocknen und Verdickung) und Veredelung als Festdünger oder zum anderen die flüssige Ausbringung. Daraus erwächst die Aufgabe, die Applikationsmenge von flüssigem Biogasabwasser in der gleichen Zeiteinheit durch konstruktive Änderungen der Injektoren zu steigern.

Injektoren haben gegenüber anderen Ausbringungsmethoden von Flüssigdünger den Vorteil, dass punktgenau gedüngt werden kann und Auflagen des Wasserschutzes wesentlich besser umgesetzt werden können. Der Flüssigdünger wird dabei über Hohlspeichen-(Spoke)räder und über Spokes in den Boden eingebracht. Die Nabe des Spokerades ist das steuernde Bauteil, da sie gleichzeitig die Kräfte, die durch das Überfahren auftreten, aufnehmen, den Dünger dosiert durchleiten und auch die entstehende Reibwärme ableiten muss.

Alle Überlegungen, die Durchflussmenge zu erhöhen, setzen eine konstruktive Veränderung der Nabe voraus. Es wurden Vorschläge zur konstruktiven Veränderung der Nabe und auch des Speichenrades dargelegt. Die Konstruktion erreicht eine Steigerung des Düngerausstoßes von 100 Prozent bei einer Gewichtserhöhung des Bauteils um nur 134 Gramm. Gleichzeitig erhöht sich die Beständigkeit der Nabe durch den Einsatz von Teflon in den Bereichen, die mit dem Flüssigdünger in Kontakt kommen. Durch die Konstruktion verdoppelt sich die Spokeanzahl. Ein gleichmäßigerer Düngerausstoß führt zu einem gleichmäßigeren Wurzelwachstum. Das entwickelte Muter soll gebaut werden und bei einer landwirtschaftlichen Feldbestellung getestet werden.

Informationen zum LUDWIG-BÖLKOW-Preis

Mit dem "LUDWIG-BÖLKOW-Technologiepreis Mecklenburg-Vorpommern" werden Unternehmen und wissenschaftlich ausgebildete Einzelpersonen oder von solchen geleitete Personengruppen ausgezeichnet, die sich um den erfolgreichen Transfer von Forschungs- und Entwicklungsergebnissen aus Mecklenburg-Vorpommern in die wirtschaftliche Nutzung in Form von Produkten, Verfahren und technologischen Dienstleistungen besonders verdient gemacht haben. Wissenschaftler sollen stärker dazu angeregt werden, ihre Arbeitsergebnisse intensiver in die Unternehmen des Landes Mecklenburg-Vorpommern einzubringen, um zukunftsorientierte und hochwertige Arbeitsplätze im Land Mecklenburg-Vorpommern zu schaffen und zu sichern.

Zusätzlich wird jährlich ein "LUDWIG-BÖLKOW-Nachwuchspreis" vergeben. Dieser dient der Förderung, Würdigung und Stimulierung von Kreativität und Innovationsgeist von Studenten und technikinteressierten Jugendlichen. Er steht für hervorragende, innovative und praxisorientierte Leistungen im dargestellten Sinne.

Der Namensgeber, Dr. Dr. hc. mult. Ludwig Bölkow, war ein gebürtiger Schweriner und Mitbegründer des Konzerns Messerschmidt-Bölkow-Blohm (MBB), aus dem die DASA (heute EADS) entstand. Für die "Ludwig-Bölkow-Preise" stehen insgesamt 12.500 Euro Preisgeld zur Verfügung, 10.000 Euro für den "LUDWIG-BÖLKOW-Technologiepreis MV" und 2.500 Euro für den "LUDWIG-BÖLKOW-Nachwuchspreis".

Hausanschrift
Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Mecklenburg-Vorpommern
Abteilung 3
Referat 310 - Technologie
Johannes-Stelling-Straße 14
19053 Schwerin
Referatsleiter
Ralf Svoboda
Telefon: 0385-588 5310
Telefax: 0385-588 5032