Ideenwettbewerb Gesundheitswirtschaft 2015
Das Ministerium für Wirtschaft, Bau und Tourismus ruft unter dem Motto "Förderung von innovativen Projekten zur Steigerung von Wachstum und Beschäftigung in der Gesundheitswirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern" Unternehmen und Akteure der Branche zur Einreichung von Projektideen auf. Es werden zukunftsweisende, innovative Ideen für Dienstleistungen, Prozesse und Projekte gesucht, die das Potenzial des Zukunftsmarktes Gesundheitswirtschaft für Mecklenburg-Vorpommern weiterentwickeln sowie Wachstums-, Innovations- und Beschäftigungspotenziale erschließen. In unserem Land gehört die Gesundheitswirtschaft inzwischen in ihrer Gesamtheit zu den wichtigsten Wirtschafts- und Wachstumsbereichen. Mit ca. 100.000 Beschäftigten arbeitet mittlerweile etwa jeder siebte Beschäftigte in dieser Branche.
Der "Ideenwettbewerb Gesundheitswirtschaft 2015" fördert innovative Projekte auf Grundlage des Operationellen Programmes des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und im Sinne des Masterplans Gesundheitswirtschaft Mecklenburg-Vorpommern 2020. Diese sollen dazu beitragen, regionale und branchenbezogene Netzwerke auf- und auszubauen und somit die Clusterstrukturen der Gesundheitswirtschaft weiter zu verbessern, die internationale Ausrichtung der Branche zu stärken, die Anstrengungen zur Fachkräftesicherung zu unterstützen sowie die Markterschließung für Angebote der Gesundheitswirtschaft Mecklenburg-Vorpommerns zu verbessern.
Die Preisträger mit den überzeugendsten Konzepten wurden am 06. Juli in Schwerin ausgezeichnet.
Preisträger des Ideenwettbewerbs Gesundheitswirtschaft 2015
Institut für Gesundheitsmanagement Rostock: Sorglos-Urlaub in MV
Sorglos-Urlaub in MV
Ziel des Projektes ist eine aktive Vermarktung des "Sorglos-Urlaub"-Konzeptes, welches vom Antragsteller entwickelt und Anfang 2015 als Marke mit vier teilnehmenden Hotels gestartet ist. Das Produkt beinhaltet Dienstleistungsangebote im Bereich seniorengerechter Gesundheitstourismus, hier insbesondere Betreuungs- und Pflegeleistungen für Reisende mit gesundheitlichen Einschränkungen und unterschiedlichen Unterstützungs- und Pflegebedarfen, die ohne dieses Angebot nicht mehr reisen könnten. Speziell zur "Fachkraft für Seniorentourismus" weitergebildete MitarbeiterInnen der Hotels und die Vernetzung von Pflegedienstleistern und weiteren peripheren Dienstleistern vor Ort sollen ermöglichen, die entwickelten Qualitätsstandards zu erfüllen. Die Vermarktung des Konzeptes hat einerseits das Ziel, Reisenden mit gesundheitlichen Einschränkungen flächendeckend Urlaubsangebote in unserem Land und andererseits den Hotels eine Chance zur Akquise neuer Gästegruppen bieten zu können.
FMV Forschungsverbund Mecklenburg-Vorpommern e.V. Rostock: Kompetenzzentrum Lebensmittelinnovationen
Kompetenzzentrum Lebensmittelinnovationen
Die Projektidee "Kompetenzzentrum Lebensmittelinnovationen" zielt auf eine Sensibilisierung von Lebensmittel-Herstellern in MV für die Entwicklung von Produktinnovationen mit gesundheitsfördernden oder krankheitspräventiven Zusatznutzen. Es gibt Unterstützung in der Entwicklung von Produktinnovationen mit gesundheitlichem Zusatznutzen, insbesondere in der Umsetzung von Forschungsergebnissen und der Vermittlung von Forschungs- und Entwicklungs-Kooperationspartnern aus der Wissenschaft. Zudem soll ein Kompetenzaufbau im Bereich des Innovationsmanagements in KMU der Ernährungsbranche erreicht werden. Dabei sollen insbesondere die Entwicklung von Produktinnovationen speziell für Personen mit Lebensmittelunverträglichkeiten sowie mit den Prädikaten "glutenfrei", "zuckerfrei", "fettreduziert" (Health-Food) sowie die Entwicklung naturbelassener Lebensmittel (Clean Food) im Vordergrund stehen.
