Lilienthal-Designpreis 2011

Pfiffige Spatzenhäuser, innovative LED-Leuchten, alternative Vorratsbehälter

2011 wurden zum 15. Mal der Lilienthal-Designpreis sowie der 11. Förderpreis des Landes Mecklenburg-Vorpommern vergeben. Beide Preise werden alle zwei Jahre verliehen und sind in diesem Jahr jeweils mit 3.000 Euro Preisgeld dotiert (insgesamt 6.000 Euro).

Der Lilienthal-Designpreis, der nach den Anklamer Brüdern Otto und Gustav Lilienthal benannt ist, wurde in den Kategorien Industrie- sowie Produktdesign, Kommunikations- und Multimediadesign sowie Architektur ausgeschrieben. Ziel des Wettbewerbs ist die Unterstützung der Wirtschaft und damit verbunden die Etablierung marktfähiger Produkte, die sich durch ein unverwechselbares Design auszeichnen.

Um den Lilienthal-Designpreis 2011 konnten sich Unternehmen, Designer, Behörden oder Kommunen bewerben. Der Förderpreis richtet sich an Studenten und Absolventen der Fachbereiche Design, Architektur und Innenarchitektur aus Mecklenburg-Vorpommern. Die Unterlagen mussten bis zum 29. April 2011 eingereicht werden.

Der diesjährige Wettbewerb wurde gemeinsam mit der Hochschule Wismar und dem Design-Zentrum Mecklenburg-Vorpommern (www.designzentrum-mv.de) durchgeführt. Das Netzwerk Design & Innovation für kleine und mittlere Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern wird vom Wirtschaftsministerium aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) unterstützt. Der Designpreis wurde erstmalig 1992 konzipiert, um das Gestaltungsbewusstsein im Land zu stärken und die Qualität von Produkten und Präsentationen zu verbessern. "Design made in MV" kann sich zu einem Markenzeichen entwickeln, das der Wirtschaft neue Impulse verleiht. Welche Dimensionen erfolgreiches Design international erreichen kann, zeigen die "Kussmünder" der AIDA-Kreuzfahrtschiffe.

Am 23. Juni 2011 hat der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Jürgen Seidel an der Hochschule Wismar die Gewinner des Lilienthal-Designpreises 2011 und des Lilienthal-Designförderpreises 2011 ausgezeichnet.

Von den 51 Wettbewerbsbeiträgen entfielen 27 Einsendungen auf den Lilienthal-Designpreis und 24 auf den Lilienthal-Designförderpreis. Unter allen Wettbewerbsteilnehmern für den Designpreis 2011 konnte sich in der Kategorie Produktdesign das Beatmungs- und Atemtherapiegerät "TRENTvent" der Firma Hoffrichter GmbH durchsetzen. Im Bereich der Nachwuchsdesigner (Designförderpreis) haben sich Studenten der Hochschule Wismar zweimal in der Preiskategorie Produktdesign und einmal in der Kategorie Kommunikationsdesign durchgesetzt. Überzeugen konnten Gestaltungsideen für alternative Vorratsbehälter zur optimalen Lagerung mit längerer Haltbarkeit der Lebensmittel, LED-Leuchten zur effizienten Beleuchtung von Geh- und Radwegen sowie Uferpromenaden und übersichtliche Formulare bei sämtlichen Hartz IV-Anträgen.

Die vier Preisträger haben sich automatisch für den bundesweiten Designpreis qualifiziert.

Preisträger Lilienthal Designpreis Mecklenburg-Vorpommern 2011

Kategorie Industrial Design/Produktdesign

Preisträger: "TRENDvent" Beatmungs- und Atemtherapiegerät

Designerin: Norbert Koop und Andreas Hildebrandt, Koop Industrial Design

Auftraggeber: Hoffrichter GmbH, Schwerin

Das Atemtherapiegerät der Firma Hoffrichter wurde für die druckgesteuerte Heimbeatmung und Atemunterstützung von Erwachsenen und Kindern entwickelt. Sechs Beatmungsmodi ermöglichen eine individuelle Anpassung der Therapie an die Bedürfnisse des Patienten. Durch eine übersichtliche Benutzeroberfläche mit einfacher Bedienung wird ein hoher Komfort und maximale Sicherheit im klinischen und häuslichen Bereich garantiert.

