Unternehmer des Jahres in MV 2024
Die „Unternehmer des Jahres 2024 in Mecklenburg-Vorpommern“ wurden am 18. Juli 2024 in der „Tagungsrotunde“ in Rostock geehrt. Der Preis würdigt herausragende Beispiele unternehmerischen Wirkens von Unternehmerinnen und Unternehmern mit ihren Mitarbeitenden im Nordosten. Er hebt die Bedeutung eines verantwortlichen und nachhaltigen Unternehmertums hervor. In MV gibt es viele erfolgreiche und verantwortungsvoll arbeitende Unternehmen, inhabergeführte Firmen, Familienunternehmen, vor allem im Klein- und im Mittelstand.
Mit der Auszeichnung wird der unermüdliche Einsatz derjenigen gewürdigt, die mit ihren unternehmerischen Fähigkeiten und Visionen maßgeblich zur wirtschaftlichen Entwicklung des Landes MV beitragen. Die Bereitschaft, für Mitarbeitende und Produktionsprozesse täglich die Verantwortung zu übernehmen, Investitionen zu wagen und sich für die Menschen vor Ort sozial zu engagieren, zeichnet sie aus.
Die diesjährigen Preisträger kommen unter anderem aus der Lebensmittelindustrie, der Elektrotechnik, dem Tourismus und dem Fahrzeugbau. Diese Spannbreite spiegelt auch die Wirtschaft in MV wider. Der Preis ist Anerkennungen für die heimische Wirtschaftskraft im Land.
Der Preis wurde in diesem Jahr zum 16. Mal vergeben. Ausgelobt wurden Preisgelder in Höhe von insgesamt 15.000 Euro. Die Preisträger erhalten jeweils eine Urkunde und eine hochwertige Stele aus der Werkstatt der Rostocker Designerin Anna Silberstein. Die Auszeichnungen gelten insbesondere auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die das Fundament des Erfolges sind und den Familien, die mit viel Unterstützung und Verständnis dazu beitragen, dass Unternehmen erfolgreich sein können.
Träger des Wettbewerbs sind das Ministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit MV, der Ostdeutsche Sparkassenverband mit den Sparkassen in Mecklenburg-Vorpommern, die Landesarbeitsgemeinschaft der drei Industrie- und Handelskammern, die Arbeitsgemeinschaft der beiden Handwerkskammern sowie die Vereinigung der Unternehmensverbände Mecklenburg-Vorpommern. In diesem Jahr sind die Preise in vier Kategorien „Unternehmerpersönlichkeit“, Unternehmensentwicklung“, „Fachkräftesicherung und Integration“ sowie „Nachhaltigkeit“ vergeben worden. Darüber hinaus hat die Jury einen Sonderpreis prämiert.
Preisträger und Finalisten „Unternehmerin/Unternehmer des Jahres in Mecklenburg-Vorpommern 2024“
Kategorie "Unternehmerpersönlichkeit"
Wolfgang Sengewisch, Möwe Teigwarenwerk GmbH, Waren (Müritz)
Das 1952 als Volkseigener Betrieb (VEB) gegründete Mecklenburger Teigwarenwerk in Waren (Müritz) hatte eine wechselvolle Geschichte genommen, bis Wolfgang Sengewisch im Jahr 2011 das Unternehmen als Geschäftsführender Gesellschafter auf eigene Faust übernahm. Von dieser Zeit an wurde kontinuierlich in Sortimentserweiterungen, Zertifizierungen und Erweiterungen der Absatzmärkte investiert. Seit dem vergangenen Jahr hat Mirko Bröcker die Geschäftsführung inne.
„Wolfgang Sengewisch hat mit Mut und Durchhaltevermögen aus der Möwe Teigwaren GmbH ein erfolgreiches Unternehmen entwickelt. Heute steht der Betrieb aus Waren (Müritz) auf wirtschaftlich soliden Füßen. So konnte der langjährige Geschäftsführer im vergangenen Jahr das Unternehmen an eine neue Geschäftsführung übergeben. Auch diesen Prozess ist Wolfgang Sengewisch extrem professionell angegangen und hat ein Landeskind als Nachfolger gefunden“, sagte Meyer.
Finalisten „Unternehmerpersönlichkeit“
• Thomas Lührmann, Metallbau Lührmann GmbH, Laage
• Axel Heidebrecht, Getränkeland Heidebrecht GmbH & Co. KG, Elmenhorst
Kategorie "Unternehmensentwicklung"
Dr. Nicole Landt, Elektro-Anlagenbau GmbH, Neustrelitz
Die familiengeführte Elektro-Anlagenbau GmbH ist ein dienstleistendes Handwerk der Elektrobranche (Geschäftsbereiche: Elektroinstallation, Schalt- und Steuerungsbau, Planung und Betreuung, Kommunikations- und Sicherheitstechnik, Verkauf und Service). In dem Unternehmen wurde eine Vier-Tage-Woche von Montag bis Donnerstag für alle Unternehmensangehörigen eingeführt. Zudem gibt es eine firmeneigene Ausbildungswerkstatt (Lehrwerkstatt) für die betriebliche Ausbildung mit einem hauptamtlichen Ausbildungsleiter. Jedes Jahr werden acht Ausbildungsplätze zum Elektroniker für Betriebstechnik (m/w/d) angeboten.