MRE-Netzwerk Vorpommern-Greifswald c/o Grypsnet e.V. Greifswald: PRIME – Prästationäres Screening auf multiresistente Erreger
PRIME – Prästationäres Screening auf multiresistente Erreger (Einführung und Evaluation eines prästationären Screenings auf Multiresistente Erreger -MRE- im Netzwerk Vorpommern-Greifswald)
Das MRE-Netzwerk Vorpommern-Greifswald will ein prästationäres Screening auf multiresistente nosokomiale Pathogene modellhaft einführen und evaluieren. Dies trägt erheblich zur Erhöhung der Patientensicherheit bei und beinhaltet zugleich ein hohes Innovationspotential für die Region. Ziel ist der Aufbau nachhaltiger Strukturen und Prozesse, um eine Überführung in die Regelversorgung und die Außenwirkung für die Gesundheitsregion MV zu gewährleisten. Inhalt der Projektidee ist diese begleitende Forschung, die für eine Überführung in die Regelversorgung notwendig ist.
Das Vorhaben greift die Ergebnisse des nationalen Modellprojektes HICARE auf und entwickelt diese für Vorpommern praxisorientiert weiter.
Primacyt Cell Culture Technology GmbH Schwerin: Aufbau eines in-vitro-Technologienetzwerkes zur Etablierung eines GLP - Business - Inkubators
Aufbau eines in-vitro-Technologienetzwerkes zur Etablierung eines GLP - Business - Inkubators
Ziel des Vorhabens ist es, ein vorhandenes Basisnetzwerk (Primacyt, Klinische Pharmakologie Greifswald, Institut für Diabetes Karlsburg) aus mittelständischen Firmen, universitären Forschungsinstituten und außeruniversitären Forschungseinrichtungen zu festigen und zu erweitern, in dem die Stärken und Kompetenzen der einzelnen Netzwerkpartner bei der Isolierung primärer Zellen vereint werden und die zellulären Produkte dann in einem qualitätskontrollierten und -gesicherten System für Auftragsforschungsarbeiten bei den beteiligten Partnern eingesetzt und zusätzlich als "ready to use" in-vitro Testsysteme zum Endverbraucher (Universitäten, Forschungseinrichtungen, Labore) gebracht werden.
Die Testsysteme aus primären Zellen sollen dann als Prüf- und Screeningsysteme in der präklinischen Entwicklung in Biotechnologie, in der pharmazeutischen Entwicklung und medizinischen Diagnostik eingesetzt werden können. Primäre humane und tierische Zellen werden somit in in-vitro Modellen zur Analyse von Medikamenten, Chemikalien und Kosmetika eingesetzt und ersetzen, da, wo es möglich ist, zunehmend Tierversuche.
Institut für Diabetes "Gerhardt Katsch" Karlsburg e.V.: Blutstillende Wundauflage
Blutstillende Wundauflage
Im Rahmen des Projektes soll durch die Zusammenarbeit Wissenschaft – KMU (DURTEC GmbH) eine Produktweiterentwicklung erfolgen. In jüngster Zeit wurden eine Reihe bioverträglicher, partikelförmiger Substanzen zur Beschleunigung einer verletzungsbedingten Blutstillung entwickelt (u.a. Biopolymere, synthetische Polymere, Dextranpräparate), die insgesamt aber durchweg eine Reihe von Nachteilen aufweisen (u.a. Wasserlöslichkeit, umständliche Anwendung). Es wird daher intensiv nach Mitteln und Wegen gesucht, wie der natürliche Blutgerinnungsprozess ohne die bekannten Nachteile beschleunigt werden könnte. Das Ziel dieser Projektidee besteht darin, im Rahmen eines Netzwerkes aus Forschung, Industrie und Anwendung ein biokompatibles, schnell wirkendes Blutstillungsmittel in Form einer topischen Wundauflage auf mineralbasierter Grundlage zu erforschen und zu entwickeln, welches einfach und kostengünstig herzustellen ist und sowohl in der medizinischen Praxis als auch in weiteren Lebensbereichen mit üblichen Methoden leicht und zuverlässig anzuwenden ist.
Institut für Angewandte Informatik e.V. als An-Institut der Fachhochschule Stralsund in Zusammenarbeit mit dieser: Schaffung der Markteingangsbedingungen für das Kiebitz©Fernbefundungssystem
Schaffung der Markteingangsbedingungen für das Kiebitz©Fernbefundungssystem
Das Institut für Angewandte Informatik e.V., ein An-Institut der Fachhochschule Stralsund, entwickelt in Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Stralsund auf der Grundlage einer Förderung der Damp Stiftung das bundesweit erste Fernbefundungssystem zur medizinischen Ferndiagnose durch audiovisuelle Exploration. Das dabei entwickelte Medizinprodukt soll die Erhebung eines medizinischen Befundes durch einen Facharzt (z. B. Hausarzt, Neurologe u.a.) erlauben, ohne dass dieser dabei selbst direkt vor Ort beim Patienten ist.
