Lilienthal-Designpreis 2009

Die Gewinner des Lilienthal-Designpreises Mecklenburg-Vorpommern 2009 wurden am 07. Oktober 2009 in der Hansestadt Wismar geehrt. Das Interesse und Niveau der kreativen Designer am Landeswettbewerb ist deutlich gestiegen. Bei der Vergabe stand insbesondere die wirtschaftliche Innovationskraft der Designleistungen und Produkte im Mittelpunkt. Ziel des Wettbewerbs ist die Unterstützung der Wirtschaft und damit verbunden die Etablierung marktfähiger Produkte, die sich durch ein unverwechselbares Design auszeichnen.

Unter 62 Wettbewerbsbeiträgen konnte sich in der Kategorie Gesamtgestaltung die Konzeption der naturkundlichen Dauerausstellung des Deutschen Bernsteinmuseums in Ribnitz-Damgarten durchsetzen. Der Preis für das beste Produktdesign ging an die Rostocker Medizintechnikfirma Albutec GmbH für ihren Hepalbin®-Adsorber für die Leberdialyse. Das Baltic College Güstrow wurde in der Kategorie Kommunikationsdesign für das Corporate Design, das neue öffentliche Erscheinungsbild der Hochschule, ausgezeichnet.

Im Bereich der Nachwuchsdesigner haben sich Studenten der Hochschule Wismar in allen drei Preiskategorien durchgesetzt. Die Jury überzeugten die Gestaltungsideen für ein intelligentes Frauen-WC im Airbus, das ideale Geschirr für die Finger-Food-Generation und die perfekte Schrift zum Lesen und Schreiben. Die sechs Preisträger haben sich automatisch für den bundesweiten Designpreis qualifiziert.

Für den 14. Designpreis des Landes, der nach den Anklamer Brüdern Otto und Gustav Lilienthal benannt wurde, konnten sich Unternehmen, Studierende und Designer aus Mecklenburg-Vorpommern bewerben. Der Förderpreis wird zum 10. Mal vergeben. Der Designpreis ist jeweils mit 1.500 Euro dotiert, der Förderpreis mit jeweils 500 Euro. Der Lilienthal-Designpreis wird alle zwei Jahre in den Kategorien Industriedesign, Mode, Kommunikation und Multimedia sowie Architektur ausgeschrieben. Der diesjährige Wettbewerb wurde gemeinsam mit der Hochschule Wismar und dem Design-Zentrum Mecklenburg-Vorpommern (www.designzentrum-mv.de) durchgeführt. Das Netzwerk Design & Innovation für kleine und mittlere Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern wird vom Wirtschaftsministerium aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) unterstützt.

Der Designpreis wurde erstmalig 1992 konzipiert, um das Gestaltungsbewusstsein im Land zu stärken und die Qualität von Produkten und Präsentationen zu verbessern. Das Konzept wird in den kommenden Jahren weiter verfolgt. "Design made in MV" kann sich zu einem Markenzeichen entwickeln, das der Wirtschaft neue Impulse verleiht. Welche Dimensionen erfolgreiches Design international erreichen kann, zeigen die "Kussmünder" der AIDA-Kreuzfahrtschiffe.

Preisträger Lilienthal Designpreis Mecklenburg-Vorpommern 2009

1. Kategorie Gesamtgestaltung

Preisträger: Deutsches Bernsteinmuseum, Ribnitz-Damgarten

Gestaltungskonzept für die ständige Ausstellung

Designer-Team: Prof. Dipl. Gebrauchsgrafikerin Hanka Polkehn, Dipl.-Des. Alexander Polkehn, Berlin, Prof. Dipl.-Ing. Hans Meyer, Bad Doberan

Gestaltungskonzepte für ständige Ausstellungen in Museen erfordern nicht nur die schlüssige Bündelung vielfältiger räumlicher und informativer Orientierungen, sondern die gefundene Gesamtlösung muss auf lange Zeit Bestand haben können. Eine höchst anspruchsvolle Gestaltungsaufgabe, die das gesamte Spektrum moderner Designpraxis umfasst, vom sich hier einfügenden Kommunikationsdesign über die Licht- und die Farbgebung, mündend in einer konsequenten Gesamtdramaturgie.

2. Kategorie Industrial Design/Produktdesign

Preisträger: Albutec GmbH, Rostock

Hepalbin®-Adsorber der Albutec GmbH in RostockDetails anzeigen
Hepalbin®-Adsorber der Albutec GmbH in Rostock

Hepalbin®-Adsorber der Albutec GmbH in Rostock

Hepalbin®-Adsorber der Albutec GmbH in Rostock

Hepalbin®-Adsorber, medizinisches Gerät

Designer: Dipl.-Ing. Matthias Suraj, Albutec GmbH, Rostock

Der Hepalbin®-Adsorber wird zur Leberdialyse eingesetzt, bei der ähnlich wie bei Nierenerkrankungen Giftstoffe aus dem Blut des Patienten gefiltert werden. Das ungewöhnliche Gehäusedesign mit seiner innovativen Fügetechnik wird der komplexen technischen Lösung optimal gerecht. Das Ingenieurdesign dieses Medizinproduktes ist zudem service- und umweltfreundlich konzipiert und wirkt sich mit seiner ungewöhnlichen, beinahe spielerisch anmutenden Gestaltung auch auf die Patienten positiv aus.

