Maritime Industrie

Die Maritime Industrie in Mecklenburg Vorpommern ist mit dem Schiff- und Bootsbau sowie maritimen Zulieferern und Dienstleistern einschließlich der Meeres- und Offshore-Technik ein wesentlicher industrieller Kern und von außerordentlicher wirtschafts- und beschäftigungspolitischer Bedeutung für das Land. In den rd. 500 Unternehmen erwirtschaften ca. 13.700 Beschäftigte einen Umsatz von rd. 2 Mrd. €1.

Neptun Werft in RostockDetails anzeigen
Neptun Werft in Rostock

Neptun Werft in Rostock

Neptun Werft in Rostock

Zum hiesigen Schiff- und Bootsbau zählen 85 Unternehmen mit ca. 5300 Mitarbeitern. Den Schiffbau ergänzen die maritimen Zulieferer und Dienstleister einschließlich der Meeres- und Offshore-Technik mit knapp 420 Unternehmen und rd. 8.400 hochwertigen Arbeitsplätzen, die sich auf die Entwicklung und Produktion innovativer Systemlösungen konzentrieren.

Der Schiffbau in Mecklenburg-Vorpommern ist geprägt durch technisch anspruchsvolle seegehende Kreuzfahrtschiffe, große Maschinenraummodule (Floating-Engine-Room-Units, kurz FERUs) für Kreuzfahrtschiffe, Flusskreuzfahrtschiffe sowie den innovativen Marine- und Spezialschiffbau, wie z.B. Küstenwachboote, Seenotrettungsboote oder Elektro-Solar-Binnenschiffe.

Werften in Mecklenburg-Vorpommern

Kreuzfahrtschiff „Global Class“Details anzeigen
Kreuzfahrtschiff „Global Class“

Kreuzfahrtschiff „Global Class“

Kreuzfahrtschiff „Global Class“

Die Werften mit ihrer langen Schiffbautradition sind in den jeweiligen Regionen mit die größten Arbeitgeber im verarbeitenden Gewerbe und von außerordentlicher beschäftigungspolitischer Bedeutung. Sie tragen entscheidend zur Stärkung des jeweiligen Industriestandortes und der gesamten Wirtschaft des Landes bei. Rund 90% der Beschäftigten der Werften sind gegenwärtig noch im Kreuzfahrtschiffbau tätig.

Die vier größeren Schiffbauunternehmen, die MV WERFTEN in Wismar, Rostock-Warnemünde und Stralsund, die zur Meyer-Gruppe gehörende NEPTUN WERFT in Rostock-Warnemünde, die zur Lürssen-Gruppe gehörende Peene-Werft in Wolgast und TAMSEN MARITIM in Rostock beschäftigen im Jahr 2021 rund 3.500 Mitarbeiter und rund 270 Auszubildende (einschließlich Dual Studierende).

Aufgrund der in den letzten Jahren guten Auftragslage im hiesigen Schiffbau wurde bis zum Ausbruch der COVID-19-Pandemie kontinuierlich Personal aufgebaut und in erheblichem Umfang in die Standorte investiert.

Der globale Nachfrageeinbruch nach neuen Kreuzfahrtschiffen vor dem Hintergrund des im Zuge der COVID-19-Krise kollabierten Kreuzfahrtgeschäfts hat voll auf den hiesigen Passagierschiffbau durchgeschlagen. So planen die MV WERFTEN und die Meyer-Gruppe eine Anpassung der Produktion verbunden mit einem spürbaren Personalabbau.

Maritime Zulieferer und Dienstleister in Mecklenburg-Vorpommern

Die den hiesigen Schiffbau ergänzenden maritimen Zulieferer und Dienstleister sind ebenfalls sehr stark teils direkt oder indirekt von der COVID-19-Pandemie betroffen. In diesem Zusammenhang hatte die Landesregierung in 2020 mit rd. 5 Mio. € aus dem MV Schutzfonds kleineren Zulieferern rückzahlbare „erste Hilfe“ geleistet.

Einschließlich der Meeres- und Offshore-Technik mit knapp 420 Unternehmen und ca. 8.400 hochwertigen Arbeitsplätzen konzentrieren sich die Zulieferer und Dienstleister auf die Entwicklung und Produktion innovativer Systemlösungen.

Die Produkte umfassen nicht nur Komponenten für das Finalprodukt Schiff, beispielsweise die weltweit erfolgreich im Einsatz befindlichen Schiffspropeller der Fa. Mecklenburger Metallguss (MMG) in Waren, sondern auch maritime Anlagen (der Konzern Liebherr gehört mit seinem Rostocker Geschäftsbereich Liebherr Maritime Cranes zu den Weltmarktführern) und Systeme für die Hafenwirtschaft und -logistik, die maritime Umwelt- und Sicherheitstechnik sowie die Offshore-Technik und weitere Bereiche der Meerestechnik.

Entwicklung neuer Technologien

Mit dem gegenwärtig im Aufbau befindlichen „Ocean Technology Campus“ (OTC) in Rostock wird der Entwicklung neuer Technologien im Rahmen der Meerestechnik in Mecklenburg-Vorpommern, aber auch darüber hinaus, neuer Schub verliehen. Das Projekt unter der Leitung der Fraunhofer Gesellschaft ist eine gemeinsame Initiative regionaler und überregionaler Partner aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Verwaltung. Es dient der Entwicklung und Erprobung innovativer Meeres- und Unterwassertechnologien.

Mit dem OTC soll die Hansestadt Rostock in den kommenden Jahren zum führenden Standort der technologischen Unterwasserforschung mit einem dazugehörigen küstennahen Testfeld entwickelt werden. Dieses „Digital Ocean Lab“ ist das Herzstück des Projekts – hier können unter kontrollierten Bedingungen in einem realen Umfeld Tests und Versuche durchgeführt werden. Landseitig erhält das OTC einen Brückenkopf, in dem die Forscherinnen und Forscher der verschiedenen Projektpartner im Rahmen einer institutsübergreifenden interdisziplinären Arbeitsgruppe zu Unterwassertechnologien gemeinsam arbeiten können: das OTC-Basecamp, das im Rostocker Fischereihafen entwickelt wird.


1 vor Ausbruch der COVID-19-Pandemie

Kontakt

Hausanschrift
Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Mecklenburg-Vorpommern
Abteilung 2
Referat 210 - Schiffbau, Finanzierung
Johannes-Stelling-Straße 14
19053 Schwerin
Referatsleiter
Michael Koch
Telefon: 0385-588 5210
Telefax: 0385-588 5022

Publikationen und Dokumente

Publikationen

Zukunftsperspektiven der maritimen Industrie in Mecklenburg-Vorpommern

Die vorliegende Studie der Prognos AG und MC Marketing Consulting soll die Entwicklungen der vergangenen Jahre, die heutige Bedeutung sowie zukünftige Perspektiven der maritimen Industrie in Mecklenburg-Vorpommern darstellen. Ziel ist es, auf Basis einer fundierten Status-quo-Analyse ein Stärken-Schwächen-Profil sowie die Entwicklungsmöglichkeiten der maritimen Industrie abzuleiten. Diese Ergebnisse wiederum bilden die Grundlage, um etwaige Handlungsoptionen für die Landesregierung aufzuzeigen.