Gesellschaft für Individualisierte Medizin mbH Rostock: IndyRA: Personalisierte Autoimmundiagnostik am Beispiel der Rheumatoiden Arthritis
IndyRA: Personalisierte Autoimmundiagnostik am Beispiel der Rheumatoiden Arthritis
Das Projekt ist dem Kernbereich der Gesundheitswirtschaft, der medizinischen Versorgung, zuzuordnen. Konkretes Ziel ist die Evaluierung und Etablierung eines von der Firma IndyMed mbH entwickelten Diagnoseverfahrens zur Therapieoptimierung der Rheumatoiden Arthritis im Rahmen einer Pilotstudie. Somit werden Unterstützungsleistungen erbracht im Zulassungs- und Marktzugangsverfahren eines Medizinproduktes. Der IndyRA-Schnelltest der ersten Generation soll auf seine Alltagstauglichkeit als Schnelltest in enger Zusammenarbeit mit den Rheumazentren Greifswald und Rostock geprüft werden.
Fraunhofer Gesellschaft e.V. für Fraunhofer IZI, Leipzig, für Projektgruppe Extrakorporale Immunmodulation am Standort Rostock: Einrichtung einer Prüf- und Beratungsstelle für Gesundheits-Apps in MV
Einrichtung einer Prüf- und Beratungsstelle für Gesundheits-Apps in MV
Softwarebasierte Assistenz- und Informationssysteme - kurz Apps - haben in den letzten Jahren insbesondere durch die Verbreitung von Smartphones enorm an Bedeutung gewonnen und sich in vielen Bereichen des täglichen Lebens als Hilfsmittel etabliert, insbesondere auch im Bereich der Gesundheit. Ziel der Projektidee ist daher die Einrichtung eines unabhängigen Bewertungsgremiums in Form einer Prüfstelle für Gesundheits-Apps am Standort MV, das einheitliche Qualitätsstandards und Kriterien zur wissenschaftlichen Bewertung von Gesundheits-Apps entwickelt. Dazu wird angestrebt, die Vernetzung der technologischen und medizinischen Expertise und Einrichtungen des Landes MV voranzutreiben und ihre Zusammenarbeit zu stärken.
Leibniz Institut für Plasmaforschung und Technologie e.V. Greifswald: PlasmaWoundCircle Mecklenburg-Vorpommern
PlasmaWoundCircle Mecklenburg-Vorpommern
Ziel des Projektes ist der Aufbau eines landesweiten Anwenderkreises "Plasmamedizin" – PlasmaWoundCircle mit medizinischen Leistungserbringern (Dermatologen, Allgemeinmedizinern, Medizinischen Versorgungszentren, Kliniken, etc.), Kostenträgern sowie Patientenverbänden. Letztlich soll es zur nachhaltigen Etablierung eines Anwenderkreises (Netzwerkes) für die Plasmatherapie kommen. Das entstehende Netzwerk soll dabei als meinungsbildendes Organ für die Etablierung der Plasmatherapie bei der Behandlung chronischer Wunden fungieren.
vital & physio GmbH Rostock: INRÜG – Interdisziplinäres Netzwerk bei Diagnose, Operation und Therapie (DOT) von Rücken- und Wirbelsäulenerkrankungen
INRÜG – Interdisziplinäres Netzwerk bei Diagnose, Operation und Therapie (DOT) von Rücken- und Wirbelsäulenerkrankungen älterer Menschen
Ziel der Projektidee ist die Entwicklung eines modularen Fortbildungskataloges zur Multiplikatorenschulung des interdisziplinären Zusammenwirkens bei Diagnose, Operation und Therapie (DOT) von Rücken- und Wirbelsäulenerkrankungen älterer Menschen. Das Projekt soll Defizite der medizinischen Versorgung durch eine genaue Analyse des Ist-Zustandes und der anschließenden Entwicklung valider Handlungsleitfäden zur interdisziplinären Behandlung verbessern. Des Weiteren soll über die Entwicklung der Weiterbildungsmodule und die Schulung von Ärzten und Therapeuten im nationalen Raum die Anzahl der Multiplikatoren beständig erhöht werden.
Kontakt
Referat 230 - Gesundheitswirtschaft
Wettbewerbe aus den Vorjahren:
- Ideenwettbewerb Gesundheitswirtschaft 2020
- Ideenwettbewerb Gesundheitswirtschaft 2019
- Ideenwettbewerb Gesundheitswirtschaft 2018
- Ideenwettbewerb Gesundheitswirtschaft 2017
- Ideenwettbewerb Gesundheitswirtschaft 2016
- Ideenwettbewerb Gesundheitswirtschaft 2015
- Ideenwettbewerb Gesundheitswirtschaft 2012
- Ideenwettbewerb Gesundheitswirtschaft 2011
- Ideenwettbewerb Gesundheitswirtschaft 2010
- Ideenwettbewerb Gesundheitswirtschaft 2009
- Ideenwettbewerb Gesundheitswirtschaft 2008