Anerkennungen

Anerkennung Kategorie Produktdesign: Spatzenhäuser - Nistkästen für Haussperlinge

Designer-Team: Laura Lenth, Marian Müller, Lisa Bornholdt, Anne Sell, Maria Grunau, Anke Gellrich, Lena Simon und Nicole Schimkus

Produktion: Ackermann GmbH, Wiesenbonn

Vertrieb: Deutsche Wildtier Stiftung

Anerkennung Kategorie Architektur: Wohnen auf Zeit – Wohngemeinschaftshaus

Designerin: Architektin Dipl.-Ing. Stefanie Henneke, studio nord I ost, Wismar

Lilienthal Designförderpreis Mecklenburg-Vorpommern 2011

1. Kategorie Produktdesign

Preisträger: "Typha" - LED Leuchtenfamilie für den Außenbereich

Designer: Stefan Maaßen und Julia Hagen

Bildungseinrichtung: Hochschule Wismar

Inspiriert durch Schwerins Uferzonen wurde eine Leuchten-Familie entwickelt, die sich dem Thema Wasser – Ufer – Land widmet. Die Typha-Leuchten ermöglichen ein gleichmäßiges Ausleuchtung von Fuß- und Radwegen mit höheren Sicherheitsanforderungen und bieten gleichzeitig die Möglichkeit, besondere städtische und natürliche Elemente in beeindruckender Weise in Szene zu setzten. Durch unterschiedliche Masthöhen, Neigungswinkel und Lichtverteilungen wird eine effiziente und individuelle Beleuchtung für Gehwege, Uferpromenaden und verwandte öffentliche Bereiche geschaffen.

2. Kategorie Produktdesign

Preisträger: "Cubile" - Alternativer Vorratsbehälter

Designerin: Dipl. Des. Anne Ziegler

Bildungseinrichtung: Hochschule Wismar

Die alternativen Vorratsbehälter ermöglichen eine stromlose Lagermöglichkeit für frische Lebensmittel wie Obst, Gemüse Käse, Brot. Zur optimalen Lagerung und längeren Haltbarkeit werden zwei Lagerarten, Trocken- und Kühllagerung, angeboten, wobei die mobile Vorratskammer nur aus Naturprodukten besteht. Die Wellenstruktur der Einlegeböden sorgt für die Belüftung der Lebensmittel nach allen Seiten und leitet Tropfwasser ab.

3. Kategorie Kommunikationsdesign

Preisträger: Neugestaltung Hartz-IV Antragsformulare

Designer: Dipl. Des. Jan Schimmagk

Bildungseinrichtung: Hochschule Wismar

Alle Hartz-IV Antragformulare wurden komplett und komplex überarbeitet hinsichtlich Sprache, Layout, Typographie, farblicher Gestaltung, Papier sowie der Struktur und erkennbaren Unterteilung von Fragen. Der Schwerpunkt der Überarbeitung lag darin, dass die Antragssteller ein ihnen zustehendes Recht wahrnehmen und nicht der Behörde gegenüber in einer unterlegenen Position geraten. Alle für die Bearbeitung notwendigen Informationen können durch die Behörde schneller erfasst werden.

Anerkennungen

Anerkennung Kategorie Produktdesign: "Ludica Tondo" - Spielzeug zur Förderung motorischer Fähigkeiten

Designerin: Dipl. Des. Rianne Engberink

Bildungseinrichtung: Hochschule Wismar

Anerkennung Kategorie Schmuckdesign: "mentum" – Multifunktionaler Schmuck

Designer: Enrico Krüper

Bildungseinrichtung: Hochschule Wismar