„Einen besonderen Fokus legt das Unternehmen auf die nachhaltige und stetige Weiterentwicklung und Weiterbildung der Mitarbeitenden mit Aufstiegsmöglichkeiten – beispielsweise über ein Meisterstudium und technikspezifische Lehrgänge. Das ist der richtige Weg, um Fach- und Führungskräfte im Unternehmen zu halten“, sagte Meyer.
Finalisten „Unternehmensentwicklung“
• Kevin Friedersdorf, Martin Klemkow, MANDARIN MEDIEN Gesellschaft für digitale Lösungen mbH, Schwerin
• Wolfgang Beglau, Beglau Wärmepumpen GmbH, Rampe
Kategorie "Fachkräftesicherung und Integration"
Janet Schroeder, Schlossgut Gross Schwansee
Der Hotelbetrieb mit Gastronomie, Veranstaltungslocation, Wellness und Spa-Bereich wird seit Ende 2019 von Janet Schroeder geleitet. Seit dieser Zeit wurden in dem Unternehmen zahlreiche Maßnahmen entwickelt, um Mitarbeitenden attraktive Arbeitsplätze zu bieten. Dabei handelt es sich unter anderem um die Einführung einer Vier-Tage-Woche sowie Altersteilzeit-Möglichkeiten. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Integration von Mitarbeitenden unterschiedlicher Herkunftsländer sowie die Einstellung von vier indischen Auszubildenden.
„Seit knapp zwei Jahren arbeitet Janet Schroeder zudem mit der Hotelakademie ´Academy of Hotel Management and Catering Industry´ in Polen zusammen. Mehrere Praktikanten haben bereits den praktischen Teil ihrer Ausbildung im Schlossgut Gross Schwansee erfolgreich absolviert, es resultiert bereits die erste Festeinstellung aus dieser Zusammenarbeit“, sagte Meyer.
Finalisten „Fachkräftesicherung und Integration"
• Torsten Grundke, Media Markt GmbH, Stralsund
• Philipp Heyna, Heynaht GmbH, Rostock
Kategorie "Nachhaltigkeit"
Michael Boddenberg, Danilo Hüttel, Markus Hüttel, Fahrtec Systeme GmbH, Neubrandenburg
Das Unternehmen entwickelt und produziert innovative Krankenkraftwagen des Typs C, fertigt Großfahrzeuge wie beispielsweise Intensivtransportwagen, Notarztwagen und Schwerlast-Rettungswagen bis 12,5 Tonnen. Dabei sind Kofferaufbauten entstanden, die vollständig aus Aluminium bestehen. Die Fahrtec Systeme GmbH hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2039 eine vollständige Klimaneutralität zu erreichen. Dafür werden die Umweltverträglichkeit der Produkte, Prozesse, Standorte und Dienstleistungen fortlaufend verbessert, unter anderem durch die Minimierung von Schadstoffemissionen, die Verbesserung der Ressourceneffizienz und die Verlängerung der Produktlebensdauer durch Mehrfachnutzung des Aluminiumwechselkoffersystems.
„Wir brauchen in Mecklenburg-Vorpommern noch weitere Unternehmen, die modern, wettbewerbsfähig und klimafreundlich wirtschaften“, sagte Meyer.
Finalisten „Nachhaltigkeit“
• Bernd Kleist, Die Meck-Schweizer GmbH, Basedow
• Martin Horst und Franziska Göttsche, Jackle & Heidi GmbH, Neubrandenburg
Sonderpreis 2024 „Innovationstreiber aus M-V“
Projekt Bay GmbH, Hannes Trettin, Toni Gurski und Nico Gramenz
Das auf der Insel Rügen aufgewachsene Geschäftsführerteam hat an mittlerweile 13 nationalen und internationalen Standorten Co-Working-Spaces geschaffen. Dort werden technisches Know-how und Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt.
„Die Arbeitswelt ist in einem massiven Wandel – heute können viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer an unterschiedlichen Orten ihrer Tätigkeit nachgehen. Statt im Home-Office oder im Büro zu sein, können Nutzerinnen und Nutzer mit hoher Flexibilität frei entscheiden, wie häufig und wie lange sie die Plätze nutzen wollen. Zugleich ergeben sich Möglichkeiten der Zusammenarbeit – Coworker mit unterschiedlichen beruflichen Hintergründen treffen aufeinander und tauschen sich aus. Das Unternehmen Project Bay bietet dafür attraktive Alternativen“, sagte Meyer.




