LUDWIG-BÖLKOW-Technologiepreis Mecklenburg-Vorpommern 2015

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Ludwig-Bölkow-Technologie­preis

Ludwig-Bölkow-Technologie­preis

Gefragt waren Innovationsgeist, kreative Ideen und kluge Köpfe. Gesucht wurden Produkt- und Verfahrensinnovationen sowie innovative technologische Dienstleistungen, die sich wirtschaftlich umsetzen lassen. Der LUDWIG-BÖLKOW-Technologiepreis wurde in diesem Jahr zum 13. Mal vergeben. Die feierliche Preisverleihung mit anschließender Besichtigung der Technologien, mit denen sich Unternehmen des Landes um den diesjährigen Preis bewarben, fand am 04. November 2015 im LUDWIG-BÖLKOW-Haus in Schwerin statt.

Preisträger: LUDWIG-BÖLKOW-Technologiepreis

Den LUDWIG BÖLKOW-Technologiepreis erhielten 2015 zwei Unternehmen. Die Preisträger sind in diesem Jahr die new enerday GmbH aus Neubrandenburg und die CORTRONIK GmbH aus Rostock.

Das Medizintechnikunternehmen CORTRONIK und der Brennstoffzellenproduzent new enerday zeigen beispielhaft, dass es in Mecklenburg-Vorpommern viele Unternehmen gibt, die interessante, marktfähige  Produkte entwickeln, die den internationalen Vergleich nicht scheuen müssen. Ein wesentliches Kriterium für die Auszeichnung ist dabei der gelungene Technologietransfer zwischen Wirtschaft und Wissenschaft bei der Entwicklung technologischer Innovationen. Beide Siegerfirmen erhielten ein Preisgeld in Höhe von jeweils 5.000 Euro.

new enerday GmbH aus Neubrandenburg – Brennstoffzellenmodule für die autarke Stromversorgung

Das Neubrandenburger Unternehmen hat eine "EN Power Trailer und EN Power Box" entwickelt. Dabei handelt es sich um autarke und kompakte SOFC-Brennstoffzellenmodule (oxidkeramische Brennstoffzelle, "Solid Oxide Fuel Cell"- SOFC) auf Basis der Kraftstoffe Flüssiggas und Erdgas. Die EN-Baureihe stellt dabei mit entsprechenden technischen System- und Peripheriekomponenten versehene Brennstoffzellenmodule im Leistungsbereich von 200-500 Watt Nennleistung dar, die zur netzfernen und autarken Stromversorgung geeignet sind. Die Energiemodule weisen nach Unternehmensangaben einen hohen Wirkungsgrad bei geringsten Geräusch- und Abgasemissionen auf. Der elektrische Wirkungsgrad soll dabei bei rund 35 Prozent liegen, durch die Anwendung sollen gegenüber üblichen Dieselgeneratoren bis zu 50 Prozent der Betriebskosten gespart und der CO2-Ausstoß um über 90 Prozent reduziert werden.

Im Reisemobil, auf dem Segelboot oder im Ferienhaus – überall, wo eine zuverlässige und umweltfreundliche Energieversorgung nachgefragt wird, können die Brennstoffzellenmodule eingesetzt werden. Mit 13 hochqualifizierten Mitarbeitern ist es dem Unternehmen gelungen, das Produkt selbst zu entwickeln und marktfähig zu gestalten.

CORTRONIK GmbH aus Rostock – Behandlung von Gefäßverengungen mit neuartiger Gefäßstütze

Die Cortronik GmbH hat einen speziellen resorbierbaren Magnesiumscaffold (auflösende Gefäßstütze)  zur Behandlung von Gefäßverengungen entwickelt, der mit einer korrosionshemmenden, medikamententragenden Polymerbeschichtung versehen. Das Implantat ist nach mechanischer Stützung der Gefäßwand und lokaler Medikamentenversorgung in der Lage, sich selbst abzubauen. Verengte Gefäße, die operativ aufgeweitet wurden, damit der Blutfluss wieder funktioniert, regenerieren sich innerhalb von drei bis sechs Monaten. Für diesen Zeitraum kommt die abbaubare Gefäßstütze zum Einsatz, so dass das Gefäß in seinen ursprünglichen gesunden Zustand zurückkehren kann. Die Gefäßstütze  wurde erfolgreich in einer klinischen Studie getestet und soll ab 2016 eine CE-Zulassung erhalten. Mit der Entwicklung wurden bisher 20 Arbeitsplätze geschaffen, davon acht hochqualifizierte im Bereich Forschung und Entwicklung. Insgesamt arbeiten bei Cortronik derzeit 206 Mitarbeiter. Das Unternehmen hat sich bei der Entwicklung von Geräten und Produkten im medizinischen Bereich einen Namen gemacht, vor allem als Kompetenzzentrum für die Entwicklung und Produktion von Stents.

Informationen zum Preis:

Mit dem "LUDWIG-BÖLKOW-Technologiepreis Mecklenburg-Vorpommern" werden Unternehmen und wissenschaftlich ausgebildete Einzelpersonen oder von solchen geleitete Personengruppen ausgezeichnet, die sich um den erfolgreichen Transfer von Forschungs- und Entwicklungsergebnissen aus MV in die wirtschaftliche Nutzung in Form von Produkten, Verfahren und technologischen Dienstleistungen besonders verdient gemacht haben.

Der LUDWIG-BÖLKOW-Technologiepreis wird seit 2003 vergeben. Der Preis, gemeinsam ausgelobt vom Wirtschaftsministerium und den Industrie- und Handelskammern in Neubrandenburg, Rostock und Schwerin, würdigt die Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Wissenschaft im Nordosten.

Eine unabhängige Jury, bestehend aus einem Vertreter des Wirtschaftsministeriums, je einem Vertreter der IHKs, einem Vertreter der Universitäten und Fachhochschulen des Landes, einem Vertreter der Technologietransferstellen der Hochschulen, Medienvertreter sowie einem Vertreter der Kreditwirtschaft, bewertet und entscheidet über die Vergabe der Preise.

Der Namensgeber, Dr. Dr. hc. mult. Ludwig Bölkow war ein gebürtiger Schweriner und Mitbegründer des Konzerns Messerschmidt, Bölkow und Blohm (MBB), aus dem die DASA (heute EADS) entstand. Seine Verdienste liegen in der Luft- und Raumfahrt. Er entwickelte unter anderem Baumaschinen, automatisierte Fertigungsanlagen für Baustoffe, Flugkörper und Hubschrauber, Verkehrsflugzeuge bis hin zu landgebundenen Transportmitteln. Dr. Ludwig Bölkow starb kurz nach Vollendung seines 91. Lebensjahres am 25. Juli 2003.

Für den "LUDWIG-BÖLKOW-Technologiepreis MV" stehen 10.000 Euro Preisgeld zur Verfügung.

Weitere Informationen zum Preis und den Preisträgern der vergangenen Jahre bietet der Internetauftritt unter: www.boelkowpreis.de.

Publikationen und Dokumente

Zur Person Ludwig Bölkow