Anerkennungen

Anerkennung Kategorie Industrial Design/Produktdesign: ml&s GmbH & Co.KG, Entwicklungsteam, Greifswald

Photovoltaikanschlussdose ASD-M

Designer: Dipl.-Des. Geert Maciejewski, Greifswald

Anerkennung Kategorie Industrial Design/Produktdesign: ICA Industrial Control & Automation GmbH, Wismar

CNC-Fräsmaschine

Designer: Dipl.-Ing. Ralf Bernhardt, Wismar

3. Kategorie Kommunikationsdesign

Preisträger: Baltic College University of Applied Sciences, Güstrow

Corporate Design

Designer: Annette Brandstäter, Jakota Design Group, Rostock

Mit dieser "aus dem Rahmen fallenden" und zugleich vorbildhaft disziplinierten Umsetzung eines visuellen Hochschul-Auftritts konnte ein Musterbeispiel einer ganzheitlichen Verbindung von Corporate Identity und Corporate Design im Bereich Kommunikationsdesign geschaffen werden. Kultivierte bildhafte Argumentation und sympathische textliche Sachlichkeit werben für eine junge Hochschule im Nordosten.

Anerkennung

Anerkennung Kategorie Kommunikationsdesign: Frauen helfen Frauen e.V., Rostock

Designerin: Annette Brandstäter, Jakota Design Group, Rostock

Preisträger Lilienthal Designförderpreis Mecklenburg-Vorpommern 2009

1. Kategorie Industrial Design/Produktdesign

Preisträger: Hochschule Wismar, Fachbereich Produktsdesign

Fingerfood-Geschirr der Jungdesignerin Daniela Abendroth aus WismarDetails anzeigen
Fingerfood-Geschirr der Jungdesignerin Daniela Abendroth aus Wismar

Fingerfood-Geschirr der Jungdesignerin Daniela Abendroth aus Wismar

Fingerfood-Geschirr der Jungdesignerin Daniela Abendroth aus Wismar

Kess, Produktstudie für den kommunikativen Verzehr

Designerin: Dipl.-Des. Daniela Abendroth

Fastfood, Fingerfood, Coffee to go sind unaufhaltsam im Vormarsch, längst dürfen nicht nur Kinder, sondern auch die Großen im Stehen und Gehen essen und trinken. Daniela Abendroth hat ein Porzellangeschirr namens Kess entwickelt, das in seinen Dimensionen und Formen auf diese neue gesellschaftliche und gesellige Verzehr- und Kommunikationskultur eingestellt ist. Da sich das Ganze zudem vortrefflich stapeln lässt, darf gehofft werden, dass "Kess" tatsächlich Eingang in die moderne Gastronomie findet.

2. Kategorie Industrial Design/Produktdesign

Preisträger: Hochschule Wismar, Fachbereich Produktsdesign

LADY_LAV - Lavatory für weibliche Flugpassagiere

Designerin: Dipl.-Des. Kerstin Strelow

Die Gestaltungsanfrage kam von der Flugzeugindustrie: wie könnte ein WC speziell für weibliche Fluggäste aussehen? Der Vielzahl an speziell fraulichen "Bedürfnissen" ist Kerstin Strelow nachgegangen. Kernpunkt des komplexen, völlig neuartig bedachten Entwurfs ist die Trennung der Funktionsbereiche mittels einer intelligenten Raumgeometrie. Auch Details wie der höhenverstellbare Waschtisch oder eine ausziehbare Wickelauflage sind perfekte funktionale Lösungen.

3. Kategorie Kommunikationsdesign

Preisträger: Hochschule Wismar, Fachbereich Kommunikationsdesign

Tilia Text & Kursiv, Schrift- und Buchgestaltung

Designer: Dipl.-Des. Tobias-David Albert

Im Zeitalter des Internets gerät zusehends eine uralte, aber bis heute immer wieder neu prägende Kultur, die der Kalligrafie, des handschriftlichen Informations- und Gedankenaustauschs, in Vergessenheit. Tobias-David Albert hat sich mit dem historischen Beziehungsgefüge von "Schrift für unsere Hände" (Handschrift) und "Schrift für unsere Augen" (Lese- oder Textschrift) tiefgehend befasst. Die von ihm geschaffene Schrift "Tilia" versinnbildlicht den Dialog des Gestalters zwischen Auge und Hand, die Synthese von Werkzeugen, Geschichte und Gegenwart.

Anerkennungen

Anerkennung Kategorie Kommunikationsdesign: Grafik + Design Schule Anklam

Die Regentrude, Buchgestaltung, Verlagsausstattung, Plakat und Werbemittel

Designerin: Dipl.-Des. Christin Huber

Anerkennung Kategorie Fashiondesign/Schmuckdesign: Hochschule Wismar

4 Schmuckreihen

Designerin: Dipl.-Des. Franziska Podszuck